Abschied vom Elb-Sommer

Im Hamburger Yachthafen hat die herbstliche Kran-Saison begonnen

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Käptn Fritz Schmidtke und seine erste Offizierin und Ehefrau Waltraut haben "Lorbas" gut aus dem Wasser geholt - vielleicht zum letzten Mal.
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Käptn Fritz Schmidtke und seine erste Offizierin und Ehefrau Waltraut haben "Lorbas" gut aus dem Wasser geholt - vielleicht zum letzten Mal.
Im Hamburger Yachthafen können Schiffe fliegen und...
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Im Hamburger Yachthafen können Schiffe fliegen und...
...diese Teufelskerle machen's möglich: Marco Nagel von links), Sven Nagel,  Holger Petersen, Adam Mikolajczyk und Kay Sörensen.
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...diese Teufelskerle machen's möglich: Marco Hagen (von links), Sven Nagel, Holger Petersen, Adam Mikolajczyk und Kay Sörensen.
Sauber ins Winterlager: Dampfstahlen gegen den Elbschlick.
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Sauber ins Winterlager: Dampfstrahlen gegen den Elbschlick.
Nicole Sommerberg sorgt für Stärkung.
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Nicole Sommerberg sorgt für Stärkung.
Die Vorbereitungen für die Winterarbeiten laufen. Das Peilschiff prüfte schon, wo sich wieder besonders viel Elbschlick angesammelt hat.
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Die Vorbereitungen für die Winterarbeiten laufen. Das Peilschiff prüfte schon, wo sich wieder besonders viel Elbschlick angesammelt hat.

"'N büschen Hamburg." - "'n Lütten Haseldorf." Mit derart kryptischen Begriffen tauschen sich derzeit wieder fünf kernige Kerle aus, die bei Wind und Wetter am Kran des Hamburger Yachthafen stehen. Was Kay Sörensen, Marco Hagen und Sven Nagel , Holger Petersen sowie Adam Mikolajczyk mit derart mysteriösen Äußerungen meinen, wird später verraten. Wichtig ist erst einmal nur: Sie haben die Lage im Griff, wenn es ums Herausholen der Boote fürs Winterlager geht. Denn der Elb-Sommer neigt sich seinem Ende entgegen.

Zwar steht noch die eine oder andere kleine Regatta an, doch die Tage werden frischer und nasser, sodass es auf dem Fluss schon mal ungemütlicher werden kann. Sicher, die jüngere Generation und Wettfahrt-Freaks scheren sich wenig um die Temperaturen. Es gibt sogar ganz spezielle Gestalten, die ihre Boote den ganzen Winter über im Wasser lassen und sich einen Spaß draus machen, Silvester unter Spinnaker Richtung Blankenese zu segeln, um dort einen Glühwein zu trinken. Aber die sind eindeutig in der Minderheit.

Etwa 25 Schiffe pro Tag hebt das Hafenmeister-Team mit dem soliden Kran aus der Produktion der VEB Baumechanisierung Barleben der untergegangenen DDR aus dem Hafenbecken auf Gestelle oder Trailer. Noch bis Mitte November wird das so weitergehen. Die Boote werden in den Hallen oder auf den Freiflächen eingelagert, falls die Schipper oder Schipperinnen nicht ein privates Plätzchen für sie haben.

So passiert es auch beispielsweise mit der "Lorbas" von Fritz und Waltraut Schmidtke aus Pinneberg. Für die beiden könnte es nach gut 60 Jahren das letzte Mal gewesen sein, dass sie ihr Stahlschiff aus dem Wasser holen lassen. Sie möchten es eigentlich in gute Hände abgeben, denn das Alter macht sich bemerkbar, und die Kinder haben andere Hobbys. "Ich bin ja schon 87, und Waltraut ist 84. Wir sind nicht mehr die Jüngsten", sagt der Kapitän. Gewiss, man habe wunderschöne Stunden auf der Elbe verlebt und Sonne, Wind und Wellen genossen, aber es werde nun einfach zu viel. Wer vielleicht Interesse hat, "Lorbas" eine Zukunft zu bieten, melde sich einfach im Yachthafen-Büro.

Auch Jochen Brunnstein möchte sich verkleinern und seinen 48-Fuß-Schatz "Arethusa" verkaufen. Kinder sind aus dem Haus - jetzt soll wieder Jolle gesegelt werden. Die Chancen, dass die Beiden Interessenten finden, stehen gar nicht mal so schlecht. Denn wegen Corona ist der Trend für Urlaub auf dem Wasser noch einmal verstärkt worden, weiß HYG-Geschäftsführer Ulf Hansen. "Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen." Natürlich gibt es immer was zu tun, der Hafen muss attraktiv und das Becken "auf Tiefe gehalten" werden. Deshalb war schon das Peilschiff im Einsatz, das die Vorarbeiten für den Bagger erledigt.

Eine Attraktion übrigens ist mit "Seabully" hinzugekommen. So heißt der kleine Shop von Nicole Sommerberg mit allerlei maritimen Kleidungsstücken und Accessoires. Auch belegte Brötchen, Kaffee und Kuchen, demnächst heiße Suppe und ab Dezember Glühwein präsentiert sie allen, die im Hafen an ihren Schiffen arbeiten und dafür eine kleine Stärkung brauchen - oder die auf einem Spaziergang mal vorbeischauen. Es ist für die Wassersportlerinnen und -sportler eine Ergänzung zu den Dienstleistungen der vielen anderen Unternehmen rund um den Yachthafen, die für die Schiffseignerinnen und -eigner tätig sind. Der Winter kann also kommen.

Halt, noch nicht ganz, denn für alle Landratten muss ja noch das Geheimnis von Hamburg und Haseldorf gelüftet werden. Also, mit diesen Worten teilen die Hafenmeister dem Kranführer mit, in welche Richtung er den Kran fahren muss, damit das Boot sauber im Gestell hängt. Links-rechts ist hier verwirrend, weil man ja von beiden Seiten gucken kann. Klarer ist:  Etwas weiter nach Osten - Richtung Hamburg - oder nach Westen - Richtung Haseldorf. Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH,22.9.2021)

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