Ein Traumjob für „Nachteulen“

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert übernimmt Pflegefachkraft Stephanie Kuhrt (56) im Nachtdienst der Kursana Residenz Wedel große Verantwortung

Pflegefachkraft Stephanie Kuhrt (56) aus der Kursana Residenz Wedel weiß ihre abwechslungsreiche, anspruchsvolle Arbeit im Nachtdienst der Senioreneinrichtung zu schätzen.
Pflegefachkraft Stephanie Kuhrt (56) weiß ihre abwechslungsreiche, anspruchsvolle Arbeit im Nachtdienst der Senioreneinrichtung zu schätzen.

Wenn andere Berufstätige schlafen gehen, beginnt für Stephanie Kuhrt der Arbeitstag: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert tritt die 56-jährige Pflegefachkraft in zwölf Nächten im Monat erst um 21.30 Uhr ihren Dienst in der Kursana Residenz an. Nach der Dienstübergabe durch die Kollegen vom Spätdienst ist die Wedelerin bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr für das Wohlergehen der knapp 30 Bewohner auf der stationären Pflegestation verantwortlich. In dieser Zeit stellt sie die Medikamente für die Nacht, lagert Bettlägerige regelmäßig um und muss Notlagen einschätzen und managen können. Außerdem hört „Steffi“, wie sie hier von allen genannt wird, den Senioren zu und trocknet in persönlichen Krisenmomenten manche Träne. „Für mich als echter Nachteule ist das ein Traumjob“, sagt sie. „Nachts bin ich mein eigener Herr und kann mir meine Arbeit weitgehend selbst einteilen. Dadurch kann ich sehr individuell auf die Bedürfnisse unserer Bewohner eingehen. In der Ruhe der Nacht kommt man sich menschlich sehr nah.“

Nach einem Schulpraktikum im Rissener Krankenhaus war Stephanie Kuhrt klar, dass sie in einem sozialen Beruf arbeiten wollte. Sie entschied sich für die Ausbildung in der Altenpflege, um – anders als in einer Klinik – eine intensivere, längere Beziehung zu den Menschen aufbauen zu können. Einziges Handicap in der Ausbildung war das frühe Aufstehen. „Zum Glück habe ich damals noch bei meinen Eltern gewohnt, und meine Mutter hat mich wie zu Schulzeiten geweckt. Denn ich habe großes Talent, morgens den Wecker zu überhören“, erzählt sie lachend. Nach Ende der Ausbildung 1985 arbeitete sie weitere zehn Jahre in der Pflegeeinrichtung in Hamburg-Bahrenfeld, wechselte dort jedoch nach einem Jahr komplett in den Nachtdienst, um ihrem Typ entsprechend geregelte Arbeitszeiten zu haben. Als 1995 wohnortnah die Kursana Residenz Wedel eine Stelle für eine Nachtwache ausschrieb, hatte „Steffi“ ihre berufliche Heimat gefunden. „Wir sind auf der Pflegestation ein tolles Team mit zwei Mitarbeiterinnen, die noch länger als ich dabei sind“, sagt sie. „Wenn ich einmal Redebedarf habe, sind die Kollegen immer für mich da. Außerdem unternehmen wir einiges zusammen in der Freizeit.“

Während einer Nachtschicht schaut sie bei mindestens drei Kontrollgängen nach jedem Bewohner und richtet ihre Arbeit am individuellen Bedarf der Senioren aus: Einige bringt sie zu Bett, anderen reicht sie kleine Zwischenmahlzeiten an. Bei Unruhe kontrolliert sie den Blutdruck oder holt demenziell erkrankte Bewohner bei Verwirrtheit liebevoll in ihrer eigenen Welt ab. Daneben dokumentiert sie alle Arbeiten am Computer und ist für das Medikamentenmanagement der Station zuständig, indem sie Bestände kontrolliert, Bestellungen übernimmt und die Medikamente für die Tagschicht stellt. Wenn sich das Lebensende von Bewohnern abzeichnet, unterstützt Stephanie Kuhrt zudem die Angehörigen bei der Sterbebegleitung und beim Abschied.

Nach der Arbeit hilft ihr die Morgenrunde mit ihrem Mischlingshund „Rufu“ beim Abschalten. Auf zwei bis vier Nachtschichten hintereinander folgen im Monatsplan stets mehrere freie Tage am Stück, in denen sich Stephanie Kuhrt ausgiebig um ihr eigenes Pferd kümmern kann. „In meinem Leben gibt es wenig Routine. Ich genieße es, so viele Freiräume zu haben“, sagt sie. (Martina Petersen/kommunikateam GmbH, 8.11.2021)

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