Arbeitsmarkt bleibt überwiegend sonnig

Die Arbeitslosenzahl geht auch im April zurück. Bei Bewerbungen sollten Personalchefs mehr auf Potenziale setzen. Kreative Einblicke sind bei der Azubisuche gefragt.

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Thomas Kenntemich: „Die aktuelle Preisentwicklung, Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten und der Ukrainekrieg verunsichern zunehmend die Unternehmen.“
Thomas Kenntemich: „Die aktuelle Preisentwicklung, Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten und der Ukrainekrieg verunsichern zunehmend die Unternehmen.“

Im April ging die Arbeitslosenzahl weiter zurück, wenn auch nicht mehr mit dem Elan des Vormonats. Im April waren 8.027 Menschen im Kreis Pinneberg arbeitslos gemeldet - 153 weniger als im März und 1.963 weniger als vor einem Jahr. Allerdings meldeten sich mit 646 Personen wieder etwas mehr als im Vormonat aus einer Beschäftigung arbeitslos.

„Weiterhin ist die Entwicklung erfreulich, der Abbau der Arbeitslosigkeit wurde im April jedoch leicht eingebremst. Die aktuelle Preisentwicklung, Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten und der Ukrainekrieg verunsichern zunehmend die Unternehmen. Zurückhaltendes Agieren auf der Personalseite kann schaden, denn der Bedarf an Fachkräften ist weiterhin in vielen Betrieben groß“, sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Nur wenige ukrainische Geflüchtete haben sich bislang bei der Arbeitsagentur gemeldet. Zunächst stehen für die meisten Kriegsvertriebenen Herausforderungen wie die Wohnunterbringung, Kinderbetreuung und der Erwerb erster Deutschgrundkenntnisse im Vordergrund. Zudem fehlt in vielen Fällen noch die formale Arbeitserlaubnis. Die finanzielle und arbeitsmarktbezogene Betreuung der ukrainischen Kriegsgeflüchteten wird schon bald in die Aufgaben der Jobcenter wechseln. Eine entsprechende Gesetzesinitiative soll im Mai auf den Weg gebracht werden. (www.arbeitsagentur.de/ukraine)

In der Stadt Wedel ist die Arbeitslosigkeit leicht zurückgegangen. Im April waren 897 Menschen arbeitslos gemeldet – 15 weniger als im März. Zum Vorjahr sind das 262 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote für die Stadt liegt unverändert bei 5,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,5 Prozent.

Die Zahl der offenen Stellenangebote ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Derzeit sind in der Jobbörse der Arbeitsagentur 2.789 Stellen im Kreis Pinneberg gemeldet – 779 mehr als vor einem Jahr. Angebot und Nachfrage passen häufiger auf den ersten Blick nicht zusammen.

„Unternehmen sollten nicht auf die Bewerbung warten, die hundertprozentig auf die Stellenausschreibung passt. Wichtig ist es, den Menschen und seine Perspektive im Betrieb zu betrachten! Arbeitsuchende, die nicht sofort alle Voraussetzungen erfüllen, können dennoch genau die Richtigen werden. Menschen entwickeln sich, Nachteile können oft ausgeglichen und fehlende Kenntnisse durch Qualifizierung angeeignet werden. Hierzu informiert und berät der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter“, darauf weist Thomas Kenntemich hin.

Mit dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen sollten Ausbildungsbetriebe ihre Türen auch für Ausbildungssuchende wieder weit öffnen, appelliert Thomas Kenntemich. Die Ideen seien vielfältig, z.B. mehr Angebote an Kurzpraktika oder eine Beteiligung an der geplanten Praktikumswoche in Schleswig-Holstein, einen Tag der offenen Werkstatt, Schnuppernachmittage, Betriebsführung, Teilnahme an Jobtouren, Azubi-Videos auf der eigenen Webseite oder einen Ausbildungs-Werbeflyer für die Mitarbeiter/innen-Kinder. (Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 4.5.2022)

Letzte Änderung: 04.05.2022

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