Knackpunkt Zonenverteidigung

Die jungen Risterinnen haben in der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga (WNBL) leider verloren.

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Eine Spielerin des SC Rist dribbelt mit ernster Miene an ihrer Gegnerin vorbei.
Marlene Schuncke erzielte acht Punkte und griff 14 Rebounds ab. Foto: Manningeaux

Zum Verhängnis wurde den Schützlingen von Trainerin Constanze Wegner die Zonenverteidigung, auf die die Gäste im Laufe der Begegnung umstellten. Da die U18 das erste Jahr sei, in dem die Ball-Raum-Verteidigung zugelassen ist, sei bei ihren jungen Spielerinnen „die Erfahrung, gegen eine Zone anzugreifen, noch wenig bis gar nicht da“, sagte Wegner. Weniger Milde ließ sich jedoch in einem anderen Punkt walten: „Was mich gestört hat, war, dass wir aufgehört haben zu verteidigen. Das darf nicht passieren. Egal, wie schlecht es offensiv läuft, du musst dann hinten wettmachen, was du vorne nicht ’reingeschmissen hast und darfst dich dann nicht komplett hängen lassen“, betonte sie.

Im Anfangsviertel bekamen die Risterinnen gleich einen Eindruck der WNBL-Gangart, sahen sich nach zehn Minuten einem 8:15-Rückstand gegenüber, wiesen aber schon im Anschluss an die erste Pause nach, dass sie mithalten können – und noch ein bisschen mehr. „Im zweiten Viertel hat man gemerkt, dass wir gut ’reingekommen sind“, so Wegner, die beobachtete, wie ihre Mädchen die neuen Eindrücke schnell verarbeiteten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiteten. Dank des 26:15 im zweiten Durchgang führte Gelb und Grün zur Halbzeit mit 34:30.

Nach dem Seitenwechsel war man gleich wieder voll da, überzeugte insbesondere in der Verhinderung gegnerischer Korberfolge und bestimmte das Tempo. Halle reagierte und setzte den Wedelerinnen besagte Zonenverteidigung vor. „Das hat leider genau den Effekt gehabt, den es haben sollte. Das hat das Spiel langsam gemacht und uns komplett aus dem Tritt gebracht. Wir haben als Konsequenz daraus leider aufgehört zu verteidigen, was sehr suboptimal war, weil wir dadurch Körbe kassiert haben, langsam spielen mussten und nicht mehr unser Tempo spielen konnten“, so Wegner. Dennoch hatten ihre Schützlinge bei Gleichstand kurz vor dem Ende des vierten Abschnitts die Gelegenheit, den Sieg einzutüten, was misslang und folglich eine Verlängerung erforderlich machte. In der Zusatzschicht setzten sich die Gäste mit 13:7 durch.

Die noch fehlende Erfahrung in der WNBL – das Los eines Neulings, das der Gegner gekonnt ausnutzte. „Dadurch sieht man auch, dass Halle seit diversen Jahren in der Liga vertreten ist und wir halt nicht. Ich gehe stark davon aus, dass wir viele Teams haben werden, die Zone spielen werden“, sagte die Wedeler Trainerin. Das Gegenrezept: „Wir wollen gar nicht so viel ändern, aber die Mädels müssen darauf ein bisschen gefasster sein. Wir müssen sie ein bisschen besser darauf vorbereiten, dass sie da nicht erstarren, sondern dann einfach weiterspielen. Das ist noch ein bisschen die fehlende Souveränität“, erläuterte Wegner.

Bitter sei es zweifellos gewesen, den möglichen Punktgewinn beim Saisonauftakt abgegeben zu haben, betonte die Rist-Trainerin. „Man weiß halt nie, wo dieser Sieg am Ende fehlen könnte. Aber dann müssen wir eben jemand Anderes ärgern und dort zwei Punkte holen“, sagte sie. Am kommenden Wochenende stellen sich die Risterinnen der Auswärtsaufgabe in Chemnitz, das Rotenburg am ersten Spieltag klar bezwang. Doch, so unterstreicht Wegner: „Wir haben im Moment so viel mit uns selbst zu tun, um erst mal alle auf eine Wellenlänge zu bringen, so dass ich mich noch gar nicht um Gegner kümmere.“

  • SC Rist (Punkte): Hähner (23), Gleitsmann, Schwarz (je 10), Schuncke (8), Byvatov (6), Schmalisch (4), Heesch (1), Dilchert, Hoffmann, Huber-Saffer, Prüß. (SC Rist, 12.10.2020)

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