NABU-Vogel-Sommerserie: Star

Marco Sommerfeld, Leiter der Vogelstation in der Wedeler Marsch, verrät jeden Sonnabend Interessantes aus der Tierwel t

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Zieht bis zu 2000 Kilometer weit: der Star. Foto: Sven Buchwald/NABU
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Zieht bis zu 2000 Kilometer weit: der Star. Foto: Sven Buchwald/NABU
Marco Sommerfeld ist Leiter der NABU-Vogelstation.
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Marco Sommerfeld ist Leiter der NABU-Vogelstation.

„Der Star ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. In den Sommermonaten nach der Brutzeit sammeln sich abends regelmäßig einige tausend Stare um in den Schilfbeständen am Fährmannssander Watt ihren Schlafplatz aufzusuchen. Tagsüber sind die Stare auch in kleinerer Anzahl bevorzugt in den Marschwiesen und rund um die NABU Vogelstation auf Nahrungssuche. Die Nahrung des Stars ist abhängig von den Jahreszeiten. Im Frühjahr stehen Kleintiere aus dem Boden auf dem Speiseplan. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren.

Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung.

Obwohl als „Allerweltsvogel“ betitelt, ist der Vogel des Jahres 2018 doch eher der „Star“ unter den Vögeln. Bewundert werden seine Schwarmflüge im Herbst, die als einzigartiges Naturschauspiel gelten. Im Frühjahr sticht das Starenmännchen durch sein metallisch glänzendes Gefieder heraus. Helle Punkte verzieren vor allem das Prachtkleid des Weibchens. Im Spätsommer nach der Mauser enden die dunkelbraunen Federn der Jungtiere in einer weißen Spitze, einem Perlmuster ähnlich. Zum Gesamtpaket dazu kommt sein Talent der Imitation: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann auch Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen.

Abhängig von seinem Lebensort ist der Jahresvogel Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Mitteleuropäische Stare ziehen zum Großteil bis in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die maximale Zugstrecke liegt bei 2.000 Kilometern. Manche Stare verzichten vermehrt auf lange Reisen und überwintern vor allem im Südwesten Deutschlands. Im Herbst sind die imposanten Schwarmwolken aus vielen tausend Staren am Himmel zu sehen, wenn sie während des Zuges an einem Schlafplatz Rast machen. (Marco Sommerfeld/NABU, 8.8.2020)