Weitere tierische Landschaftspfleger im Regionalpark

Ziel der Beweidung ist eine kostengünstige und effektive Pflege der Fläche an der Wassererlebniszone.

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Rauhwollige Pommersche Landschafe sollen ab Februar im Regionalpark Wedeler Au die Brachfläche an der Wassererlebniszone aufwerten. Foto: Stadt Wedel/Peer Axel
Rauhwollige Pommersche Landschafe sollen ab Februar im Regionalpark Wedeler Au die Brachfläche an der Wassererlebniszone…

Durch eine Beweidung mit Rauhwolligen Pommerschen Landschafen will die Stadt Wedel die derzeit noch offene Brachfläche an der Wassererlebniszone im Regionalpark Wedeler Au nachhaltig aufwerten. Bereits im Februar soll die Fläche mit drei Tieren der als gefährdet eingestuften Schafrasse besetzt werden. Etwa vier Fünftel der derzeit noch offenen Fläche zwischen Auweidenweg, dem frisch befestigten Weg zur Wanderwegbrücke und dem östlichen Zuweg zur Wassererlebniszone sollen dafür ab dieser Woche eingezäunt werden. Allerdings wurde auf bestehende Trampelpfade Rücksicht genommen, sodass der umzäunte Bereich jeweils nicht direkt bis an den Flächenrand reicht.

Ziel der Beweidung der Fläche ist eine kostengünstige und effektive Pflege der Fläche. Gleichzeitig besteht so die Möglichkeit den Schafen bei der „Arbeit“ zuzusehen und auf diese Weise nachhaltige Landschaftspflege mitzuerleben. Die sehr robusten Tiere sollen ganzjährig auf der Fläche weiden und sie durch Verbiss und Vertritt auch im Sinne der Landschafspflege verbessern (siehe Hintergrund). Diese Maßnahme ist für die Stadt Wedel kostengünstig, weil so auf das Mähen und andere Instandhaltungsmaßnahmen verzichtet werden kann.

Der Stadt Wedel ist bekannt, dass die Fläche derzeit auch gern von Hundehaltenden als Auslauffläche für ihre Tiere genutzt wird. Diese Möglichkeiten werden durch die angestrebte Beweidung naturgemäß eingeschränkt. Im Sinne der Landschaftspflege bittet die Stadt Wedel hierfür allerdings um Verständnis, zumal in den Planungen die Wege für Fußgänger allgemein nach Möglichkeit erhalten werden.

Die Rasse Rauhwolliges Pommersches Landschaf, von dem ab Februar drei Tiere auf der Fläche weiden, ist eine kleinwüchsige sehr alte Hausschafrasse. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde ihre Haltung immer weiter zurückgefahren, sodass ihre Anzahl bis auf sehr wenige Tiere zurückging. Erst der Schutz der Rasse durch die UNO, die die Rasse auf die Liste der gefährdeten Arten setzte, führte durch gezielte Zucht zu einer langsamen Erholung der Bestände. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist ein besonders robustes Tier – daher der Namenszusatz „rauh“ – dessen Wolle gut für die Herstellung von Pullovern und Jacken genutzt werden kann.

Somit können zukünftig neben verschiedenen robusten Rinderrassen weitere tierische Landschaftspfleger beobachtet werden. Nach dem Beginn der Beweidung sollen Wandernde direkt an der Weide auf Schildern Informationen über die Tiere erhalten können. Ein wichtiger Hinweis vorab: Die Tiere dürfen nicht gefüttert werden, da sie alles, was sie brauchen auf der Weide finden oder durch professionelle Zufütterung erhalten.  

Hintergrund Standbeweidung und Landschaftspflege/Naturschutz:

Beweidung wird seit inzwischen etwa zwei Jahrzehnten auch vom Land Schleswig-Holstein als geeignete Naturschutzmaßnahme beworben.

In einer Veröffentlichung des zuständigen LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) zu dem Thema heißt es:

"Beweidung ist die derzeit beste Methode, um Offen- und Halboffenbiotope großflächig, effizient und finanziell tragfähig zu pflegen und zu entwickeln. Die Weidetiere stellen dabei Schlüsselarten dar, die durch ihr Verhalten Lebensraum für andere Arten schaffen: Durch Verbiss und Vertritt entsteht ein Mosaik verschiedener Lebensräume. So entwickeln sich je nach Vorliebe der Weidetiere mehr oder weniger stark beanspruchte Areale. Auf intensiv befressenen oder durch Vertritt geschädigten Bereichen haben einjährige oder kleinwüchsige und Licht liebende Pflanzenarten eine Entwicklungschance, während gleichzeitig störungsempfindliche Arten an nicht beweideten Plätzen vorkommen. Weiterhin modellieren Weidetiere durch Tritt und Suhlen kleine Schlammpfützen und Staubkuhlen, die wichtige Mikrolebensräume für am Boden lebenden Arten wie z.B. Heuschrecken, Spinnen, Laufkäfer, Wildbienen usw. darstellen. Auch für eine ganze Bandbreite heimischer Brutvogelarten sind beweidete Flächen für die Jungenaufzucht von großer Bedeutung.

Quelle einzusehen hier: https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/baum/beweidung.pdf

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