Was tun bei Begegnung mit einem Wolf?

Kreisjägerschaft Pinneberg gibt Hinweise zum Verhalten gegenüber dem Raubtier

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Bei einer Begegnung mit einem Wolf ist Vorsicht geboten. Foto: Rolfes, DJV
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Bei einer Begegnung mit einem Wolf ist Vorsicht geboten. Foto: Rolfes, DJV
Hans-Albrecht Hewicker ist ausgewiesener Wolfsexperte und einer von 70 Wolfsbetreuern im Land. Foto: KJS Pinneberg
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Hans-Albrecht Hewicker ist ausgewiesener Wolfsexperte und einer von 70 Wolfsbetreuern im Land. Foto: KJS Pinneberg

Weil Wölfe sich in Deutschland immer stärker ausbreiten, kommt es im vergleichsweise dicht besiedelten Land immer häufiger zum Aufeinandertreffen mit Menschen. In der Marsch bei Haseldorf und selbst in den Holmer Sandbergen am Catharinenhof wollen Spaziergänger bereits diese Tiere gesichtet haben! Für Wölfe endet der Aufenthalt in der Kulturlandschaft oft tödlich, beispielsweise im Straßenverkehr, so wurden im vergangenen Jahr in der Republik fast 100 Wölfe überfahren. Aber auch für Menschen können Wolfsbegegnungen gefährlich sein, denn es handelt sich schließlich um Raubtiere. Hans-Albrecht Hewicker, Ehrenvorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg, ist einer von 70 ehrenamtlichen Wolfsbetreuern im Land. Er gibt Hinweise zum Verhalten bei einer Begegnung, denn: „Einzelne, wandernde Wölfe können jederzeit überall in Schleswig-Holstein auftauchen. Aber jetzt beginnt die Jahreszeit, in der die im vorigen Jahr geborenen Jungwölfe sich von den Eltern trennen und auf langen Wanderungen ein eigenes Territorium suchen.“

Als Erstes gilt bei Sichtkontakt: Ruhe bewahren! Panische Bewegungen sollte man vermeiden, sich dem Tier nicht nähern, aber auch keinesfalls flüchten oder sich verstecken, sondern fest auftreten, sich durch lautes Sprechen als Mensch zu erkennen geben. Dass man nicht versuchen sollte, sie anzulocken oder gar füttern zu wollen, ist selbstverständlich. Hunde müssen unbedingt angeleint bleiben, da der Wolf in ihnen Konkurrenten sehen und sie angreifen könnte. Umgekehrt kann aber auch der Hund aus Neugier oder Spieltrieb sich dem Wolf nähern wollen und sich damit in Gefahr begeben.

„Genaue Beobachtung der Situation kann helfen, die Absicht des Tieres zu erkennen und ihm dann dafür den Weg freizugeben. Durch Erheben der Arme über den Kopf und langsames Fuchteln mit den Armen kann man sich selbst optisch deutlich vergrößern und dadurch Respekt einflößen, ohne zu bedrohen“, sagt Hans-Albrecht Hewicker. Besonders junge Wölfe flüchten nicht immer sofort, sie sind zwar scheu, doch zunächst eher neugierig.

Sollte sich ein Wolf aber trotzdem nähern, darf man keinesfalls in Panik verfallen und einem Fluchtreflex nachgeben. Denn dann könnte man als Beute betrachtet werden – das Raubtier mit seinen Reißzähnen ist lebensgefährlich. In solchen Situationen sollte man Lärm machen, in die Hände klatschen, laut rufen und das Tier mit Gegenständen bewerfen zum Beispiel Äste oder Steine, während man sich langsam zurückzieht und den Blickkontakt zum Wolf hält.

Wer gute Nerven hat, sollte den Wolf fotografieren und sich Details wie Färbung und Körperbau merken. Nach einer solchen Begegnung sollte in jedem Fall möglichst bald die Wolfshotline des Landes Schleswig-Holstein informiert werden (0174/6330335). (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 7.5.2021)

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