Arbeitslosigkeit in Wedel steigt gegen den Trend

Im August sinkt im Kreis Pinneberg die Arbeitslosenzahl erstmals wieder leicht - bis auf Wedel. Kurzarbeit sichert weiterhin viele Arbeitsplätze in der Region. Online-Angebot der Arbeitsagentur macht viele Behördengänge überflüssig.

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Thomas Kenntemich: "Kurzarbeitergeld bleibt für uns aber der richtige Weg, um den Menschen in unserer Region ihre Arbeitsplätze zu erhalten."
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Thomas Kenntemich: "Kurzarbeitergeld bleibt für uns aber der richtige Weg, um den Menschen in unserer Region ihre…
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Die Arbeitslosenzahl im Kreis Pinneberg ist im August um 70 Personen gesunken. Damit sind derzeit 10.314 Menschen arbeitslos gemeldet – zum Vorjahr sind dies 2.343 Personen mehr. Die Arbeitslosenquote ist von 5,9 im Vormonat auf 5,8 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr hatte sie 4,5 Prozent betragen.

„Erstmals seit Beginn der Corona-Krise ist der Arbeitsmarkt wieder im Aufwärtstrend! Viel mehr Menschen waren im letzten Monat bei der Jobsuche erfolgreich. Zudem können mehr Arbeitslose in notwendige Qualifizierungen starten, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Und auch der Ausbildungsstart entlastet den Arbeitsmarkt derzeit", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im August meldeten sich 755 Menschen aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung ab – im Juli waren es nur 487. Weitere 607 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung (Juli: 405).

„Die Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes bindet weiterhin enorm viele Kapazitäten. Es bleibt für uns aber der richtige Weg, um den Menschen in unserer Region ihre Arbeitsplätze und den Betrieben ihre Fachkräfte zu erhalten,“ sagt Thomas Kenntemich.

Im August zeigten nur noch 17 Betriebe aus dem Kreis Pinneberg für 243 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Der Höhepunkt der Anzeigen lag im April – in diesem Monat gingen über 2.300 Anzeigen für rund 27.000 Beschäftigte bei der Arbeitsagentur ein.

Gegen den Kreistrend ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Wedel gestiegen. 1.211 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet - das sind 63 mehr als im Juli und 324 mehr als vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit betreut derzeit 660 und das Jobcenter 551 Arbeitslose. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist von 6,4 Prozent auf 6,7 gestiegen (Vorjahr: 5,0 Prozent).

Aktuell können Arbeitslosmeldungen komplett online erfolgen. Für die Identifizierung anhand von Ausweisdokumenten wurde kurzfristig ein neues Online-Verfahren eingerichtet. Damit ist für das gesamte Verfahren von der Arbeitssuchendmeldung über den Leistungsantrag bis zu einer Abmeldung in Arbeit kein persönliches Erscheinen in der Agentur für Arbeit mehr erforderlich. Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten erprobt, um die Beratungsangebote künftig noch vielseitiger anbieten zu können, dazu gehört auch die Videotelefonie nach vorheriger Terminierung.

Aktuell finden – zum Schutz der Kunden und Mitarbeitenden - nur in dringenden Angelegenheiten persönliche Gespräche in den Dienststellen Elmshorn und Pinneberg statt. Diese Fokussierung auf zwei - gut erreichbare - Standorte im Kreis Pinneberg hat sich bewährt und soll auch bei einer zukünftigen Öffnung in Nach-Corona-Zeiten beibehalten werden. Die Standorte Elmshorn und Pinneberg werden um die vorhandenen Personalressourcen aus Uetersen verstärkt. Ziel ist es, durch die personelle Bündelung die Anliegen der Kunden verbindlich, schnell, fachlich kompetent und möglichst abschließend anbieten zu können.

Das bisherige Dienstgebäude der Arbeitsagentur in Uetersen wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 nicht mehr erforderlich sein. In Einzelfällen werden auch zukünftig persönliche Beratungen ermöglicht und in den benachbarten Räumlichkeiten des Jobcenters Uetersen durchgeführt.

„Wir haben eine gute Lösung für die Zukunft gefunden. Durch die Corona-Einschränkungen haben wir gelernt, dass viele Dinge auch anders und moderner funktionieren. Wir überprüfen unser Agieren ständig. Im Mittelpunkt stehen für uns die Kundinnen und Kunden“ betont Thomas Kenntemich.  (Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 3.9.2020)

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