„Wir wollen junge aufstrebende Talente"

Feuertaufe der HSG-Elbvororte beim Lüchau-Cup

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Packende Handball-Action faszinierte das Publikum in der Halle Bergstraße-:
Packende Handball-Action faszinierte das Publikum in der Halle Bergstraße. Foto: pr

Statt seine Mannschaft taktisch auf das Halbfinale im Lüchau-Cup 2022 einzustellen, saß Trainer Mirco Demel vor der Halle Bergstraße in der Sonne. Unfreiwillig, denn sein Team, die 1. Herren des Turnierveranstalters HSG Elbvororte, war nach der 8:10-Niederlage (Spielzeit: 1 x 20 Minuten) gegen den Hamburg-Liga-Konkurrenten TuS Esingen überraschend schon in der Vorrunde ausgeschieden. „Das ist nicht unser Anspruch, insofern bin ich schon enttäuscht“, sagte Demel. „Aber andererseits fehlte mir mit Nicolas Philippi und Fabian Schulte-Berthold der Mittelblock in der 6:0-Deckung, was einige Schwächen in der Defensiv erklärte. Und im Angriff mangelte es im Rückraum noch an Durchschlagskraft und Harmonie, zumal mit Michael Kühn und Bjarne Jessen zwei unserer neuen Youngster noch nicht dabei waren“, erklärte der Coach.

Dass der Landestrainer im Hamburger Handball-Verband (HHV) im zweiten Jahr seiner Tätigkeit bei der HSG Elbvororte den Umbruch einleitete und drei verdiente Spieler aus dem Kader verabschiedete, mutet zunächst ungewöhnlich an, da die Mannschaft auch auf Grund der Erfahrung von Achim Middeldorf, Moritz Ekberg und Oke Schober im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur Hamburg-Liga immerhin Platz sechs belegt hatte. Um die Mannschaft weiterzuentwickeln und gemäß der HSG-Philosophie zum Aushängeschild des Vereins zu machen, bedurfte es aber dieses Schrittes.

„Wir wollen junge aufstrebende Talente aus der Umgebung zu uns locken, unseren Zuschauern in Blankenese und Wedel attraktiven Handball bieten und mittelfristig in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein aufsteigen“, nannte Demel das ehrgeizige Ziel, für das die HSG schon jetzt erfolgversprechende Grundlagen geschaffen hat: Drei Mal pro Woche kann der Kader der ersten Herren eine ganze Halle nutzen, mit Katharina Böning steht eine Physiotherapeutin bei den Spielen und ein Mal beim Training zur Verfügung, mit Franco Tafuro kümmert sich ein C-Lizenzinhaber um die Torhüter, und Oliver „Olli“ Lau hält Trainer Demel als Teammanager alles Organisatorische vom Leib.

Die gewachsene Professionalität im Vereinsverbund, der aus dem TSV Wedel, dem Rissener SV und der SV Blankenese besteht, wird überdies durch eine breite Akzeptanz des ortsansässigen Handels und der Industrie gefördert. HSG-Leiter Daniel Frigoni, Gastronom und Eventveranstalter, machte einst den Anfang, das Bauzentrum Lüchau und andere mittelständische Firmen der Region schlossen sich seinem Engagement an.

„Mit dieser Unterstützung ist es uns möglich, einen ambitionierten Breitensport mit kompetenten Trainern schon in der Jugend zu finanzieren und auch höhere sportliche Ziele anzustreben“, sagte Mirco Demel, der sich auch um die Trainerfortbildung in der Abteilung kümmert. Seine Anforderungen an den Kader der 1. Herren, der 18 Spieler plus zwei Ausbildungsspieler umfasst, sind für Hamburg-Liga-Verhältnisse außergewöhnlich hoch. Zusätzlich zum Teamtraining erwartet Demel von jedem individuelles Athletiktraining, möglichst täglich.

„Wer wie wir uns in der Liga etablieren und oben mitspielen will, muss mehr tun als die anderen“, erklärte der Coach, dessen Ideen in der Mannschaft allmählich auf fruchtbaren Boden fallen. „Die Mannschaft versteht jetzt, was ich will“, sagte Demel, „und sie hat ihr schlechtes Image abgelegt.“ Es werde nicht mehr so viel „gemotzt“ oder reklamiert. Und die Mischung aus Jung und Alt stimme.

Zur Verjüngung des Kaders trugen die 19-jährigen Michael Kühn, Bjarne Jessen und Maris von Kuenheim (alle HTS/BW 96) und Boje Witschel (HSV Hamburg) bei. Von auswärts kam auch noch Linkshänder Lutz Schwampe (28/SG Altona), der den rechten Rückraum verstärken soll. Die restlichen vier Neulinge, Bahne Witschel (22), Jan-Niklas Böge (26), Ben Grote (20) und Torwart Jan Giese (27), wollen den Sprung aus der 2. und 3. Herren in die erste Mannschaft schaffen.

Im ersten Punktspiel der neuen Saison trifft die HSG Elbvororte am Sonntag, 11. September, in der Sporthalle Willhöden in Blankenese auf die HG Hamburg-Barmbek II (16.45 Uhr). Dann soll sich die Leistung stabilisiert haben und das unbefriedigende Abschneiden im Elbe-Lüchau-Pokal 2022 vergessen sein, bei dem der 1. Herren in der Vorrunde nur ein Sieg gegen den TuS Lübeck (12:8) gelang und die Partien gegen TH Eilbeck (7:13), HV Lüneburg (10:11) und TuS Esingen (8:10) verloren gingen. Turniersieger wurde der TH Eilbeck, der Esingen im Finale nach 7-Meter-Werfen mit 14:13 bezwang. (Manfred Bode/kommunikateam GmbH, 7.9.2022)

Letzte Änderung: 06.09.2022

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