Philip Stockhusen ist Wedels neuer DLRG-Vorsitzender

Jahreshauptversammlung: Forderung nach mehr Schwimmunterricht und Ehrenvorsitz für Jochen Möller

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Der neue Vorsitzende und sein Vorgänger: Philip Stockhusen (links) erhielt von Jochen Möller das symbolische Steuerrad für den Verein. Foto: Jörg Frenzel
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Der neue Vorsitzende und sein Vorgänger: Philip Stockhusen (links) erhielt von Jochen Möller das symbolische Steuerrad für den Verein. Foto: Jörg Frenzel
Bürgermeister Niels Schmidt erläuterte die finanziellen Herausforderungen, denen sich die Stadt stellen muss - auch in punkto Schwimmbad.
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Bürgermeister Niels Schmidt erläuterte die finanziellen Herausforderungen, denen sich die Stadt stellen muss - auch in punkto Schwimmbad.
Stolz auf Leistung und das mit Recht - Gruppenbild der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit Vorsitzendem Philip Stockhusen. (rechts)
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Stolz auf Leistung und das mit Recht - Gruppenbild der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit Vorsitzendem Philip Stockhusen. (rechts)
DLRG-treu seit vielen Jahren, die langjährigen Mitglieder erhielten eine Dankes-Urkunde.
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DLRG-treu seit vielen Jahren, die langjährigen Mitglieder erhielten eine Dankes-Urkunde.

Mit dreineinhalb Stunden dauerte die jüngste Hauptversammlung der DLRG Wedel erheblich länger als üblich - und das hatte viele Gründe. Denn zum einen gab es beim ersten offenen Treffen nach der Corona-Pandemie reichlich zu besprechen, und zum anderen ging eine 22 Jahre währende Ära zuende. Jochen Möller, der langjährige Vorsitzende und Präsident des DLRG-Landesverbandes, trat bei den Vorstandswahlen nicht wieder an, sondern schlug für dieses Amt seinen Vize Philip Stockhusen vor, der im Saal der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule von den rund 80 anwesenden Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde.

Philip Stockhusen ist 27 Jahre alt, Teamleiter in einer Spedition und seit seiner Geburt Mitglied der Wasserretter. Schon sein Vater Johnny war mit Leib und Seele Wasserretter. Jochen Möller beschrieb seinen Nachfolger: "Bitte wählt ihn, er ist der Richtige, denn er hat die DLRG im Herzen."

Zuvor war es jedoch noch einmal an Möller, die Situation des Ortsvereins zu beschreiben und Ausblicke zu geben. Nicht nur die Mitglieder, sondern auch andere wichtige Gäste hörten ihm dabei zu. Bürgermeister Niels Schmidt gehörte dazu ebenso wie die Ratsmitglieder Heidi Garling (CDU), Renate Koschorrek (FDP), René Penz und Andreas Schnieber (WSI), Patrick Eichberger (Die Linke), DLRG-Landesvizepräsident Felix Hofmann, Haris Mahmood vom Polizeirevier Wedel, Karsten Niß, Leiter der BADEBUCHT, und Jan-Ulrich Bernhardt, Chef des langjährigen DLRG-Sponsors SECUMAR.

Wichtigster Punkt für den scheidenden Vorsitzenden war es dabei, auf die katastrophale Situation bei der Schwimmfähigkeit von Kindern hinzuweisen. Rund 60 Prozent aller Grundschul-Abgängerinnen und -Abgänger könnten nicht sicher schwimmen. Das seien landesweit rund 30.000. Schwimmkurse hätten aufgrund der Pandemie-Bedingungen mittlerweile eine zwei Jahre lange Warteliste. Die DLRG habe zwar zusammen mit dem TSV in der BADEBUCHT im Sommer 120 Kinder in Crash-Kursen für die "Seepferdchen"-Prüfung fit gemacht, doch der Nachholbedarf sei immer noch gewaltig. Jochen Möller erinnerte nochmals an den dringenden Wunsch, in der BADEBUCHT ein Lehrschwimmbecken zu bauen.

Bürgermeister Schmidt goss mit Blick auf die "beunruhigende" Finanzlage der Stadt Wasser in den Wein. Am Defizit der Stadt mit derzeit zehn Millionen Euro pro Jahr hätten die Zuschüsse fürs Schul- und Vereinsschwimmen in der BADEBUCHT in Höhe von rund zwei Millionen Euro einen erheblichen Anteil. "Mir ist in der Politik niemand bekannt, der das Bad schließen will. Aber so wie es bisher war, schaffen wir es in Zukunft nicht mehr. Ich bitte Sie, uns im Bemühen um mehr Wirtschaftlichkeit zu unterstützen", sagte Niels Schmidt. Ein "flacher Blumenstrauß" als Geschenk zum 85-jährigen Bestehen der DLRG-Wedel war dann aber doch noch drin.

Corona schlug nicht nur auf die Finanzen der Stadt durch, sondern auch auf die der Wasserretter, die das Jahr mit einem vierstelligen Minus abschlossen, unter anderem, weil keine Einnahmen für die Kurse zu verzeichnen waren. Trotzdem konnten der Wachbetrieb an der Elbe sowie die Rettungsdienst-Aktivitäten in vollem Umfang aufrecht erhalten werden. Möller: "Alle ehrenamtlichen Kräfte sind an Bord geblieben, und wir sind auf 522 Mitglieder gewachsen."

Bei den Vorstandswahlen bestimmten die Mitglieder Dirk Schnoor zum technischen Leiter Ausbildung, Florian Rater zu seinem Stellvertreter, Michael Sülhing zum technischen Leiter Einsatz und Jannik Wahl zu dessen Stellvertreter. Ulrike Weihofen wurde zur Vereinsärztin gewählt.

Und Jochen Möller ist jetzt Ehrenvorsitzender! Der Verein bedankte sich damit bei ihm für sein jahrzehntelanges Engagement als "Ausbilder, Rettungskraft, Bootsführer, Vorbild, Freund, Trauzeuge und manchmal Kindergärtner", würdigte Philip Stockhusen. Mit feuchten Augen nahm Jochen Möller die Urkunde entgegen. Für seine Bilanz hat er wedel.de ein exklusives Interview gegeben, das morgen online geht.

Traditionell standen zudem Ehrungen für langjährige sowie besonders einsatzfreudige Mitglieder an. Für Treue zum Verein wurden ausgezeichnet: Alexandra Petersen, Laura Petersen, Nele Hansen, Luis Frederik Kärker, Jonas Risch, Jona-Davis Schulz-Oster, Felix Beyer, Bernd Dettling, Frederik Elsen, Sören Militzer, Friedrich Tiller, Tim Straube, Paul Sieben, Jörn Schepler, Felix Fröhlich, Julian Thomßen (10 Jahre), Horst David, Jens Pohlmann, Philip Stockhusen, Björn Künzel (25 Jahre), Kirsten Karschau, Volker Warnholz, Johannes Maas, Sven Ruhland (40 Jahre), Dagmar Fechner-Ceppi, Martina Bewersdorff, Hartmut Eller, Jan Möller (50 Jahre) sowie Anke Schnooor (70 Jahre).

Für ihre Leistungen auf unterschiedlichsten Gebieten von der Schwimmausbildung bis zur Wasserrettung  gingen Verdienstabzeichen an: Britta Lüchau, Beeke Frenzel, Oliver Körner (Bronze), Stefanie Timmermann, Sebastian Schenk, Christian Schwannecke (Silber), Sven Uhrig, Christoph Panitz, Jens Pohlmann (Gold) sowie Jochen Möller (Gold mit Brillant)

Im Anschluss an die Mammut-Sitzung lockte eine Spanferkel-Stärkung. In ganz kleinem Rahmen beging der Verein mit seinen Gästen das 85-jährige Bestehen - und die Gäste beteiligten sich gern mit Schein-Spenden an dem Festmahl. (Jörg Frenzel, kommunikateam GmbH, 18.10.2021)

 

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