Hartmut Thierfelder und die Bären vom Kurilensee

Wedeler Naturfilmer brachte prächtige Aufnahmen aus Kamtschatka mit.

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Sie faszinieren Hartmut Thierfelder immer wieder: mächtig-majestätische Bären.
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Sie faszinieren Hartmut Thierfelder immer wieder: mächtig-majestätische Bären., Sie faszinieren Hartmut Thierfelder immer…
Etwas rustikal, aber zuverlässig: Mit einem Helikopter reiste die Filmgruppe um den Wedeler an.
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Etwas rustikal, aber zuverlässig: Mit einem Helikopter reiste die Filmgruppe um den Wedeler an., Etwas rustikal, aber…
Mahlzeit! Auch die kleinen "Teddys" haben Hunger - und lassen sich von Mama säugen.
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Mahlzeit! Auch die kleinen "Teddys" haben Hunger - und lassen sich von Mama säugen., Mahlzeit! Auch die kleinen "Teddys"…
Auf Tuchfühlung: Nicht mal einen Katzensprung vom Filmer Thierfelder entfernt stapften die Tiere durchs Wasser.
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Auf Tuchfühlung: Nicht mal einen Katzensprung vom Filmer Thierfelder entfernt stapften die Tiere durchs Wasser., Auf…
Bitte recht freundlich! Portrait-Bild einer Bärenmutter.
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Bitte recht freundlich! Portrait-Bild einer Bärenmutter., Bitte recht freundlich! Portrait-Bild einer Bärenmutter.
Auf der Lauer: Hartmut Thierfelder im Wetterschutz gemeinsam mit dem bewaffneten Ranger - es bleibt ungewiss, ob seine Gummikugeln im Ernstfall geholfen hätten...
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Auf der Lauer: Hartmut Thierfelder im Wetterschutz gemeinsam mit dem bewaffneten Ranger - es bleibt ungewiss, ob seine…

Im Urlaub an irgendeinem Strand in der Sonne zu brutzeln und auf den nächsten lemming-mäßigen Gang zum all-inklusive-Bufett zu warten, ist nicht die Art Urlaub, mit der Hartmut Thierfelder zu begeistern ist. Wenn er freie Tage hat, butschert er zumeist mit Ehefrau Marlies um die Welt, um bevorzugterweise in kühleren Regionen seine atemberaubenden Naturfilme zu drehen. Sie führt er dann auch vor möglichst großem Publikum vor, um mit den Eintrittsgeldern WeKi, die Initiative für Mahlzeiten für bedürftige Kinder zu unterstützen. Sein jüngster Trip führte Hartmut Thierfelder einmal mehr zu den Bären - jedoch in eine Ecke, in die auch Natur-Touristen nicht so ohne Weiteres gelangen: auf die Halbinsel Kamschatka in Sibirien.

"Erst seit 1990 ist die Halbinsel, die etwas größer als Deutschland ist, für Touristen zugänglich. Über 50 Jahre lang war sie militärisches Sperrgebiet. Durch die jahrzehntelange Abgeschiedenheit konnte Kamtschatka seine außergewöhnliche Natur bewahren!", berichtete Hartmut Thierfelder, "dazu zählt der Juzno-Kamčatskij-Naturpark mit dem sagenumwobenen Kurilensee. Es ist die Perle Kamtschatkas!" Das Wasser in dem eingebrochenen Vulkankrater ist teils mehr als 300 Meter tief. "Außerdem ist der See mit seinem klaren und kalten Flachwasser für seinen Reichtum an Lachsen und die weltweit größte Braunbären-Population bekannt."

Gemeinsam mit sieben anderen Fotografen und Film-Fans aus Italien, Frankreich, der Schweiz und den USA machte sich Hartmut Thierfelder per Hubschrauber in das Reich der Bären auf." Ein alter und schon etwas klappriger russischer Helikopter MI 8 hat uns in einer guten Stunde Flugzeit von der Hauptstadt Petropawlowsk über die gigantischen Vulkankrater zum Camp Istok gebracht. Es befindet sich direkt am Ausfluss des Osernaja-Flusses, durch den der See in das Ochotskische Meer entwässert. Über ihn ziehen jedes Jahr mehrere Millionen Lachse in den den Kurilen-See, um dort abzulaichen", erzählte er.

Genau dann schlägt die Stunde der Kamschatka-Braunbären: das große Fressen beginnt! Von einer Sandbank aus entstehen einmalige Aufnahmen. "Der Kurilensee ist wahrscheinlich einzigartig auf der Welt: der einzige Ort, an dem Menschen mit den Kameras im Anschlag direkt auf wilde Bären zulaufen  statt davonzurennen. Denn es sind keine hungrigen Bären, wie man sie in aller Welt als grummelig, gräulich und mörderisch kennt. Diese hier sind pappsatt – voll frischem Fisch."

Bis auf fünf Meter kommen die Kolosse an die Menschen heran - aber Gefahr besteht trotzdem nicht. "Unser bewaffneter Ranger reagierte völlig gelassen und setzte sich ruhig auf einen Stuhl", erläuterte der Filmer. Mehrere Tage lang ging es immer wieder ans Wasser. "Mehrere Dutzend Bären waren immer in unserer unmittelbaren Umgebung und liefen manchmal in nur drei Metern Entfernung vor uns vorbei. Außer eines kurzen Blickes sind sie aber nur an den Lachsen interessiert. Pausenlos wird einer nach dem anderen von ihnen gefangen und verzehrt. Bis zu 50 Kilo Lachs holt ein ausgewachsener Bär pro Tag aus dem See."

Hartmut Thierfelder erlebte Wunderbares, was er sein Leben nicht mehr vergessen wird. "Ab und zu legten sich die Weibchen direkt neben uns auf den Rücken und begannen ihren Nachwuchs zu säugen. Wir hatten den Eindruck, dass sie sogar unsere Nähe gesucht haben. Hier bei uns fühlten sie sich vielleicht sicherer, ihre Kleinen vor den großen Bärenmännchen zu beschützen", berichtete er. Denn sehr häufig töten die Männchen den Nachwuchs einer Bärin, um sich dann schneller wieder paaren zu können.

Wann seine Film-Gemeinde diese fantastischen Eindrücke nacherleben kann, steht noch nicht fest. Der Film ist noch nicht fertig geschnitten.  Aber einen bewegten Eindruck kann man sich auf Youtube verschaffen. Hier ist ein Vorschau-Film zu sehen.  (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 4.11.2017)

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