Rist-Damen: Rückkehr in die 2. Bundesliga

Die Damen des SC Rist spielen in der Saison 2021/22 wieder in der 2. Bundesliga. Zuletzt waren die Wedeler Basketballerinnen vor neun Jahren in der bundesweit zweithöchsten Spielklasse vertreten.

in Tourismus & Freizeit, Top-News, Sportnews

Erfolgs-Truppe: Trainer Stephan Blode im Kreise seiner Spielerinnen Foto: Manningeaux
Erfolgs-Truppe: Trainer Stephan Blode im Kreise seiner Spielerinnen. Foto: Manningeaux

„Das Ziel, in die zweite Liga aufzusteigen, haben wir intern schon vor drei Jahren gefasst, als absehbar war, dass wir im Mädchenbereich eine sehr gute Entwicklung und viele potenziell gute Spielerinnen haben, die auch immer mehr in den Fokus vom DBB gelangt sind. Deswegen hatten wir die zweite Liga als mittelfristiges Ziel angepeilt“, sagt Andrea Koschek, die 1. Vorsitzende des SC Rist. In der Saison 2019/20 standen die Risterinnen auf dem zweiten Tabellenplatz der 1. Regionalliga Nord, als der Spielbetrieb aufgrund der beginnenden Pandemie beendet werden musste. Anschließend sei das Vorhaben ausgeben worden, „in eins, zwei Jahren sportlich aufzusteigen“, erläutert sie. „Das war schon als ganz klares Ziel so formuliert“, unterstreicht Koschek.

2019 nahm die weibliche U14 an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teil, im vergangenen Jahr kehrte der SC Rist in die U18-Bundesliga WNBL zurück. „Das ist für uns jetzt der nächste logische Schritt im weiblichen Bereich, um den Talenten, die wir selber haben und den Talenten im Hamburger Raum eine Perspektive zu geben“, sagt die Rist-Vorsitzende über die Zweitligarückkehr. Zwar sei ein sportlicher Aufstieg schöner gewesen, so Koschek, doch der Abbruch der Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie nahm den Risterinnen die Möglichkeit, unter Beweis zu stellen, dass sie es auch auf herkömmlichem Wege geschafft hätten. „Sie haben die Saison so gut angefangen, sodass wir sicher sind, dass wir auch sportlich aufgestiegen wären“, sagt die Rist-Vorsitzende. Vier Regionalliga-Spiele bestritten die Risterinnen im Oktober 2020 und fuhren vier Siege ein, ehe die Saison unter- und später abgebrochen wurde.

 

„Wir haben relativ früh bei der Regionalliga angefragt, wie das denn dieses Jahr geregelt wird“, erläutert Koschek. „Die 2. DBBL hat beschlossen, dass sie keinen Absteiger haben wird, dass sie aber trotzdem zulassen wird, dass aus den Regionalligen Aufsteiger hochgehen dürfen, wenn die denn von der Regionalliga benannt werden“, sagt sie. Die Regionalliga fragte daraufhin bei den Vereinen nach, der SC Rist bekundete als einziger Vertreter der Nordstaffel sein Interesse. Hätten sich weitere Vereine gemeldet, wäre eine sportliche Entscheidung, zum Beispiel in Form von Ausscheidungsspielen im Sommer, herangezogen worden.

 

Betreut werden die Risterinnen auch in der neuen Spielklasse von Trainer Stephan Blode. „Ich freue mich super darauf“, sagt er mit Blick auf die zweite Liga. „Natürlich ist jede Saison für Team und Trainer eine Herausforderung, vor allem wenn man neu in der Liga ist“, so Blode. Aber: „Wir werden uns im Training nicht neu erfinden, weil wir auch vorher schon gut trainiert haben. Sowohl die Spielerinnen als auch wir Trainer glauben ja an das, was wir machen“, betont er. Und das sei in der 2. Bundesliga genauso der Fall wie in der 1. Regionalliga oder in jeder anderen Spielklasse. Den Schritt nach oben begrüßt er ausdrücklich. „Dass der SC Rist Wedel in der 2. Bundesliga Damen zurück ist, ist ganz, ganz toll, da ist nur Vorfreude dabei“, so der 33-Jährige. „Es geht darum, dass wir sportlich zeigen, dass wir auf dieses Niveau gehören. In der Regionalliga haben wir alle unsere vier Spiele gewonnen. Das ist schön, aber wir haben natürlich nicht den sportlichen Aufstieg schaffen können, weil die Coronasituation dazwischenkam. Umso mehr ist es für uns jetzt eine große Motivation zu zeigen, dass wir zu Recht in dieser Liga sind“, so Blode.

„Wir werden ein junges Team sein, welches sich entwickeln muss. Das ist natürlich eine Herausforderung, klar“, betont er. „Es gibt keine Garantie dafür, aber man kann einen Weg gehen und der besteht aus Arbeit. Und wenn wir die Arbeit investieren, dann bin ich mir sehr sicher – und deswegen haben wir ja auch gesagt, dass wir in die zweite Liga wollen – dass dabei gute Sachen herauskommen“, sagt Blode. Wird der Kader verstärkt? „Wir verschließen uns nicht vor Spielerinnen von außerhalb, natürlich nicht, aber der erste Gedanke geht immer an die Leute, die da sind, weil wir denen vertrauen und gerne mit ihnen arbeiten“, meint der Trainer, von dem Koschek sagt: „Wir sind total mit ihm zufrieden.“ Blode sei leistungsfordernd, so die Rist-Vorsitzende, seine Arbeit wird in der Vereinsführung und bei den Spielerinnen geschätzt. Auch die Tatsache, dass der Berliner hauptamtlich in Wedeler Diensten stehe, sei ein Vorteil, sorge für Konstanz und Verlässlichkeit. „Wir sind mit dem, was er macht, sehr zufrieden und glauben, dass das der richtige Weg und dass er der richtige Mann an dieser Stelle ist“, erläutert Koschek.

 

Die Vorbereitung auf das Spieljahr 2020/21 und vier (erfolgreiche) Partien in der 1. Regionalliga – mehr war Blode als Trainer der Rist-Damen zunächst nicht vergönnt. Doch auch danach ging es weiter, wenn jedoch in veränderter Form. „Die Saison wurde zuerst ja nur unterbrochen, und wir konnten erst mal in der Steinberghalle noch weiter Individualtraining machen. Wir dachten ja damals im November/Dezember noch, dass es irgendwann weitergeht. Das heißt, erst mal waren die Spielerinnen mental und körperlich noch unter Spannung. Wir haben also noch individuell trainiert, und wir haben Trainingspläne für zu Hause herausgegeben. Ganz detaillierte Pläne“, so Blode. Als sich dann herausstellte, dass die Einschränkungen länger in Kraft bleiben würden, wurde verfahren, wie es in der spielfreien Zeit üblich ist. Das bedeutet: Körperlich in Schuss bleiben, aber keine derartig engmaschige Betreuung wie während der Saison. „Was ja auch ganz normal ist“, betont Blode. „Man kann Leute nicht zwölf Monate lang in ein enges Konstrukt pferchen“, sagt er. Als Leitspruch gab er dann aus: „Haltet Euch fit, aber nehmt Euch Freiheiten heraus“. Spielerinnen, die darüber hinaus an gewissen Inhalten arbeiten wollen, würden ohnehin immer versorgt, etwa durch Trainingspläne, so Blode. „Es ging ja auch darum, dass die Spielerinnen eine gewisse Selbstverantwortung haben und wir gewisse Freiheiten geben. Das ist auch völlig angemessen, weil es irgendwann sportlich nicht weiterging, weil die Saison letztlich abgebrochen wurde“, erläutert er.

Vieles ist 2021 anders als zuvor – der Wedeler Zweitligaaufstieg ebenfalls. Ein kleiner Blick in den Rückspiegel: 1995 führte das Trainergespann Manfred Schuncke/Christoph Schmalisch die Risterinnen zum ersten Mal in die 2. Bundesliga. Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Regionalliga gelang 1997 unter Trainer Marc Köpp die Rückkehr, auf die im Jahr 2000 bekanntermaßen der Sprung ins Oberhaus folgte. Im Anschluss an die vierjährige Bundesliga-Zugehörigkeit trat der SC Rist zwischen 2004 und 2012 wieder in der zweiten Liga an. Als 2014 mit Trainerin Gundula Laabs der Meistertitel in der 1. Regionalliga errungen wurde, verzichtete man auf den Aufstieg. (Moritz Korff/SC Rist, 20.4.2021)

Mit freundlicher Unterstützung von..