Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv

Die Arbeitslosenzahl sinkt. Fachkräfte sind gefragt wie nie! Jobcenter betreuen ab Juni ukrainische Geflüchtete „aus einer Hand“

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Freundlich blickender Mann in grauer Anzugjacke mit weißem Hemd und Schlips
Thomas Kenntemich, Chef der Agentur für Arbeit: „Die ukrainischen Geflüchteten und ihre Betreuer sollten sich möglichst rasch um Arbeitslosengeld 2, Kranken- und Pflegeversicherung sowie um ein Girokonto kümmern."

Im Mai waren 7.754 Menschen im Kreis Pinneberg arbeitslos gemeldet, 3,4 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und damit erstmals niedriger als im vergleichbaren Vor-Corona-Monat (Mai 2019: 4,5 Prozent).

„Betrachtet man nur die Statistikzahlen, ist die Corona-Krise am Arbeitsmarkt praktisch überwunden. Dafür sind neue Herausforderungen ins Blickfeld gerückt. Die hohe Personalnachfrage der Unternehmen wurde durch Ukraine-Krieg, Inflation und Materialknappheit jedoch bislang kaum gebremst“, sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Der Fachkräftebedarf sei wieder das Top-Thema und in vielen Branchen größer als zuvor: „Alle Unternehmen werden ihre Bemühungen und ihre Kreativität ausbauen müssen, damit die Personalausstattung zukünftig nicht zum Flaschenhals der wirtschaftlichen Entwicklung wird.“

Ob Produktion, Dienstleistungen oder Verwaltung – in fast allen Branchen sind Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung gefragt. Für 59 Prozent der aktuell 2.885 gemeldeten Arbeitsstellen wird eine solche Fachkraft gesucht. Für weitere 18 Prozent sind noch höhere Qualifikationen wie z.B. Meister-, Techniker- oder Studienabschlüsse erwünscht. Nur 23 Prozent der Jobangebote werden für Ungelernte angeboten.

Auch in der Stadt Wedel ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen. Im Mai waren 877 Menschen arbeitslos gemeldet – 20 weniger als im April und 257 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für die Stadt ist von 5,0 auf 4,9 Prozent gesunken. Vor einem Jahr betrug sie 6,3 Prozent.

Die Beratung, Betreuung und finanzielle Sicherung der ukrainischen Kriegsgeflüchteten hat der Gesetzgeber ab Juni ganzheitlich in die Hände der Jobcenter gegeben. Dadurch wird die Zahl der Kunden im Jobcenter in den kommenden Wochen steigen. Über die letzten Monate ist die Zahl der unterstützten Bedarfsgemeinschaften („Haushalte“) rückläufig gewesen. Aktuell sind im Kreis 9.763 Bedarfsgemeinschaften auf Hilfen angewiesen – das sind 1.072 weniger als vor einem Jahr.

„Die ukrainischen Geflüchteten und ihre Betreuer sollten sich möglichst rasch um Arbeitslosengeld 2, Kranken- und Pflegeversicherung sowie um ein Girokonto kümmern. Das Jobcenter hat sich auf eine große Zahl von Neuanträgen vorbereitet und versucht die Umstellungswelle zügig und unbürokratisch zu bearbeiten. Nach der Umstellung kommen finanzielle Unterstützung, berufliche Beratung und Qualifizierung aus einer Hand. Die Mitarbeitenden des Jobcenters bringen dabei ihre umfangreichen Erfahrungen und Kompetenzen aus der Flüchtlingswelle 2015/16 ein“, darauf weist Thomas Kenntemich hin. Zugleich mahnt er Arbeitgeber, die ukrainischen Flüchtlinge nicht als Lösung für das Fachkräfteproblem zu sehen:

„Wir sind derzeit in erster Linie humanitär gefordert. Die Frauen und Kinder kommen nicht nach Deutschland, um unseren Arbeitskräftebedarf zu decken. Wer jedoch in Deutschland bleiben will, wird individuell auf seinem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt!“

Telefonische Beratung gibt es unter der zentralen Rufnummer 0911-178 7915 auch auf ukrainischer und russischer Sprache. Weitere Informationen bietet das Jobcenter Kreis Pinneberg auf seiner Internetseite www.jobcenter-kreis-pinneberg.de. (Gerold Melson, Agentur für Arbeit Elmshorn, 31.5.22)

Letzte Änderung: 01.06.2022

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