NABU-Vogel-Sommerserie: Kanadagans

Marco Sommerfeld, Leiter der Vogelstation in der Wedeler Marsch, verrät jeden Sonnabend Interessantes aus der Tierwelt

in Tourismus & Freizeit, Top-News

Die Kanadagans ist die größte Wildgans in Europa. Foto: Frank Götze/NABU
1/2
Die Kanadagans ist die größte Wildgans in Europa. Foto: Frank Götze/NABU
Er kennt sich in der Vogelwelt der Marsch aus wie kein Zweiter: Marco Sommerfeld
2/2
Er kennt sich in der Vogelwelt der Marsch aus wie kein Zweiter: Marco Sommerfeld

Schon seit vielen Jahren ist die Kanadagans jährlich auf dem Gewässer der NABU Vogelstation zu sehen. Ursprünglich kommt diese Art, wie der Name schon vermuten lässt, aus Nordamerika. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen Europas gezielt ausgewildert und hat sich an die neuen Verbreitungsgebiete schnell angepasst, sodass sie inzwischen in verschieden Gebieten in Großbritannien, Schweden und  Deutschland heimisch ist.

Kanadagänse sind größer als die ihr sehr ähnlichen Weißwangengänse. Mit einer Länge von bis zu 110 Zentimetern und einem Gewicht von durchschnittlich 4,5  Kilogramm ist sie die größte Wildgans in Europa. In freier Wildbahn haben sie eine Lebenserwartung von zwölf bis 15 Jahren, während sie in Gefangenschaft dagegen bis zu 33 Jahre alt werden können. Wie bei  Gänsen üblich, leben  Kanadagänse monogam und sind sehr brutortstreu.

Kanadagänse brüten gerne auf kleinen Inseln von Gewässern. Das Weibchen legt zwischen drei und zehn Eier und brütet alleine, während der Ganter das Nest bewacht. Nach 30 Tagen schlüpfen die Jungen. Den Tag verbringen sie meist am Land auf Grasflächen um nach Nahrung zu suchen. Sie fressen vor allem Gräser und Kräuter aber auch Wasserpflanzen, die sie mit ihren langen Hälsen im flachen Wasser erreichen können.

In der Wedeler Marsch werden selten mehr als hundert Exemplare beobachtet. Zum Schlafen suchen die Tiere große Gewässer auf, um vor Fressfeinden wie Fuchs oder Marderhund sicher zu sein. Im Winter sammeln sich hunderte Gänse  an den Kiesgruben in Appen-Etz. (Marco Sommerfeld/NABU, 25.7.2020)

Mit freundlicher Unterstützung von..