SC Rist: Erst eine Überraschung, dann schnell und schlau

Heimsieg der Basketballer gegen Iserlohn

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Nikola Sredojevic entnervte seinen Gegenspieler. Foto: Manningeaux
Nikola Sredojevic entnervte seinen Gegenspieler. Foto: Manningeaux

Das tun, womit die wenigsten rechnen: Auch das kann im Leistungssport mitunter Teil des Erfolgs sein. Ein solcher Überraschungsschachzug Stephan Blodes trug zum Heimsieg des SC Rist (89:77) gegen den Tabellenzweiten Iserlohn Kangaroos bei.

Tidjan Keita, hochaufgeschossener und athletischer Spieler in Reihen der Sauerländer, habe man in der ersten Hälfte des dritten Viertels „nicht kontrollieren können“, sagte der Wedeler Trainer. Was tun? Er gab Nikola Sredojevic den Auftrag, das Wirken des Franzosen einzuschränken. Dass sein Schützling mit 1,90 m gegenüber Keita (2,07 m) einen deutlichen Längennachteil hat, störte Blode nicht. Überraschung gelungen. „Nikola hat das im Eins-gegen-Eins sehr gut gemacht, er hat Keita entnervt“, sagte der Wedeler Trainer. Sich mit einem so viel kleineren Gegenspieler auseinandersetzen zu müssen, sei Keita nicht gewohnt, so Blode. „Mit seinen ein, zwei Dribblings und seinem guten ersten Schritt zum Korb“ habe der Iserlohner für Schaden in der Wedeler Deckung gesorgt, „aber das ist etwas, was ein kleinerer Spieler sehr gut verteidigen kann“, erklärte er, weshalb er den kräftig gebauten Sredojevic zu jenem Zeitpunkt mit dieser Sonderaufgabe betraute.

Die 22 Punkte und sieben Rebounds, die für Keita in der Endabrechnung der Begegnung zu Buche standen, waren zwar immer noch Spitzenwerte, aber dank der „Bearbeitung“ durch Wedels Nummer sieben wurde Iserlohns Trumpf zeitweise auf Eis gelegt. Die Rister nutzten das, um den sich deutlich breitmachenden Vorteilen der Gäste im dritten Abschnitt Einhalt zu gebieten und zum Gegenschlag auszuholen: Leif Möller traf innerhalb von rund einer halben Minute zwei Dreier. Jordan Walker legte nach, verwandelte einen Korbleger trotz Foul und brachte auch den folgenden Freiwurf ins Ziel: Schon waren die Hausherren wieder in Führung (56:54).

Ende des dritten Viertels und zu Beginn des letzten nahm die Begegnung eine weitere Wendung. Iserlohn krallte sich erneut den Vorteil. Sieben Wedeler Punkte in Folge brachten dem SC Rist das Plus zurück. Und das gaben Blodes Jungs nicht mehr her. „Letztlich war bei Iserlohn der Tank leer und bei uns noch gut gefüllt“, hatte der Trainer einen wichtigen Vorteil seiner Truppe ausgemacht. Auch ein gutes Spielverständnis gereichte seiner Mannschaft insbesondere im letzten Abschnitt zum Vorteil, betonte Blode: „Es wird immer gesagt: Wedel spielt aggressiv. Das hört sich immer so an, als wenn wir nur ein Tempo können. Na klar wollen wir relativ zügig spielen, aber wir wollen auch schlau spielen. Ich denke, wir haben das im vierten Viertel dann auch sehr schlau gemacht, gerade im Pick-and-Roll. Das Aggressive reicht mir nicht als Beschreibung. Wir haben das am Ende mit einem hohen Tempo, aber auch mit einer hohen Aufmerksamkeit gelöst“, erläuterte er.

Derartige Beschreibungen passten auf den Anfang der Begegnung kaum. Denn die Rister hatten einen schwierigen Auftakt erlebt, den Blode nach einem Zwischenstand von 8:17 mittels einer Auszeit unterbrach. Im Angriff sei man da zu statisch gewesen, das Passspiel lief nicht wie gewünscht, so der Trainer später. Das frühe Eingreifen zeigte Wirkung: Nach einem Dreier von Hendrik Drescher war wieder Gleichstand (17:17) hergestellt, kurz darauf ging Rist in Führung und mit einem 23:19 in die erste Viertelpause. Der Wedeler Vorsprung näherte sich der Zweistelligkeit an, als Iserlohn kurz vor der Halbzeit einen Zwischenspurt hinlegte und somit nach 20 bestrittenen Minuten wieder alles in der Waage war (41:41). Was danach kam, wissen wir bereits: Keitas glanzvolle Augenblicke, ehe Sredojevic einschritt. (Moritz Kotff / SC Rist, 8.11.2021)

SC Rist (Punkte): Walker (24), Drescher (22), Möller (14), Hollatz (10), Jelic (8), Hoffmann (6), Adomaitis (5), Alegbe, Jentz, Paukste, Schrader, Sredojevic

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