Eine Niederlage mit Lerneffekt

Die Basketballer des SC Rist (Bundesliga ProB) haben ihr Vorbereitungsspiel gegen den Erstbundesligisten Gießen deutlich verloren.

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Heftigste Abwehrarbeit mussten die Talente des SC Rist gegen ihren Gegner aus Gießen leisten. Foto: Claus Bergmann/crispy…

Als Ingo Freyer seine Trainerkarriere begann, waren in der Steinberghalle die Meter links des Kampfgerichtes sein Betätigungsfeld, beim Gastspiel mit seinen Gießenern am Sonnabend rief er seine Anweisungen natürlich von anderer Stelle aus ins Feld und führte seine Mannschaft im Vorbereitungsspiel auf die Saison 2019/20 zu einem deutlichen Sieg. 53:112, so las sich das dann mit Wedeler Augen: Ein deutliches Ergebnis, das dem Unterschied zwischen Bundesliga und ProB Ausdruck verlieh, der sich unter anderem in den körperlichen Ausmessungen offenbarte.

Die Mittelhessen machten Druck, zwangen die Rister zu Ballverlusten und griffen im Angriff bisweilen in die Trickkiste: Flugeinlagen, sehenswerte Anspiele mit anschließender Vollendung, Gießen zog teils groß auf. 29:54 stand es zur Halbzeit. Die Pause nutzte Rist-Trainer Benka Barloschky zu einer unmissverständlichen Ansprache, wie er anschließend preisgab: „Allen war vor dem Spiel klar: Das ist ein übermächtiger Gegner. Und eigentlich war unsere Marschroute: Egal, was passiert – positiv bleiben, zusammenbleiben, einfach alles geben, aber sich nicht hängenlassen. Leider haben wir das in Phasen doch zu häufig gemacht“, sagte er.

Aber es war längst nicht alles verkehrt. Die Reboundarbeit seiner Spieler erhielt ein Lob des Trainers. „Was mir in Ansätzen gut gefallen hat: Wir hatten wirklich gute Angriffe dabei. Viel Ballbewegung, wir haben uns offene Würfe herausgespielt. Die haben wir leider nicht getroffen, aber sie waren zumindest da“, analysierte er.

Sich eines Tages in jedem Spiel mit Gießener Kalibern zu messen, und zwar in der Bundesliga, ist das Ziel der vielen Talente im Wedeler Aufgebot. Was können sie für ihre persönliche Entwicklung und mit Blick gen Zukunft aus der Partie mitnehmen? Barloschky: „Ich glaube, dass es vor allem die Physis und die Geschwindigkeit sind. Mal live mitzuerleben, auf was für einem Niveau das körperlich stattfindet. Wenn du auf dem Feld bist, hast du keine Verschnaufpausen, sondern du musst permanent die Intensität und die Energie hochhalten. Das ist für so junge Spieler natürlich nicht leicht, aber das ist das, wo sie hinwollen. Deswegen ist es auch total cool für sie, das zu sehen, auch wenn es jetzt weh tut und sie einen auf die Nase gekriegt haben. Es ist eine Riesenerfahrung für sie.“

Doch nicht nur die körperlichen Anforderungen verdeutlichten die Gießener den Talenten, sondern auch: „Die haben die Einstellung, aufs Feld zu gehen und ihre Arbeit zu machen. Das heißt: Sie gewinnen dann solch ein Spiel auch mit über 50 Punkten. Die schalten nicht in den Autopiloten, wenn sie mit 20 führen. Die pfeifen darauf, dass du 16 bist und dunken dir den Ball ins Gesicht. Das ist eine Einstellung, die man braucht“, erläuterte der Wedeler Trainer.

Neuzugang Jalen Ross wirkte gegen Gießen zum ersten Mal mit und habe einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, so Barloschky über den US-Amerikaner, der zuvor lediglich einmal mit der Mannschaft trainiert hatte. „Er braucht ein bisschen Zeit, um hier anzukommen, sich mit dem System vertraut zu machen und die Jungs kennenzulernen“, sagt der Trainer. Ross erzielte 13 Punkte, übertroffen wurde er von Matej Jelovcic (17). (Moritz Korff, SC Rist 2.9.2019)

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