Leon Rohdes Japan-Tage

Der Radsportler plaudert für wedel.de ein bisschen aus dem Olympia-Nähkästchen - Wettkämpfe beginnen Montag

in Top-News, Sportnews

1/2
Training in Tokio - Vorbereitung auf die großen Duelle.
Schneller als die Polizei erlaubt? Leon lässt einen Streifenwagen links liegen. Fotos: privat
2/2
Schneller als die Polizei erlaubt? Leon lässt einen Streifenwagen links liegen. Fotos: privat

Montag wird es ernst. Am 2. August wird das Rad-Quartett mit dem Wedeler Leon Rohde sowie den anderen drei Top-Athleten Felix Groß, Theo Reinhardt und Domenic Weinstein das erste Mal im Wettkampf auf die Olympia-Bahn von Tokio rollen. Und wenn alles gut geht, werden die vier am 3. August um Medaillen fahren. Aber bis dahin sind die Radsportler natürlich nicht untätig - täglich wird trainiert. Exklusiv für wedel.de gewährte Leon Rohde ein paar Einblicke in seine Olympia-Welt.

Die besteht hauptsächlich aus dem  "Cycling Village". Das ist auf einem Berg gelegen und besteht aus mehreren Wohnungen für Nationen. "Die Zimmer sind relativ eng belegt, aber ich denke, das gehört zum Geist von Olympia", sagt Leon Rohde und lächelt. Natürlich ist das Leben auch durch die Pandemie geprägt. "Die Japaner sind sehr freundlich und hilfsbereit und machen das Beste aus der Situation", sagt er.

Der Tag beginnt mit einem Speicheltest, erst dann gibt's Frühstück am Buffett - und zwar mit Maske, Trennwänden und Handschuhen. "Das Essen ist insgesamt international, aber immer auch mit ein paar japanischen Spezialitäten dazwischen. Ich mag es, diese neuen Produkte auszuprobieren", sagt er und ergänzt, "Sushi gab es aber noch nicht."

Auf jeden Fall gibt alles Kraft genug fürs Training. Auf der Bahn wird pro Einheit etwa zwei Stunden gefahren, hinzu kommt die An- und Abfahrt mit noch ein mal 50 Minuten. "Und an den Ruhetagen fahren wir ein bis zwei Stunden draußen locker aus."

So weit ist die Welt in Ordnung. Gestört wurde das durch einen üblen Vorfall, der Empörung hervorrief. Leon Rohde verrät, dass auch ihn die rassistische Entgleisung des Radsport-Direktors belastet hat. "Ich habe ihn zwar nicht als Rassisten wahrgenommen", sagt Leon, der selbst auch eine dunklere Hautfarbe hat, "aber der Ausbruch beim Einzelzeitfahren war niveaulos und peinlich. Ich empfinde nicht nur Fremdscham, wenn ich das Video sehe, wie ein hochrangiger Funktionär meines Verbandes einem Rennfahrer hinterher rennt und ihn rassistisch anfeuert. Ich schämte mich auch persönlich, Teil der Delegation zu sein, welche von diesem Funktionär geleitet wurde. Ein solches Verhalten fällt auf uns alle als Mannschaft zurück. Ich bin echt froh, dass der DOSB eingegriffen und Herrn Moster nach Hause geschickt hat", sagt Leon Rohde. Durch seine Abwesenheit kann Leon Rohde die Unruhe, die das Ereignis in den Medien verursacht hat, eher hinter sich lassen und sich besser auf den Wettkampf fokussieren.

Dass Leon und Felix, Theo und Domenic diese Fokussierung gelingen möge - das wünschen ihnen selbstverständlich ganz Wedel und wahrscheinlich auch der Rest der Republik. Das Team von wedel.de drückt auf jeden Fall alle Daumen! (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 31.7.2021)

 

Mit freundlicher Unterstützung von..