Schreber im Glück: 60 Jahre Kolonie Brünschen

Fröhliches Fest mit Angehörigen aus acht Nationen

in Leben in Wedel, Tourismus & Freizeit

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Hurra, Jubiläum! Die Brünschen-Schreber sind stolz auf ihre Kolonie, und das mit Recht.
92 Jahre alt - und jeden Tag im Garten: Siegfried "Siggi" Rosowsky.
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92 Jahre alt - und jeden Tag im Garten: Siegfried "Siggi" Rosowsky.
Mhmm Kuchen! Ulrike Schulz am Buffet verwöhnte Mai und Töchterchen Rebecca mit Schoko-Kuchen.
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Mhmm Kuchen! Ulrike Schulz am Büfett verwöhnte Mai und Töchterchen Rebecca mit Schoko-Kuchen.
"Da wird die Sau geschlacht', da wird die Wurst gemacht, im schöhönen Holstein-Land" - die Stimmung auf der Feier war prachtvoll.
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"Da wird die Sau geschlacht', da wird die Wurst gemacht, im schöhönen Holstein-Land" - die Stimmung auf der Feier war prachtvoll.

Das Wetter war zwar nicht das Beste, aber trotzdem ließen sich die Kleingärtnerinnen und -gärtner der Kolonie Brünschen im Schrebergartenverein Wedel die gute Laune nicht vermiesen. Denn schließlich gab es etwas Besonderes zu feiern. Seit sage und schreibe sechs Jahrzehnten lassen Menschen ihre grünen Daumen in der Kolonie an der Landesgrenze zu Hamburg wirken.

Siegfried "Siggi" Rosowsky ist einer von ihnen, und das beinahe von Anfang an. Seit mittlerweile 52 Jahren beackert er seine Scholle - und dabei ist er schon 92 Jahre alt. "Ich bin täglich im Garten. Natürlich mache ich nicht mehr so viel wie früher, aber ganz ohne will ich nicht", erzählt er. Kartoffeln gebe es billiger beim Discounter, doch schon bei den Brombeeren und Quitten lohnt sich die Sache. Von den Brombeeren kocht er Marmelade, von den Quitten Gelee - und zwar für sich und andere. Das Denken an andere, die Gemeinschaft und die gemeinsame Freude am Grün - das ist es, was auch die Pächter der 84 Brünschen-Parzellen verbindet. Früher war das zwar noch stärker ausgeprägt, erinnert sich Siggi, aber da mussten ja auch erst die Lauben errichtet werden, das ging nur gemeinsam. Oder auch das Koloniehaus, in dem während des Festes das Kuchenbüfett mit rund zehn Sorten von Marmor bis Zwetschge aufgebaut war, wurde von vielen gebaut - am meisten aber von Siggi: "Ich war da mal ein halbes Jahr arbeitslos und hab die Zeit genutzt", sagte der gelernte Zimmermann und Maurer.

Feste wie das zum Jubiläum stärken das Gemeinschaftsgefühl. Das ist besonders wichtig, denn zu den Ackerleuten gehören Mitglieder aus acht Nationen. Da ist gegenseitiges Kennenlernen wichtig, um Verständnis füreinander zu entwickeln. Aber egal aus welchem Land - in den Bünschen sind sie alle Holsteiner. Da schmetterten nämlich so ziemlich alle das Holstein-Lied ("Da wird die Sau geschlacht'...") zu Akkordeonklängen. Kinder aller Herkunft tobten auf der Hüpfburg, alle staunten über Fotos aus alten Zeiten ("Mensch, siehst du da noch jung aus!"), genossen Grill-Spezialitäten und stießen auf das Jubiläum an.

Dickes Lob gab es vom Vereinsvorsitzenden Andreas Neumerkel für die Obleute Michael Reimertz und Nicolay Güntner und all ihre Schreberinnen und Schreber: "Ihr macht das hier toll. Ich wünsche allen weiterhin viel Freude mit ihren Gärten." Derzeit ist der Wedeler Schrebergartenverein ein geschlossener Club, denn neue Mitglieder werden nicht aufgenommen, auf eine frei werdende Parzelle gibt es viele Bewerber. Neumerkel nutzte die Gelegenheit, um noch anderen zu danken: "Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft sehr gut." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 19.9.2022)

 

Letzte Änderung: 19.09.2022

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