NABU: Vogelfüttern – darauf muss man achten

Vogelfutter muss vor Feuchtigkeit geschützt sein - bei Sämereien auf die Qualität achten

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Mahlzeit! Eine Amsel delektiert sich am Fallobst. Foto: Frank Derer/Nabu
Mahlzeit! Eine Amsel delektiert sich am Fallobst. Foto: Frank Derer/Nabu

Das Füttern von Vögeln ist bei vielen Menschen beliebt. Es bietet schöne Naturbeobachtungen und vermittelt Artenkenntnis. Der NABU gibt ein paar Tipps, worauf zu achten ist, um den Nutzen für die Vögel zu sichern und Freude an der Vogelfütterung zu haben.

Vor dem Beginn der Fütterung steht zunächst einmal die Wahl des richtigen Behälters. Grundsätzlich empfiehlt der NABU einen Futterspender, der das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen schützt, denn Nässe im Futter kann zur Ausbreitung von Krankheitserregern führen. Am besten eignen sich daher sogenannte Futtersilos, die im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen auch die Verunreinigung durch Vogelkot verhindern. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen. Der Futterspender wird am besten an einer übersichtlichen, gut einsehbaren Stelle platziert, so dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können und der Blick für die Beobachtung unverstellt ist. Falls möglich, sollten in einem angemessenen Abstand Bäume oder Büsche Deckung bei eventuellen Attacken von Sperbern bieten. Eine Gefahrenquelle für die Vögel sind außerdem Glasscheiben in der Nähe der Futterstelle. Sie können leicht zur tödlichen Falle werden, wenn sich beispielsweise Bäume im Glas spiegeln. Aufkleber oder eine Beklebung mit beliebigen Mustern kann hier Abhilfe schaffen.

Beim Futter sind Sonnenblumenkerne immer eine gute Wahl. Sie werden von fast allen Arten gefressen. Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an ihrer Futterstelle. Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge freuen sich auch über Freiland-Futtermischungen, die verschiedene Samen unterschiedlicher Größe enthalten. Weichfutterfressern wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln und Wacholderdrosseln kann man Rosinen, Äpfeln oder Haferflocken in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen.

Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. „Bei Meisenknödel muss man immer darauf achten, dass sie nicht in Plastiknetzen eingewickelt sind“, erklärt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz beim NABU Hamburg. „Die Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“ Ein absolutes No-Go bei der Vogelfütterung sind Brotreste. „Brot ist viel zu salzig, quillt im Magen der Vögel auf und verdirbt schnell. Das vertragen die Tiere überhaupt nicht. Das gilt übrigens auch für Enten“, betont Sommerfeld. Ein weiterer Tipp ist, auf die Qualität des Vogelfutters zu achten. Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der allergieauslösenden Ambrosie oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt.

Vogelfreundinnen und -freunde, die diese Tipps beherzigen, können sich unbeschwert an der Vogelschar erfreuen, die den Weg zur Futterstelle findet. Vorrangig für den Schutz einer artenreichen Vogelwelt ist aber die Erhaltung von vielfältigen, naturnahen Lebensräumen. „In der Stadt sind üppigen Fassadenbegrünungen und strukturreiche Grünflächen und Parkanlagen mit altem Baumbestand, heimischen Wildpflanzen und Hecken der beste Beitrag zur Erhalt der Artenvielfalt“, sagt Mrco Sommerfeld, Leiter der Vogeschutzstation in der Wedeler Marsch.

Alle Infos zur Vogelfütterung sowie weitere Naturtipps stellt der NABU zur Verfügung unter www.NABU-Hamburg.de/corona-naturtipps. (Nabu, 28.12.2020)

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