Hausboote für den Schulauer Hafen?

Der Messebau-Unternehmer Peter Preuss schlägt eine touristische Nutzung des Hafenbeckens vor

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So Könnte es im Schulauer Hafen einmal aussehen: Eine Flotille von Hausbooten sorgt für Belebung.
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So Könnte es im Schulauer Hafen einmal aussehen: Eine Flotille von Hausbooten sorgt für Belebung.
Die Boote wären das ganze Jahr über nutzbar.
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Die Boote wären das ganze Jahr über nutzbar.
Seit Jahren gute Erfahrungen mit Hausbooten: Peter Preuss.
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Seit Jahren gute Erfahrungen mit Hausbooten: Peter Preuss.

"Unternehmer" kommt von "unternehmen". Das heißt: agieren, statt reagieren. Weil das Stammgeschäft von Peter Preuss, der Messebau, derzeit wegen Corona am Boden liegt, steckt er seine Energie in andere Projekte. Er besitzt in Travemünde bereits zwei Hausboote, die beim Publikum bestens ankommen - jetzt möchte er diese Idee auch auf den Schulauer Hafen übertragen, der seit Jahren auf eine Nutzung wartet.

Unter dem Slogan "MyAnyPlace" hat er Wohneinheiten konzipiert, die als Hausboot, aber auch als Ferienhaus oder Schlichtunterkunft auf dem Land eingesetzt werden können. Die Wasser-Variante könnte im Schulauer Hafen Touristen mit einer ganz speziellen Ferienunterkunft begeistern. Die Politikerinnen und Politiker wissen Bescheid und müssen nun entscheiden.

"Wir brauchen nur einen Liegeplatz mit Anschluss für Strom und Frischwasser - und schon kann's losgehen", sagt er und freut sich ein bisschen wie ein kleiner Junge, dass er jetzt Zeit hat, diese Ideen voranzutreiben. Er ergänzt: "Abwasser werden in einer biologischen Anlage geklärt."

Etwa 15 mal 4,50 Meter misst ein Boot, es hat rund 50 Quadratmeter Nutzfläche, drei Zimmer und ein Bad plus Terrasse zum Sun-Downer genießen, während auf der Elbe die großen Pötte vorbeiziehen. Nach seinen überschlägigen Berechnungen passen etwa 20 Boote in den Hafen, für den die Stadt noch keinen Betreiber gefunden hat und der in den vergangenen Jahren nur beim Hafenfest und manchmal beim Segelunterricht des SVWS so richtig belebt war. Ein Konzept des Unternehmers Edmund Siemers, der die Wasserfläche in einen Traditionshafen verwandeln wollte, fand bei der Stadt nicht den gewünschten Anklang.

Doch Peter Preuss ist optimistisch, dass es ihm besser widerfährt. Seine Boote seien bestens geeignet: Nur 75 Zentimeter Tiefgang, 15 Tonnen Gewicht - das schaukelt bei Schwell und Tide höchstens sanft. Wackeln tut da nichts. Technisch sind sie auf aktuellem Stand und mit so guter Dämmung und Heizung ausgerüstet, dass sie das komplette Jahr über genutzt werden können. Sie kosten eine Summe im sechsstelligen Bereich, doch aus seinen Erfahrungen in Travemünde weiß Peter Preuss, dass sich dich Sache doch rechnet - egal, ob ein Privatunternehmen oder eine städtische Gesellschaft die Sache realisiert.

Und noch mehr Gutes könnte auf die Stadt zukommen. "Touristen geben für ihren Urlaub auch mal einen Euro mehr aus, um es sich gut gehen zu lassen. Für Restaurants und Geschäfte wären sie sicher eine willkommene Ergänzung." Ebenso als Ergänzung und nicht etwa als Konkurrenz sieht Peter Preuss seine Hausboote auch für die Hotelszene und insbesondere das in Bau befindliche Hotel am Hafen. "Da sind jede Menge Synergien drin - wir sind für jede Zusammenarbeit offen", sagt er.

Bauen will er die Boote auf seinem Firmengelände. Zumindest so lange Corona grassiert, haben seine hochqualifizierten Handwerker mit dem traditionellen Messebau zu wenig zu tun, sodass sie auf der „Preussschen Werft" Beschäftigung finden können.

Bei einer besonderen seiner Ideen lächelt Peter Preuss noch ein wenig strahlender: "Über WLAN könnte man beispielsweise die Ansagen vom Willkomm Höft in die Boote übertragen lassen. Maritimeres Urlauben und Wohnen geht ja wohl nun wirklich nicht!"

Die Ideen sind da - die städtischen Gremien werden sich mit der Gestaltung und Nutzung des Schulauer Hafens beschäftigen.(Jörg Frenzel, kommunikateam GmbH, 17.7.2020)

 

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