Arbeitsmarkt 2020 stabilisiert sich nach heftigen Turbulenzen

Arbeitslosenzahl geht im Dezember leicht zurück. Kurzarbeit verhinderte 2020 einen höheren Anstieg der krisenbedingten Arbeitslosigkeit. Mehr als 7.000 Menschen fanden einen neuen Job.

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Agenturleiter Thomas Kenntemich: „Viele Branchen und Betriebe sind von dem zweiten Lockdown im November nicht betroffen gewesen, befanden sich in einer Aufschwungbewegung und waren gut ausgelastet.
Agenturleiter Thomas Kenntemich: „Viele Branchen und Betriebe sind von dem zweiten Lockdown im November nicht betroffen…

Im Kreis Pinneberg waren im Dezember 9.694 Menschen arbeitslos. Damit ist die Arbeitslosenzahl um 58 Personen zum Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl um 1.841 Personen höher. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert zum Vormonat bei 5,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 4,5 Prozent.

„Mit dem Dezember verzeichnen wir im fünften Monat nacheinander einen Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen - auch wenn dieser nur leicht ausfällt. Saisonal üblich wäre ein spürbarer Anstieg gewesen, denn in diesem Monat melden sich viele Arbeitnehmer aus witterungsabhängigen Branchen, Saisonaushilfen und Angestellte mit auslaufenden Arbeitsverträgen“, sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Die abweichende Entwicklung kann Kenntemich erklären: „Viele Branchen und Betriebe sind von dem zweiten Lockdown im November nicht betroffen gewesen, befanden sich in einer Aufschwungbewegung und waren gut ausgelastet. Dies überlagerte die typische Saisonentwicklung. Im Januar dürften der Winter und der verschärfte Lockdown jedoch die Arbeitslosenzahl ansteigen lassen.“

Die Nachfrage der Unternehmen nach Personal war im Dezember zum Vormonat leicht angestiegen. Die Unternehmen gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg insgesamt 399 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Dies waren elf mehr als im November.

Auch in Wedel ging die Arbeitslosenzahl leicht zurück. 1.125 Menschen waren in der Stadt arbeitslos gemeldet, 36 weniger als im November. Zum Vorjahr waren es 269 mehr. Die Agentur für Arbeit betreute 590 und das Jobcenter 535 Arbeitslose. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist von 6,5 auf 6,3 Prozent gesunken (Vorjahr: 4,8 Prozent).

„Wir haben ein noch nie erlebtes Jahr hinter uns. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind mit keiner Wirtschaftskrise zuvor vergleichbar. Die Zahl der Arbeitslosen ist binnen Tagen und Wochen drastisch gestiegen. Durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit in einem noch nie dagewesenen Ausmaß konnte Schlimmeres verhindert werden,“ beschreibt Thomas Kenntemich das vergangene Jahr.

Aus dem Kreis Pinneberg erreichten die Arbeitsagentur innerhalb des letzten Dreivierteljahres 3.538 Anzeigen auf Kurzarbeit für 42.694 Personen. Nicht jede vorab angezeigte Kurzarbeit wurde auch tatsächlich umgesetzt. Die Spitze der Kurzarbeit lag im April mit 14.912 Kurzarbeitende in 2.125 Betrieben. Fast jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte befand sich in Kurzarbeit.

Erfreulicherweise gelangen trotz der erschwerten Umstände einer überraschend hohen Zahl von Arbeitssuchenden der Sprung in eine neue Beschäftigung. So nahmen im letzten Jahr 7.113 Arbeitslose eine neue sozialversicherungspflichtige Arbeit auf - zum Vorjahr nur 282 weniger. Dies kann Mut machen: eine erfolgreiche Arbeitssuche ist auch in Pandemiezeiten möglich! (Gerold Melson /Bundesagentur für Abeit, 7.1.2021)

 

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