SC Rist: Roquette plant die Zukunft

Der sportliche Leiter des Basketballvereins zieht Bilanz

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Christoph Roquette setzt auf junge Spieler. Foto:Manningeaux
Christoph Roquette setzt auf junge Spieler. Foto:Manningeaux

Jetzt, da die Basketball Saison 2020/21 in der ProB langsam, aber sicher in ihre heiße Phase einbiegt, bleibt Christoph Roquette, dem sportlichen Leiter des SC Rist,  nichts Anderes übrig, als das weitere Geschehen sowie den Kampf um Aufstieg und Meisterschaft als nicht mehr unmittelbar Beteiligter zu begutachten.

Seine Rister haben den Sprung unter die acht besten Mannschaften in der Nordstaffel verpasst, doch der Sportliche Leiter schaut als interessierter Beobachter zu. „Selbstverständlich verfolgt man das, vor allem auch, was zwischen Nord und Süd passiert, das ist immer spannend zu sehen“, sagt der 38-Jährige. Und er blickt darauf, wie sich die beiden Hauptrundenmeister Bochum (Nord) und Dresden (Süd) schlagen, bei denen mit Felix Banobre beziehungsweise Fabian Strauß ehemalige Wedeler das Ruder in der Hand halten. Denkt Roquette über die aussichtsreichsten Titelanwärter nach, fallen ihm sofort Banobres Bochumer ein: „Der Kader, den sie haben, ist jetzt schon ProA-tauglich“, meint er.

Dass der Meister diesmal in einem veränderten Format ermittelt wird (derzeit läuft die zweite Gruppenphase mit vier Viererstaffeln), ist der Pandemie geschuldet, die auch die Wedeler Saison prägte. Trainingseinheiten und Spiele waren nur unter Einhaltung strenger Regeln möglich, die Beteiligten mussten sich regelmäßig auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus untersuchen lassen. „Am Anfang der Saison war das natürlich erst mal ein neues, großes Aufgabenfeld, das wir bewältigen mussten“, so Roquette. Mit Andrea Koschek (erste Vorsitzende des SC Rist und Hygienebeauftragte) an der Spitze wurden die umfangreichen Anordnungen und Anforderungen den Gegebenheiten in Abstimmung mit den zuständigen Behörden angepasst. Zunächst sei es eine Umstellung gewesen, sagt der Sportliche Leiter, aber „das mussten wir machen. So ist es halt, das ist die Zeit“, betont er. Und: „Das Hygienekonzept hat vollends funktioniert“. Die Mannschaft trug ihren Teil dazu bei, schließlich gab es keine Spielverlegung aufgrund einer Ansteckung in den eigenen Reihen. „Sie sind alle vernünftig und diszipliniert gewesen, sodass wir in unserem Team keinen Corona-Fall hatten“, lobt er.

Sportlich ging die Saison für den SC Rist mit einem überzeugenden Heimsieg über Köln zu Ende: Für Roquette ein weiterer Beleg, dass es richtig war, den jungen Spielern Vertrauen und Einsatzzeit zu gewähren. Die Mannschaft habe seit dem Herbst „eine Wahnsinnsentwicklung“ genommen, so der Sportliche Leiter, „das ist bei mir aus der Saison besonders hängengeblieben“, betont er mit ein paar Tagen Abstand. Und damit soll es auch weitergehen. In Zusammenarbeit mit den Hamburg Towers den Nachwuchs fördern, ihm die Gelegenheit geben, sich in der ProB zu beweisen und für höhere Aufgaben zu befähigen – und das möglichst in Form spannenden und sehenswerten Basketballs. So lautet das Bestreben. „Wir werden mit jungen, hungrigen, talentierten Spielern ins Rennen gehen“, sagt er. Wie bisher also. „An unserer Hauptausrichtung zur Entwicklung junger Spieler wird sich nichts ändern, aber wir müssen einfach halt schauen, wie wir Ausfälle wegen Verletzungen und Überschneidungen auffangen können“. Insbesondere der Punkt Verletzungen setzte den Ristern 2020/21 bekanntermaßen deutlich mehr zu als erhofft.

An die Hand nehmen sollen die Talente „erfahrene Spieler, die schon ProB-erprobt sind und die die jungen Spieler durch schwierige Situationen führen können, damit die Jugend reifen kann“, so Roquette. Wobei Erfahrung nicht zwingend mit für Leistungssport fortgeschrittenem Alter gleichzusetzen ist, immerhin wissen Leif Möller, Moritz Kröger und Linus Hoffmann mit 17 beziehungsweise 18 Jahren ebenfalls bereits, wie es in der Liga zugeht. Die Spielklasse werde immer professioneller und stärker, so Roquette, „da müssen wir natürlich mit der Zeit mitgehen. Das werden wir auch und werden aus den Fehlern, die wir dieses Jahr gemacht haben, und aus dem Unglück, das wir hatten, gestärkt herausgehen, unsere Lehren ziehen und dementsprechend das Team aufstellen“, erklärt er mit Blick auf 2021/22.

Gegenwärtig führt der Sportliche Leiter eine Menge Gespräche, rollt mit jedem Spieler noch einmal das Geschehene auf, „um den Saisonverlauf aus deren Blickwinkel zu erfahren“, so Roquette. Dabei werden eine ganze Reihe Fragen erörtert: „Wie ist es persönlich für sie gewesen? Es ist immer wichtig zu wissen: Wie fühlt sich ein Spieler nach der Saison, was ist aus seiner Perspektive gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen? Was hat er aus der ProB-Saison mitgenommen? Und wie soll es für ihn weitergehen? Und: Welche Probleme hatten die Spieler vielleicht während der Saison? Das hilft auch unserem Verein, um herauszufinden, was wir nächste Saison besser machen können“, erläutert der Sportliche Leiter. Ebenfalls Gegenstand der Gespräche: Die Saison 2021/22 und diesbezüglich die Pläne von Spielern und Verein. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen schon die ersten Vollzugsmeldungen geben können“ sagt Roquette über seine derzeitigen basketballerischen Hauptbeschäftigungen. Das Verfolgen des restlichen Saisonverlaufs geht da nebenbei. (Moritz Korff/ 7.4.2021)

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