Tierische Landschaftspfleger beziehen Weide im Regionalpark

Drei erwachsene Tiere mit ihren Lämmern sollen Boden verbessern.

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Auch Lämmer werden die Wiese beweiden. Foto: Annette Sabersky
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Auch Lämmer werden die Wiese beweiden. Foto: Annette Sabersky
Rauhwollige Pommersche Landschafe sollen ab Ende Mai im Regionalpark Wedeler Au die Brachfläche an der Wassererlebniszone aufwerten. Foto: Annette Sabersky
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Rauhwollige Pommersche Landschafe sollen ab Ende Mai im Regionalpark Wedeler Au die Brachfläche an der Wassererlebniszone aufwerten. Foto: Annette Sabersky

Durch eine Beweidung mit Rauhwolligen Pommerschen Landschafen will die Stadt Wedel die derzeit noch offene Brachfläche an der Wassererlebniszone im Regionalpark Wedeler Au nachhaltig aufwerten. Nach Einrichtung der Weide, die sich durch den Wintereinbruch im Frühjahr verzögert hatte, konnte die Fläche Ende April übergeben werden. Nach Pfingsten sollen drei erwachsene Tiere mit ihren Lämmern frisch geschoren ihr neues Domizil beziehen.

Ziel der Beweidung der Fläche ist eine kostengünstige und effektive Pflege der Fläche. Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit den Schafen bei der „Arbeit“ zuzusehen und auf diese Weise nachhaltige Landschaftspflege mitzuerleben. Die sehr robusten Tiere sollen ganzjährig auf der Fläche weiden und sie durch Verbiss und Vertritt auch im Sinne der Landschafspflege verbessern (siehe Hintergrund). Diese Maßnahme ist für die Stadt Wedel kostengünstig, weil so auf das Mähen und andere Instandhaltungsmaßnahmen verzichtet werden kann.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist eine eher kleine sehr alte Hausschafrasse. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde ihre Haltung immer weiter zurückgefahren, sodass ihre Anzahl bis auf sehr wenige Tiere zurückging. Erst der Schutz der Rasse durch die UNO, die die Rasse auf die Liste der gefährdeten Arten setzte, führte durch gezielte Zucht zu einer langsamen Erholung der Bestände. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist ein besonders robustes Tier – daher der Namenszusatz „rauh“ – dessen Wolle gut für die Herstellung von Pullovern und Jacken genutzt werden kann.

Somit können zukünftig neben verschiedenen robusten Rinderrassen weitere tierische Landschaftspfleger beobachtet werden. Nach dem Beginn der Beweidung sollen Wandernde direkt an der Weide auf Schildern Informationen über die Tiere erhalten können. Ein wichtiger Hinweis vorab: Die Tiere dürfen nicht gefüttert werden, da sie alles, was sie brauchen auf der Weide finden oder durch professionelle Zufütterung erhalten.  

Zum Schutz der Wild- und Weidetiere sowie der Pflanzenwelt im Wedeler Autal bitten der Regionalpark Wedeler Au e.V. und die Stadt Wedel Fußgänger und Radfahrer auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.

 

Hintergrund Standbeweidung und Landschaftspflege/Naturschutz:

Beweidung wird seit inzwischen etwa zwei Jahrzehnten auch vom Land Schleswig-Holstein als geeignete Naturschutzmaßnahme beworben.

In einer Veröffentlichung des zuständigen LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) zu dem Thema heißt es:

"Beweidung ist die derzeit beste Methode, um Offen- und Halboffenbiotope großflächig, effizient und finanziell tragfähig zu pflegen und zu entwickeln. Die Weidetiere stellen dabei Schlüsselarten dar, die durch ihr Verhalten Lebensraum für andere Arten schaffen: Durch Verbiss und Vertritt entsteht ein Mosaik verschiedener Lebensräume.

So entwickeln sich je nach Vorliebe der Weidetiere mehr oder weniger stark beanspruchte Areale. Auf intensiv befressenen oder durch Vertritt geschädigten Bereichen haben einjährige oder kleinwüchsige und Licht liebende Pflanzenarten eine Entwicklungschance, während gleichzeitig störungsempfindliche Arten an nicht beweideten Plätzen vorkommen. Weiterhin modellieren Weidetiere durch Tritt und Suhlen kleine Schlammpfützen und Staubkuhlen, die wichtige Mikrolebensräume für am Boden lebenden Arten wie z.B. Heuschrecken, Spinnen, Laufkäfer, Wildbienen usw. darstellen. Auch für eine ganze Bandbreite heimischer Brutvogelarten sind beweidete Flächen für die Jungenaufzucht von großer Bedeutung.

Quelle einzusehen hier: https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/baum/beweidung.pdf

 

Mit freundlicher Unterstützung von..