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Guten Appetit auf Würmer und Heuschrecken

Passend zum „Dschungelcamp“ im TV serviert das „Mühlenstein“ Gerichte mit Insekten

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Mal was anderes: frischer Salat mit Würmern und Heuschrecke.
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Mal was anderes: frischer Salat mit Würmern und Heuschrecke., Mal was anderes: frischer Salat mit Würmern und Heuschrecke.
Gastronom Marcus Fürstenberg und die Zutaten: eigens fürs Verspeisen gezüchtete Insekten.
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Gastronom Marcus Fürstenberg und die Zutaten: eigens fürs Verspeisen gezüchtete Insekten., Gastronom Marcus Fürstenberg und…

Zugegeben: Der Durchschnitts-Mitteleuropäer hat noch so seine Vorbehalte, aber aufgeschlossene Asien-Urlauber wissen es längst, dass man Insekten durchaus essen kann. Wer Appetit auf Heuschrecken hat, muss derzeit nicht mehr zu den Garküchen in Bangkok reisen, ein Besuch im „Mühlenstein“ tut es auch. Während der Zeit der trashigen aber in weiten Kreisen durchaus beliebten TV-Show „Dschungelcamp“  sind in dem Restaurant auch Gerichte mit Heuschrecken und Mehlwürmern zu bekommen. „Natürlich mit ganz besonderen, speziell zugelassenen Tieren. Es ist kein Ungeziefer, sondern es sind Extra-Züchtungen“, sagt Gastronom Marcus Fürstenberg.

Im „Dschungelcamp“ müssen die (meist abgehalfterten) Promis oft sehr ausgefallene Mahlzeiten zu sich nehmen – im „Mühlenstein“ gibt s natürlich keinen Zwang  den Bürger oder das Chili gegen „Flammkuchen + Extras“, das heiß zusätzlich zu gehackten Pepperonis, Tomaten und Koriander auch noch garniert mit Mehl- und Buffalowürmern und zwei großen Heuschrecken zu bestellen.  Oder frischen gemischten Salat mit Sternfrucht, gebratenen Buffalo- und Mehlwürmern, serviert mit Feigensenfdressing oder Dip nach Wahl.

Aber für Marcus Fürstenberg ist die Sache mehr als ein PR-Gag. Er sieht den derzeitigen Lebensmittelkonsum ganz rational mit der Tatsache, dass die konventionelle Fleischproduktion mit riesigen Mastbetrieben hier oder in der dritten Welt zu ethischen und Umwelt-Problemen führt. „Wenn alle Menschen auf der Erde so viel Fleisch essen würden, wie wir in Europa, dann hält das der Planet nicht aus“, sagt er. Man müsse sich also Gedanken machen, wie Menschen künftiger Generationen satt werden. Und wer nicht nur Veganer sein will, sondern auf tierische Proteine nicht verzichten möchte, der bekommt mit den Insekten eine Alternative geboten. Der Gastronom sagt: „Sie gelten in vielen Ländern als Delikatesse und sind dort Teil des täglichen Speiseplans. Sie sind nahrhaft und gesund, enthalten Proteine, Mineralstoffe und verschiedene Vitamine.“

Dabei handelt es sich nicht um die gemeine Schabe aus der verdreckten Garage, sondern um Züchtungen aus speziellen behördlich überwachten Betrieben. Die Tiere kommen besonders abgepackt an, werden auch in extra abgeschlossenen Behältern aufbewahrt und mit eigenem Kochgeschirr zubereitet, kurz in Fett geschwenkt und gebraten. Die strikte Trennung ist schon wichtig, damit nicht plötzlich einer der Würmer aus Versehen auf einem normalen Salat wiederzufinden ist…

Der Aufwand ist groß, deshalb hat das Essens-Experiment auch seinen Preis.  Buffalowürmer, Mehlwürmer und drei Heuschrecken serviert mit Feigensenfdip und Brot oder Dip nach Wahl kosten beispielsweise 13,40 Euro. Dessert gibt es übrigens auch: Insektenschokomousse mit Mascarpone für 8,40 Euro. Das soll ganz gut harmonieren, denn die Insekten haben einen leicht nussigen Geschmack, der prima zu Schoko passt.

Letztendlich ist es bestimmt nur eine Frage von Kultur, Religion und Sozialisation, was man verspeist. Belege: Moslems und Juden ist Schweinefleisch zuwider – während viele, viele abendländisch geprägte Menschen bei Currywurst oder knuspriger Schweinshaxe ins Schwärmen geraten. Schon bei „Austern ja oder nein“ scheiden sich manche Geister. Also, warum nicht mal Wurm? (Jörg frenzel/kommunikateam GmbH, 21.1.2019)

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