Endlich wieder Wassersport!

Im Hamburger Yachthafen werden jetzt die Boote zu Wasser gelassen.

in Tourismus & Freizeit, Elbe Maritimes

Auch beim Kranen ist Covid immer im Hinterkopf.
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Auch beim Kranen ist Covid immer im Hinterkopf.
Voila, es schwimmt! Kay Sörensen ist der Mann an der Kran-Steuerung.
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Voila, es schwimmt! Kay Sörensen ist der Mann an der Kran-Steuerung.
Es geht Schlag auf Schlag. Während ein Schiff noch im Kran hängt, wird das nächste schon angefahren.
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Es geht Schlag auf Schlag. Während ein Schiff noch am Kran hängt, wird das nächste schon angefahren.

Freitag, 12. März, 08:00 Uhr, Position 53.574 Grad N,  9.676 Grad O. Es schmuddelt kalt, Wind bläst um die fünf Beaufort, der Himmel ist griselig. Und trotzdem lächelt Kay Sörensen sonnig. Denn für ihn und die anderen Hafenmeister, Sven Nagel und Marco Hagen, sowie alle anderen Helferinnen und Helfer aus dem Team des Hamburger Yachthafens zählt nur:  "Nu geiht dat wadder los!" Die Saison hat begonnen, der treue alte Kran noch aus DDR-Produktion dreht sich und senkt Boot um Boot in das graue Hafenbecken. Die Kran- und Slipsaison hat begonnen.

Bis etwa Mai werden rund 1100 Motor- und Segeljachten zu Wasser gelassen. Geschäftsführer Ulf Hansen freut sich: "Die Jungs sind aktiv bei Wind und Wetter. Zum Glück war der Sturm nicht so stark wie angesagt. So ab sechs, sieben Windstärken wird's kniffelig."

Wieder ist es der Hafen-Crew gelungen, die Preise vorerst konstant zu halten. Und das trotz satter Investitionen im Winter. Die Dalben-Setzung musste teilweise optimiert werden, um die Wasserfläche mit den Schlengeln besser auszunutzen. Außerdem bekommen die Schlengel nach und nach Styropor in die hohlen Schwimmröhren, um den Auftrieb auch dann sicherzustellen, wenn ein Schwimmer ein Leck bekommt. Die Arbeiten werden den gesamten Sommer über laufen. "Aber wir machen das selbstverständlich ohne Beeinträchtigung für unsere Mitglieder", verspricht Hansen. Investitionsvolumen: fünfstelliger Euro-Bereich.

Ein weiterer barrierefreier Zugang zur "Tonne 122", Gestaltung der Außenanlagen inklusive 15 neuer Bäume am ehemaligen Standort der Windkraftanlage, neue Plattenwege, Flaggenmasten - jeder merkt, es bewegt sich was im Hafen. Revolutionen plant Hansen nicht, sondern Zug um Zug nachhaltige Verbesserungen, immer ganz sutje.

Corona beeinflusst zwar auch das Yachthafen-Team, das natürlich Schutzmaßnahmen einhalten muss, hat aber auch seine gute Seite. Der Abgang von Mitgliedern in den rund 50 Vereinen, der der Demographie geschuldet ist, wird aufgefangen durch eine kleine Welle von Neueintritten. Denn mehr Menschen möchten einfach maritimen Urlaub machen - und zwar nicht per verdächtigem Massentourismus, sondern überschaubar mit vertrauten Freunden oder Familienmitgliedern, mit Abstand zu anderen. Und wo geht das besser als auf dem Wasser? Da kommen sich zwei Boote schon deshalb nicht zu nahe, weil Kratzer im Gelcoat (Lack) ärgerlich sind...

Normalerweise freuen sich die Schipper über bewundernde Blicke von Seh-Leuten und anderen Landratten, wenn sie an ihren Schiffen puzzeln oder die Fachleute im Einsatz sind. Der Yachthafen ist eigentlich auch attraktives Ziel für Spazierende. Aber bis auf Weiteres ist das nicht möglich. Ulf Hansen: "Es tut uns wirklich sehr leid, aber für Touristen muss der Hafen vorerst geschlossen bleiben."(Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 13.3.2021)   

   

 

 

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