Die Evakuierung Helgolands und die Flucht nach Wedel

Wedel ist am Mittwoch, 20. April, Station für die Veranstaltungsreihe "Helgoländer Geschichte(n) - eine Insel im Wandel 2022". Stadtarchivarin Anke Rannegger erzählt über Vorgeschichte und Folgen der Bombardements im und nach dem Zweiten Weltkrieg

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Schwarz-weißer Blick vom Nordstrand der Düne mit einigen Badegästen im Vordergrund auf Helgoland.
Ende der 20er-, Anfang 30er-Jahre: Blick von der Düne auf die Hauptinsel, der Fotograf ist höchstwahrscheinlich der Maler Richard Hünten. Foto: Stadtarchiv Wedel

Bereits während des Ersten Weltkrieges war Wedel ein Zufluchtsort für Helgoländerinnen verlassen mussten. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte der Wedeler Bürgermeister Georg Jessen, Schwiegersohn des legendären Helgoländer Fotografen Franz Schensky, für die Unterbringung von Helgoländer Hab und Gut. Die Insel Helgoland war nahezu vollständig durch Bombardierungen zerstört worden und dadurch unbewohnbar. Die gesamte Bevölkerung der Insel wurde 1945 evakuiert. Viele Bewohnerinnen und Bewohner landeten auf dem Festland des Kreises Pinneberg.

Die folgenden Jahre brachten Helgoland weiteren Bombenhagel, denn nach Kriegsende diente die Insel der britischen Royal Airforce als Übungsplatz für Bombenabwürfe und Sprengungen. Die bislang größte nicht-nukleare Sprengung, der sogenannte Big Bang im Jahr 1947, zerstörte große Teile des Südens von Helgoland. Erst am 1. März 1952 wurde die Insel durch die Briten für eine Wiederbesiedlung freigegeben.

Viele Helgoländer nutzten diese Gelegenheit, um in die Heimat zurückzukehren. Einige blieben auch auf dem Festland. Sie hatten hier ein neues Zuhause gefunden. Weitere Verbindungen wird Anke Rannegger, die Leiterin des Wedeler Stadtarchivs, in ihrem Vortrag am Mittwoch, 20. April, von 19 Uhr an im Ratssaal des Rathaus Wedel entwirren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Bitte tragen Sie eine zertifizierte Maske.

„Anke Rannegger führt uns eine schwere und dunkle Zeit in der Helgoländer Geschichte vor Augen“, sagen die beiden Initiatoren der Veranstaltungsreihe, Rainer Adomat, 1. Vorsitzender des Heimatverbandes für den Kreis Pinneberg, und Edelgard Heim, Leiterin des Elbmarschenhauses, „aber auch die Hoffnung, Freundlichkeit und Solidarität werden Themen sein.“

Dieser Vortrag ist Teil der umfassenden Veranstaltungsreihe anlässlich des Helgoländer Jubiläums- und Gedenkjahres 2022. Das vollständige Programm der „Helgoländer Geschichte(n) - eine Insel im Wandel“ findet sich auf der Homepage des Elbmarschenhauses.

Zum Hintergrund der Veranstalter:
Die Integrierte Station Unterelbe (ISU) in Haseldorf, auch „Elbmarschenhaus“ genannt, wurde 2006 eröffnet. Der Geist des Hauses besteht in der Zusammenarbeit von Naturschutz, Tourismus und Landnutzung. Im Haus vertreten sind das Land Schleswig-Holstein, der NABU Schleswig-Holstein e.V., Tourismus-Vereine (Tourismus in Marsch und Geest, Holstein Tourismus) sowie die örtliche Jägerschaft. Leiterin Elbmarschenhaus Edelgard Heim; E-Mail.

Der Heimatverband für den Kreis Pinneberg möchte das Wissen um regionale Geschichte, historische Besonderheiten und gewachsene Schätze von Natur und Kultur bewahren und für deren Erhalt und behutsame Veränderung werben. Damit soll die Identifikation der Bürger und Bürgerinnen mit der Region wachsen und zu bürgerschaftlichem Engagement ermuntert werden. Eine Hauptaufgabe des Heimatverbands ist die ehrenamtliche Herausgabe des Heimatkundlichen Jahrbuches für den Kreis Pinneberg, das seit 1967 regelmäßig erscheint. Außerdem verfolgt der Heimatverband seine Ziele durch Vortragsveranstaltungen und Exkursionen und bezieht in seinen Themenfeldern auch öffentlich Stellung.
Vorsitzender Rainer Adomat; E-Mail

Letzte Änderung: 14.04.2022

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