SC Rist: 2G in der Steinberghalle

Die Rister empfangen am Sonntag, 21. November, die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 (BSW Sixers)

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Linus Hoffmann: sttudieren in Lübeck, trainieren in Wedel und Wilhelmsburg. Foto: Manningeaux
Linus Hoffmann: studieren in Lübeck, trainieren in Wedel und Wilhelmsburg. Foto: Manningeaux

Karten für die um 17 Uhr beginnende Partie gibt es unter https://ristwedel.reservix.de/tickets-sc-rist-wedel-bsw-sixers-in-wedel-sporthalle-steinberg-am-21-11-2021/e1711608 Wer aus der Ferne zuschauen möchte, kann gegen eine Gebühr von 5 Euro die Direktübertragung auf sportdeutschland.tv nutzen: https://sportdeutschland.tv/sc-rist-wedel/prob-nord-sc-rist-wedel-vs-bsw-sixers

Beim Spiel der Pro-B-Herren des SC Rist in der Steinberghalle kommt am Sonntag anders als bislang die 2G-Regel zur Anwendung.

Beachtet werden muss:

  • Einlass ab 16 Uhr durch die gekennzeichneten Eingänge
  • Zutritt zur Halle nur mit 2G (Genesen oder geimpft; Nachweis ist vorzulegen); Ausnahme: Jugendliche unter 18 Jahren mit Schultestbescheinigung oder tagesaktuellem Schnelltest
  • Maskenpflicht auf allen Laufwegen, am Sitzplatz kann die Maske abgenommen werden

 

Das zu den Formalien. Mit dabei sein wird Linus Hoffmann, der das Spiel mit studentischer Lockerheit angehen will. Der 18-Jährige hat in Lübeck ein Medizinstudium aufgenommen und mittlerweile auch seinen Wohnsitz in die Marzipanstadt verlegt. Die Entscheidung für das Studium und der im bisherigen Saisonverlauf bei Hoffmann beobachtete abermalige Entwicklungsschub als Basketballspieler haben durchaus miteinander zu tun: „Mir wurde früh von den Trainern, auch von Freunden und der Familie gesagt, dass ich viel lockerer und freier spiele als letztes Jahr“, so Hoffmann. Und auch er selbst habe das in seinem Handeln auf dem Feld bereits in der Saisonvorbereitung gemerkt. „Ich glaube, das hat Linus noch mal in ruhigere Bahnen gelenkt. Was im privaten, im beruflichen oder studentischen Bereich abläuft, ist ja auch wichtig. Das beeinflusst auch das emotionale Befinden“, schlägt Trainer Stephan Blode die Brücke zwischen der sportlichen Leistung seines Schützlings und dem Studienbeginn.

Mit 11,3 Punkten je Begegnung weist der Flügelspieler bislang einen Mittelwert auf, der sich bei knapp drei Minuten mehr Einsatzzeit im Vergleich zur Saison 2020/21 fast verdoppelt hat. „Wir sind sehr zufrieden, wie Linus bisher spielt, wie er sich spielerisch, aber auch menschlich präsentiert“, sagt Blode. „Er ist ja nicht nur auf dem Spielfeld gereift, sondern ist am Ende der Vorbereitung auch der stellvertretende Kapitän geworden. Die Minuten sind nicht immer das Entscheidende, sondern das, was man daraus macht. Und da fällt auf, dass Linus deutlich effizienter spielt. Es sind nicht nur die Punkte, die sich gesteigert haben, sondern auch die grundsätzliche Effizienz, also die Gesamtabwägung aller Statistiken“, erläutert der Trainer. „Er ist deutlich ruhiger und abgeklärter als in den letzten Jahren“, findet Blode.

Hoffmanns Hinwendung zum Medizinstudium war eine Art Grundsatzentschluss, aber deshalb keine Abkehr vom Leistungssport. „Basketball ist nicht mehr die erste Priorität in meinem Lebenslauf“, sagt der 18-Jährige. Das sei bis zum Abitur anders gewesen. „Außerhalb der Schule war alle Energie und alle Konzentration auf den Basketball fokussiert. Das ist jetzt halt nicht mehr so“, erläutert er. „Ich habe immer alles daran gesetzt, Profispieler zu werden und war dementsprechend sehr ehrgeizig. Das bin ich natürlich immer noch und bin immer noch ambitioniert, wenn es um Basketball geht“, betont die Nummer 29 der Rister. Doch er habe nicht mehr „diese extreme Erwartung“ an sich selbst und setze sich nicht mehr derart unter Druck, erläutert Hoffmann.

„Ich würde nicht sagen, dass Basketball eine geringere Priorität als das Studium hat, sondern es gleicht sich so ein bisschen aus. Wenn ich keine Klausurenphase habe und es mit den Vorlesungen ein bisschen entspannter ist, dann hat Basketball vielleicht eine höhere Priorität. Wenn ich aber Vorträge oder Klausuren habe, dann hat das Studium ein bisschen mehr Priorität. Aber es ist eigentlich recht ausgeglichen“, sagt er.

Hohen Aufwand für den Sport betreibt der ehemalige Jugend-Nationalspieler und Teilnehmer der U16-Europameisterschaft 2018 nach wie vor: Studieren in Lübeck, trainieren in Wedel und Wilhelmsburg, Spiele in ganz Norddeutschland und weit darüber hinaus: „Man muss einfach gucken, dass man keine Zeit verschwendet. Das soll nicht heißen, dass man sich nicht entspannt und sich nicht mal eine ruhige Minute gönnen kann. Das ist auch wichtig“, betont er. Seine Losung lautet: Fahrtzeit gleich Lernzeit. In Bus und Bahn zieht der 18-Jährige regelmäßig die Studienunterlagen hervor.

Dass seine Wahl auf Medizin fiel, sei „eine kurzfristige Entscheidung“ gewesen, sagt er, „weil ich nicht wirklich daran geglaubt habe, dass ich ein so gutes Abitur machen könnte, wie ich es am Ende gemacht habe“, so Hoffmann. „Interessiert hat mich Medizin grundsätzlich schon immer. Ich wollte schon immer gerne im Gesundheitsbereich arbeiten, aber ich hätte nie gedacht, dass ich die Möglichkeit haben würde, Medizin zu studieren“, erzählt er. Als sich abzeichnete, dass seine Abiturnote den Anforderungen des Studienfachs genügen würde, machte er den Alltagstest und begann ein Praktikum im Altonaer Krankenhaus. „Um zu gucken, ob das vielleicht wirklich etwas für mich wäre“, sagt Hoffmann. „Die praktische Erfahrung im Gesundheitswesen hat mir dann so viel Spaß gemacht, dass ich gemerkt habe, dass es eine Alternative zum Weg des Profibasketballers gibt, was ja eigentlich immer eindeutig das Ziel war. Da habe ich gemerkt, dass es vielleicht etwas gibt, was mir noch mehr Spaß machen würde. Perspektivisch muss man ja irgendwann sowieso etwas Anderes machen. Profisportler – das geht nur bis Anfang, Mitte 30“, gibt er Einblicke in seine Gedankengänge, die zur Entschlussfindung führten. „Es war eine harte Entscheidung für mich, aber letztendlich habe ich mich dafür entschieden, das Studium aufzunehmen.“

Eines Tages seine beiden Leidenschaften zu verbinden – Sport und Medizin – das wär’s für den 18-Jährigen: „Ich bin da recht offen, aber grundsätzlich wäre es mein Wunsch, irgendwann Orthopäde zu werden“, sagt er – eben gerne mit Leistungssportbezug, so wie etwa Rist-Mannschaftsarzt Jens von Schöning.

Dass sich die laufende Saison bisher nicht nur für Linus Hoffmann, sondern für die Wedeler Mannschaft insgesamt erfreulich gestaltet und man deshalb am Sonntag die Gäste aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld als Tabellenzweiter empfängt, führt der 18-Jährige unter anderem auf das „hohe Energielevel“ zurück, das man an den Tag lege. „Aber gleichzeitig verlassen wir uns nicht nur darauf, dass wir immer mit Tempo angreifen“, betont er. Auch das je nach Gegebenheit notwendige Drosseln der Geschwindigkeit, „damit uns das Tempo nicht zum Verhängnis wird, weil man sich dann zu sehr in Ballverlusten verliert“, so Hoffmann, sei ebenso wichtig wie das Vorliegen von taktischen Mitteln für den Fall, „dass man den Gegner in der ersten Welle nicht überwinden kann“, erläutert er.

Durchaus möglich scheint, dass er am Sonntag wieder mit Gabriel Kuku auf dem Feld steht, der in den vergangenen Wochen verletzt fehlte. „Wir erhoffen ihn zurück“, sagt Stephan Blode. Die BSW Sixers seien „sehr tief besetzt“, so der Trainer. „Das ist grundsätzlich ein Team, welches viel Energie, viel Druck entfalten kann und immer schwer auszurechnen ist“, meint Blode. Um sich in Richtung Heimsieg zu bewegen, würde den Risterin auch eine abermals starke Leistung von Linus Hoffmann selbstredend helfen. (Moritz Korff SC Rist, 19.11.2021)

 

 

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