SC Rist: Der Stand der Dinge

Die Weihnachtspause war kurz. Bereits am Montag nach dem Fest bat Stephan Blode seine Mannschaft wieder zum Training.

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Große Aufgaben liegen vor dem Team der ersten Basketball-Herrenmannschaft des SC Rist. Foto: Manningeaux

Die Blickrichtung lautet 8. Januar, denn am zweiten Sonnabend des neuen Jahres wird die Saison der Rister mit dem Auswärtsspiel in Bernau fortgesetzt. Mit in die Unterbrechung nahm man zwei Punktverluste, die unmittelbar zuvor aufeinanderfolgten.

„Man muss Niederlagen natürlich immer analysieren und schauen, woran es gelegen hat. Das tun wir auch“, sagt Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist. Abgesehen von Münster, das „eine Klasse für sich sei“ und im Aufeinandertreffen „einfach viel besser war als wir“, so Roquette, habe man gesehen, dass „wir bisher jedes Spiel hätten gewinnen können“, meint der Sportliche Leiter.

Acht Siege und vier Niederlagen weisen die Rister auf – jetzt, da „die Hinrunde plus eins“, wie Trainer Blode es nannte, abgeleistet ist. Macht den vierten Tabellenplatz. Aber: „Man darf das nicht zu sehr an Sieg und Niederlage festmachen. Wenn der letzte Ball reinfällt, haben wir trotzdem diese erste Halbzeit gespielt“, sagte Trainer Blode unmittelbar nach der letzten Partie des Jahres, die gegen Schwelm äußerst knapp verloren ging. „Man darf sich nicht täuschen: Auch bei den Spielen, die wir gewonnen haben, hatten wir auch eine ganz klare und deutliche Aufarbeitung bei Sachen, die nicht liefen. Bei uns ist nicht alles Sonnenschein, wenn wir gewinnen“, so Blode. Beispielsweise habe es nach dem Sieg gegen den RSV Eintracht deutliche Worte gegeben, betonte er. Also bei der Leistungsbeurteilung nicht nur auf die Zahlen schauen, auch wenn es im entscheidenden Kriterium der Einstufung, dem Tabellenbild nämlich, ohne diese nicht geht.

„Wir müssen die Konstanz durchweg bringen“, sagt Roquette. Wenn die Mannschaft während einer Begegnung mal ein Viertel oder gar eine vollständige Halbzeit verschlafe, meint der Sportliche Leiter, dann werde es brenzlig, und nennt die Niederlagen gegen Wolmirstedt und Köln als Beispiele. „Wenn unsere Aggressivität, die wir brauchen, nicht da ist, dann wird es immer schwierig“, sagt Roquette. „Die Liga ist ausgewogen: Da muss man einfach in jedem Spiel da sein. Das haben wir in der Hinrunde eigentlich sehr gut gemacht. Darauf lässt sich aufbauen. Das zeigt auch: Ich glaube, wir können noch mehr erreichen, wenn wir diese Fehler abstellen und einfach von der ersten bis zur 40. Minute konzentriert zu Werke gehen. Das ist das, wo wir hinmüssen“, so der Sportliche Leiter.

Dass die Rister zwischenzeitlich erster Münsteraner Verfolger waren und als Vierter Weihnachten feierten, zeigte laut Roquette trotz angesprochenem stetigen Verbesserungsdrang gleichwohl auch das: „Wir haben eine gute Hinrunde gespielt und stehen nicht umsonst dort. Es gibt nichts Schlimmeres als Stillstand, man muss immer gucken, dass man vorankommt, weil sich auch die Gegner jedes Mal neu auf einen einstellen, deswegen muss man immer die Fehler analysieren. Aber man sollte nicht den Fehler machen, zu sagen, dass man aufgrund von zwei Niederlagen Grundlegendes ändern muss“, warf der Sportliche Leiter noch einmal den Blick zurück auf das Geschehen seit dem Herbst.

Ebenso wenig könne man sich ausruhen, wenn man mehrere Spiele in Folge für sich entscheide, so wie es die Rister zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember taten, als sie sechsmal in Folge siegreich blieben. „Da muss man ebenfalls ständig weiter optimieren. Man muss immer Lösungen finden“, sagt der Sportliche Leiter. „Das macht erfolgreiche Teams auch aus. Wir sollten unsere Identität da beibehalten“, betont er. Ebenfalls nicht unwichtig: Bis auf wenige Ausnahmen kamen die Rister bisher ohne Ausfälle durch das Spieljahr: „Von schweren Verletzungen sind wir verschont geblieben. Wir hoffen, das bleibt so“, betont der Sportliche Leiter. „Seit ich hier bin und diesen Job mache, hatten wir immer irgendwelche schlimmen Verletzungen“, erinnert er sich und schickt ein „toi, toi, toi“ hinterher.

Ganz wichtig sei stets, dass sich die Mannschaft an die vor jedem Spiel ausgearbeitete Marschroute halte. „Damit jeder weiß, was zu tun ist. Wenn das stimmt, ist schon mal viel gegeben“, sagt Roquette. Die aggressive Spielweise und die Tatsache, dass Blode großen Wert auf Verteidigung lege, seien ebenso wichtige Bausteine, erläutert er. „Und dann sind wir ja ein Team, das sehr mannschaftsdienlich spielt, das immer den besseren Schützen sucht. Wir müssen dann einfach unsere Würfe treffen. Unsere Entscheidungen sind meistens gut, die Würfe müssen dann halt fallen. Das hat man zum Beispiel gegen Schwelm gesehen. Da waren die Quoten nicht gut, dann hat man immer ein Problem“, erklärt der Sportliche Leiter.

Und doch noch einmal etwas Zahlenwerk: Demzufolge ist der US-Amerikaner Jordan Walker mit 18,5 Punkten je Begegnung bester Wedeler Mann im Angriff. Knapp 28 Minuten pro Spiel werden bislang ebenfalls von keinem Rister übertroffen. „Jordan hat die Rolle des Leistungsträgers von Anfang an angenommen. Die füllt er vollends aus. Wir sind da sehr zufrieden mit ihm“, sagt Roquette. „Nicht umsonst hat auch er auch schon mit den Towers im EuroCup gespielt, hat da seine Minuten und seine Belohnung für viele Trainingseinheiten bei der BBL bekommen. Dem kann man den Ball in die Hand geben, wenn es brenzlig wird, und er macht etwas Vernünftiges daraus“, lobt er den 24-Jährigen, der im Sommer nach einer Station in Georgien dem SC Rist zugesagt hatte.

Roquette: „Ich glaube aber, dass Jordan noch lange nicht am Ende seiner Leistungsgrenze ist, sondern von ihm kann man auch noch ein bisschen mehr erwarten. Er ist ein sehr ruhiger, schüchterner Typ, ist auch noch jung.“ Selbst wenn beim SC Rist der Mannschaftsgedanken im Taktischen hochgehalten wird und Einzelunterhalter nicht gefragt sind, müsse Walker mitunter noch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen, findet Roquette. „Jeder, der in Wedel spielt, den versuchen wir, auf die nächste Karrierestufe zu hieven“, sagt er. Und das gilt natürlich auch für Walker.

Dass die Ränge in der Steinberghalle trotz der guten Wedeler Saison bei den Heimspielen meist eher spärlich besetzt sind, sei schade, so Roquette. Um den bestmöglichen Schutz für alle Beteiligten auf dem Spielfeld und auf der Tribüne zu gewährleisten, gilt ein strenges Hygienekonzept. „Ich kann die Ängste zu Coronazeiten verstehen, aber wir bieten nicht umsonst 2G plus Maske an. Ich würde mich freuen, wenn wieder mehr Leute in der Halle vorbeischauen und das Team unterstützen“, sagt der Sportliche Leiter. Die nächste Möglichkeit dazu besteht am 16. Januar ab 17 Uhr gegen die RheinStars Köln.  (moritz Korff/SC Rist, 3.1.2022)

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