Jetzt Nistkästen bauen und aufhängen

NABU: Nistkästen sind nicht nur Bruthilfen, sondern auch Kälteschutz.

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Gemütlich! Eimn Nistkasten erleichtert Vögeln den Winter. Foto: Priemer/Nabu
Gemütlich! Eimn Nistkasten erleichtert Vögeln den Winter. Foto: Priemer/Nabu

Die dunkle Jahreszeit mit ihren langen Abenden ist ein guter Zeitpunkt, um gemeinsam mit Kindern Vogelkästen zu zimmern und im Garten oder auf dem Balkon aufzuhängen. Das ist nicht nur ein tolles Heimwerker-Projekt, sondern unterstützt auch die heimische Vogelwelt, denn viele Vögel, die die kalte Jahreszeit bei uns verbringen, suchen in kalten Herbst- und Winternächten Schutz in den künstlichen Nisthilfen. “Nistkästen bieten Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren in eiskalten Nächten einen schützenden Unterschlupf”, erklärt Marco Sommerfeld, Leiter der Vogelschutzstation des Nabu in der Wedeler Marsch.

Da Vögel mit für Menschen fiebrigen 39 und 42 Grad ständig eine höhere Körpertemperatur als Säugetiere halten müssen, verbrennen sie in der kalten Jahreszeit viel Körperfett. Dadurch verlieren sie schnell an Gewicht und sind oft geschwächt. “Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen da zum Verhängnis werden”, so der Vogelexperte. Der Sperling baue deshalb regelrechte Winternester, in die er sich bei Frost einkuschele. Von Zaunkönigen wisse man, dass sie sich im Winter gegenseitig in Nistkästen wärmen. Ob Meisen, Rotschwänze und Stare oder auch Eichhörnchen, Schmetterlinge und Marienkäfer – manchmal schätzen selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis eine warme Schlafstube. Daher: “Wenn Nistkästen bereits jetzt angebracht werden, nutzen die Tiere sie als wärmende Schlafplätze und machen sich schon mal vertraut mit ihrem möglichen Nistplatz für die Brutzeit”, so Sommerfeld. "Hobbyhandwerkerinnen und -handwerker können jetzt also richtig loslegen und mit neuen Nistkästen der Vogelwelt etwas Gutes tun.“

Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg, verweist außerdem noch auf die Artenschutzbestimmungen der Stadt Hamburg, die auch mit Blick auf die Gebäudebrüter wichtig sind: „In Hamburg wird viel gebaut und saniert. Dadurch geht eine große Zahl an Nistplätzen von Gebäudebrütern verloren. Ein gutes Beispiel ist der Star, der eigentlich ein Allerweltsvogel ist, in Hamburg aber deutliche Bestandseinbrüche hat. Es ist dem NABU daher ein großes Anliegen, öffentliche und private Bauherren und Immobilieneigentümer*innen dafür zu sensibilisieren, dass der Artenschutz am Gebäude bei jedem Bauprojekt mitgedacht werden muss.“

Bauanleitungen für Holznistkästen sowie weitere Naturtipps stellt der NABU zur Verfügung unter www.NABU-Hamburg.de/corona-naturtipps. (Nabu/24.11.2020)

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