Viel Licht und ein bisschen Dämmerung bei der DLRG

Wedeler Gliederung der Lebensretter wächst - aber mehr Vertantwortungsträger werden benötigt

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Vorsitzender Jochen Möller muss Personallöcher stopfen.
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Ehre, wem Ehre gebührt: Die langjährigen Mitglieder vereint mit den für besonderes Engagement ausgezeichneten Personen.

Eigentlich kann die Wedeler DLRG hochzufrieden sein: 77 Mal haben die Aktiven allein auf der Elbe im Einsatz Menschenleben gerettet und Sachwerte geschützt. Im Rettungseinsatz, Katastrophenschutz und bei der Ausbildung agieren die Wedeler DLRG-Schwimmerinnen und Schwimmer professionell. Die Anzahl der Mitgliederm ist im vorigen Jahr um sage und schreibe 13 Prozent gewachsen. Unter den nun 475 Mitgliedern ist so ziemlich jedes Fachwissen vertreten. Und doch schüttete Jochen Möller, Vorsitzender der Wedeler DLRG, bei der Jahreshauptversammlung etwas Wasser in den Wein: "Es müssen mehr Leute Verantwortung übernehmen."

Möller ist hochzufrieden mit dem Engagement und dem Fachwissen "seiner" Truppe. Mehrfach bedankte er sich, jedoch gehörte zu seinem Bericht auch der Hinweis auf gesuchte Führungspersönlichkeiten. Das hat auch einen ganz konkreten Hintergrund: Jochen Möller wurde zum Präsidenten des Landesverbandes Schleswig-Holstein gewählt. Ein Jahr "Galgenfrist" haben die Wedeler, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, denn neben dem Beruf funktioniert eine DLRG-Doppelbelastung nun wirklich nicht mehr.

Mehr noch: Bei den Vorstandswahlen blieben einige Posten vakant. Schatzmeister, Geschäftsführer und Vereinsarzt konnten nicht gewählt werden. Aber komplett führungslos in Gelddingen sind die DLRGler natürlich nicht: Dieter Lachmann ist stellvertretender Schatzmeister. Bestätigt wurde Dirk Schnoor als Technischer Leiter Ausbildung.

Erschwerend kommt sicherlich die Tatsache hinzu, dass die DLRG in diesem Jahr einiges investieren und dafür Geld auftreiben muss. Ein alte Geländewagen, der als Führungsfahrzeug genutzt wurde, hat nun endgültig seinen Geist aufgegeben. Rund 45.000 Euro werden für einen Nachfolger benötigt - erst 15.000 sind gesichert. Jede Spende ist hochwillkommen!

Dass die DLRG selten so wichtig war wie heute, ist der Tatsache geschuldet, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen. Kommunen schließen Bäder, Bildungspolitiker und viele Lehrer setzen andere Schwerpunkte - die Konsequenz ist nach den Worten des Vorsitzenden Möller:  "Nur noch die Hälfte aller Kinder im Grundschulalter können schwimmen." Die Wedeler steuern mit Schwimmkursen nach Kräften dagegen.

Schwimmkurse, Rettungsdienst mit Besetzung der Wache am Strandbad, Ausbildung von Nachwuchs-Kräften im "Jugendeinsatzteam" (JET) - das alles machen die Mitglieder der DLRG ehrenamtlich. Dafür ist zumindest ein kräftiges Dankeschön fällig, das auf der Hauptversammlung von Bürgermeister Niels Schmidt ausgesprochen wurde. "Die DLRG ist ein verlässlicher Partner - und auch die Stadt tut alles, damit Sie sich auf sie verlassen können." Ausgezeichnet wurden: Martina Efstahiadis, Beeke Frenzel, Isabel Schmidt, Alicia Dunker, Emely Buhlmann, Christoph Kurzeja, Niklas Bachmann, Paul Pohlmann, Marcel Stockfleth, Ben Buhlmann, Jan Philipp Stanischewski und Nils Hansen (zehn Jahre Mitglied), Antje Hussey (40 Jahre), Gundula Lill (60 Jahre) sowie Hans Peter Brunckhorst und Udo Waßmann (65 Jahre). Verdienstabzeichen für außergewöhnlichen Arbeitseinsatz über die Jahre hinweg erhielten: Tim Straube und Philip Stockhusen (Bronze), Christiane Dunker und Bastian Röckendorf (Silber) sowie Oliver Kusber und Hans-Joachim Batz (Gold).

Ab sofort ist auch die Wache am Strandbad wieder geöffnet. Hier beziehen die Retterinnen und Retter jeweils am Wochenende Position, um Wassersportlern auf der Elbe notfalls beizustehen oder auch den Besuchern im Strandbad zu helfen. Wer mehr über die Arbeit der DLRG wissen möchte, spricht dann das Wach-Team einfach oder informiert sich auf der Internetseite. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 2.5. 2017)

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