Kiebitz und Co. im Wedeler Autal

Vogelart wird immer seltener. Wedeler Bestände geben Hoffnung.

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Der Regionalpark Wedeler Au hofft, dass die Kiebitze auch im kommenden Jahr wieder an der Wedeler Au zu Gast sein werden.  Foto: NABU/M. Möllenkamp
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Der Regionalpark Wedeler Au hofft, dass die Kiebitze auch im kommenden Jahr wieder an der Wedeler Au zu Gast sein werden. Foto: NABU/M. Möllenkamp
Kiebitze ziehen derzeit ihren Nachwuchs an der Wedeler Au auf.  Foto: NABU/A. Wiermann
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Kiebitze ziehen derzeit ihren Nachwuchs an der Wedeler Au auf. Foto: NABU/A. Wiermann

Innerhalb des Wedeler Autals schlängelt sich die Wedeler Au von der Hamburger Landesgrenze aus bis zum Mühlenteich überwiegend durch breite, offene Wiesenlandschaften. Hinter dem Stauwehr des Mühlenteiches verläuft die Wedeler Au dann als Tidegewässer durch die Marsch und mündet schließlich in der Elbe.

Seit 2007 gehört der schleswig-holsteinische Abschnitt der Wedeler Au mit den angrenzenden Flächen zum FFH-Gebiet Elbästuar. FFH steht hier für Fauna-Flora-Habitat und basiert auf einer EU-Richtlinie, dessen Ziel es ist, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen.

Schon aus der S-Bahn heraus können im Wedeler Autal Weidetiere wie Galloway- und Angus-Rinder, Pferde und Schafe gesehen werden. Aber neben unzähligen, teils seltenen und geschützten Wiesenpflanzen zeichnen auch die wild lebenden Tiere das Autal als besonders wertvollen Lebensraum aus. Neben mehreren Gänsefamilien sieht der aufmerksame Radfahrer und Fußgänger von den das Autal umgebenden Wegen aus auch ohne Fernglas viele Fasanenpaare, Hasen, Rehe und verschieden Vogelarten. In den letzten Wochen konnte der aufmerksame Beobachter auch eine Vogelart beobachten, die früher weit verbreitet war, in den letzten Jahren jedoch einen deutlichen Rückgang verzeichnete: der Kiebitz.

Sein typischer Balzruf, sein auffälliges Verhalten sowie seine markante Federholle war einst den meisten bekannt, der Kiebitz gilt noch immer als ein Sympathieträger. Durch die Trockenlegung von Feuchtwiesen und Intensivierung der Landwirtshaft sind die Bestände des Kiebitzes jedoch zum Teil dramatisch zurückgegangen. Der Kiebitz ist als Bodenbrüter auf weiträumig offene Flächen mit niedriger Vegetation angewiesen. Im Wedeler Autal findet der Kiebitz einige Bereiche, auf denen die Vegetation kurzgehalten wird und die insbesondere im Frühjahr sehr feucht sind. Hier haben sich in diesem Jahr fünf Brutpaare niedergelassen. Für vier Brutpaare wurde bereits der Bruterfolg mit jeweils mehreren Jungen von Ornithologen bestätigt.

Die diesjährigen Jungtiere und ihre Eltern können noch bis ungefähr Ende Juni vom Auweidenweg zwischen dem Bahnhof und der Straße Autal beobachtet werden. Die jungen Kiebitze sind Nestflüchter, d.h. sie verlassen ihr Nest kurz nachdem sie geschlüpft sind. Nach etwa vier Wochen sind die Jungvögel dann flugfähig und kurz darauf selbstständig. Der erwachsene Kiebitz ist etwa taubengroß mit schwarz-weißem Gefieder und Federholle auf dem Kopf. Er fliegt auffällige Manöver und wird dabei leicht durch die breiten gerundeten Flügel erkannt.

Kiebitze sind äußerst standorttreu und kehren gerne jedes Jahr zur bekannten Brutstätte zurück. Die Stadt Wedel wird die Flächen im Autal weiter pflegen und somit besteht die Hoffnung, dass auch im nächsten Jahr im Wedeler Autal Kiebitze brüten werden!

Auch Marco Sommerfeld, Leiter der „NABU Vogelstation“ ist begeistert, dass sich dieses Jahr fünf Kiebitzpaare mit Bruterfolg auf einer Fläche im Wedeler Autal angesiedelt haben. In der Wedeler Marsch (1000 ha) waren es nach ersten Einschätzungen dieses Jahr leider nur ca. 25 Paare und damit wesentlich weniger als in den Jahren zuvor.“

Der Zeitraum, in dem Tiere ihren Nachwuchs bekommen, wird als Brut- und Setzzeit bezeichnet und dauert jährlich vom 01. April bis 15. Juli. In dieser Zeit ist der Artenschutz ganz besonders zu beachten, damit die Tiere in ihrer Reproduktion nicht gestört und behindert werden.


Hintergrund:

Ganzjährig bitten der Regionalpark Wedeler Au e.V. und die Stadt Wedel in der offenen Landschaft um umsichtiges Verhalten:

  • Bleiben Sie auf den Wegen
  • Leinen Sie Ihren Hund an
  • Nehmen Sie Ihren Müll mit
  • Stören Sie die Tiere nicht
  • Unterlassen Sie das Pflücken von Blumen sowie das Sammeln von Pilzen

Über den Regionalpark Wedeler Au e.V. ist neben der beliebten Radroutenkarte auch eine Detailkarte „Autal und Marsch“ mit interessanten Hintergrundinformationen verfügbar. Zudem bietet die App „Entdeckerrouten“ eine GPS-geführte Tour, bei der an 12 Stationen entlang der Wedeler Au spannende Informationen zu Natur und Geschichte zu erfahren sind!
 

Text: Andrea Keller (Regionalpark Wedeler Au) und Nicole Göttsche (Stadtplanung/Umwelt Stadt Wedel)

Textquellen:

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/200407-nabu-kiebitzschutz-handbuch.pdf

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/kiebitz/

Freizeitkarte des Regionalpark Wedeler Au e.V. „Autal und Marsch“

Mit freundlicher Unterstützung von..