Klimaschutz in großem Stil: Viel hilft viel

Zwei Photovoltaik-Anlagen
 
Motivation 1) Erzeugung umweltfreundlichen Stroms
2) Reduzierung des Strombedarfs
Leistung 150 kWp (durch 166 Hochleistungsmodule)

 

Elf umweltfreundliche Fahrzeugtypen (Hybrid- und Plug-in Hybrid-Modelle) für Dienstfahrten
 
Motivation AstraZeneca "EU GoGreen-Initative"
CO2-Ersparnis ca. 65 % pro Jahr

 

Förderung der Biodiversität
 
Motivation 1) Schutz der Artenvielfalt
2) Schaffung eines erholsamen Grünbereichs für Mitarbeiter
Vorteile Unterstützung der Biodiversität, CO2-Reduktion, betriebseigene Honigernte

 

NameAstraZeneca GmbH
BranchePharmazeutische Industrie
Größe750 Mitarbeiter (Stand 2019)
Kontakt

AstraZeneca GmbH 
Tinsdaler Weg 183, 22880 Wedel
Volker Mehm (Head of Safety Health & Environment)
Volker.Mehm(at)astrazeneca.com

Webseite www.astrazeneca.de

Für das Wedeler Pharmaunternehmen AstraZeneca spielt ökologische Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Es setzt dabei auf Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz.
 

Es gibt in der Tat ruhigere Termine, als mit Volker Mehm von einer Klimaschutzmaßnahme zur nächsten Klimaschutzmaßnahme zu klettern. Da geht es vorbei an Teichen, einem Insektenhotel und Nistkästen für Turmfalken, dem Parkplatz mit E-Ladesäule durch die Kantine und Kaffeeküchen, per Leiter auf's Dach, wo sich das Sonnenlicht auf den Glasflächen der Photovoltaik-Anlagen spiegelt und sich der Blick über Wedel weitet. Spätestens in diesem Moment wird einem klar: Der Weg lohnt sich! Nicht nur wegen des Ausblickes, sondern weil sich die Mitarbeiter  an allen Ecken und Enden für den Klimaschutz einsetzen.

Klicken Sie auf das Bild und erfahren Sie mehr über die Klimaschutzmaßnahmen von AstraZeneca. (Stadt Wedel/Kamin)
Klicken Sie auf das Bild und erfahren Sie mehr über die Klimaschutzmaßnahmen von AstraZeneca. (Stadt Wedel/Kamin)

Mehm ist zuständig für den Bereich Hausverwaltung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz und sein Arbeitgeber ist der internationale Pharmahersteller AstraZeneca, dessen Deutschlandzentrale am Tinsdaler Weg in Wedel liegt. Etwa 750 Mitarbeiter arbeiten hier. Und sie sind einer der Trümpfe, weshalb selbst vermeintlich kleine Klimaschutzmaßnahmen bei AstraZeneca so große Wirkung entfalten: So hat das Unternehmen die Pad-Kaffeemaschinen in den Teeküchen durch Kaffeevollautomaten ersetzt, in denen fair gehandelte Kaffeebohnen aus großen Vorratspacks für jede Tasse frisch gemahlen werden. Auf diese Weise werden im Jahr etwa 80.000 der bisher benötigten Alu-Kaffeepads eingespart. 

Die Vermeidung von Plastik in der Betriebskantine wird ebenfalls konsequent durchgezogen: „Wir verkaufen nur noch Glas-, anstatt PET-Flaschen und die Plastikrührer für den Kaffee haben wir durch Holzstäbchen ersetzt – da kommt auf‘s Jahr betrachtet einiges zusammen“, sagt Mehm.

Herr Mehm (vorne) und Frau Brinkert vor den zwei Bienenstöcken der AstraZeneca
Herr Mehm und Frau Brinkert vor den zwei Bienenstöcken der AstraZeneca (Stadt Wedel/Kamin)

Die vermeintlich kleinen Maßnahmen unterstützen in ihrer Gesamtheit AstraZeneca darin, die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen. Wichtige Wegmarke ist dabei das Jahr 2025. „Bis dahin wollen wir unseren CO₂-Ausstoß um 25 Prozent senken. Zudem wollen wir bis 2025 die Menge unseres Abfalls um zehn Prozent verringern. Des Weiteren soll der Wasserverbrauch bei steigender Produktivität stabilisiert werden. Darüber hinaus soll die Dienstwagenflotte bis dahin komplett auf Hybrid- oder E-Fahrzeuge umgestellt werden“, sagt Mehm. Dafür setzt AstraZeneca auch auf große Lösungen: Seit 2007 ist am Standort Wedel ein Blockheizkraftwerk installiert, das im Dauerbetrieb 120 Kilowatt Strom und 200 Kilowatt Wärme produziert. Rund acht Prozent des Energiebedarfs des Wedeler Standorts werden von den insgesamt 150 Kilowatt starken Photovoltaikanlagen auf zwei Hallendächern von AstraZeneca gedeckt. 

Bei aller sorgfältiger Planung erleben Volker Mehm und seine Kollegen bei den Klimaschutzanstrengungen auch mal größere Überraschungen: Seit dem vergangenen Jahr lässt AstraZeneca Wedel die Plastikreste, die bei der Blisterproduktion, also bei der Produktion von Tablettenverpackungen, entstehen, von einer Spezialfirma in Bayern recyceln. „Wir hätten gedacht, dass da so ein bis zwei Tonnen zusammenkommen. Allerdings haben wir schon in den ersten fünf Monaten rund 24 Tonnen nach Bayern verschickt“, verrät Mehm.

Auch die Mitarbeiter selbst können sich mit guten Ideen an dem Prozess beteiligen. Eine dieser Ideen, die sich besonderer Beliebtheit erfreut, ist die Einrichtung eines Bienenstocks auf einem Hallendach von AstraZeneca: „Ein Mitarbeiter, der selbst Imker ist, hatte die Idee und dann haben wir das umgesetzt“, erinnert sich Mehm. Der Honig, den die Bienen produzieren, wird an die Mitarbeiter verkauft und das Geld gespendet.

Und noch einen zweiten positiven Effekt haben die Bienenstöcke: Die Bienen helfen mit, die heimischen Pflanzen auf dem Unternehmensgelände zu bestäuben. So kann die Biodiversität auf dem Gelände weiter gestärkt werden. Neben den Bienen haben auch Turmfalken in den eigens angelegten Nistkästen an einer Hallenwand bei AstraZeneca eine neue Heimat gefunden.

Als Klimapartner freuen sich AstraZeneca und ganz speziell Volker Mehm über den Austausch mit anderen Experten und Praktikern der anderen Klimapartner-Unternehmen.

Vorteile

  • Finanzielle Vorteile durch angemessene Bewirtschaftung
  • Schutz der natürlichen Ressourcen durch nachhaltige Nutzung
  • Stärkung des sozialen Miteinanders durch eine einladende Gestaltung des Außenbereichs

Herausforderungen

  • keine
Volker Mehm (AstraZeneca)

„Um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen, müssen Firmen wie AstraZeneca mit gutem Beispiel vorangehen. Auf die Politik zu warten, bringt uns nicht weiter.“
Volker Mehm, Head of Safety Health & Environment bei AstraZeneca in Wedel