Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung mit „Handbremse“

Die Arbeitslosenzahl ist im März saisonal gesunken, auch in Wedel geht sie im Lockdown leicht zurück.

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Thomas Kenntemich: „Die Chancen für Ausbildungssuchende sind gut".
Thomas Kenntemich: „Die Chancen für Ausbildungssuchende sind gut".

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es mehr Angebote als Interessenten. Für einen Termin mit der Berufsberatung ist es noch nicht zu spät!

Der Winter ist beendet – auch die Arbeitslosenzahl geht erstmals in diesem Jahr zurück. Im Kreis Pinneberg ist sie um 362 auf 10.115 Personen gesunken. Zum Vorjahr ist die Zahl um 2081 Personen oder 26 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote sinkt von 5,9 auf 5,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 4,6 Prozent betragen.

„Die Frühjahrsbelebung setzt sich im März trotz des fortgesetzten Lockdowns durch. Dies reicht für einen ersten saisonalen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der coronabedingte Aufwuchs zum Vorjahr bleibt jedoch weiterhin bestehen", erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im März meldeten sich weniger Menschen arbeitslos. Und auch die Arbeitssuche war häufiger erfolgreich. So nahmen 693 Menschen eine Beschäftigung auf und beendeten dadurch ihre Arbeitslosigkeit - 159 mehr als im Februar.

„Die aktuell notwendigen Corona-Maßnahmen treffen einige Branchen wie das Gastgewerbe, Tourismus oder Veranstaltungswesen sehr hart. Andere Bereiche wie das Handwerk sind kaum betroffen, Produzenten und Händler von Lebensmittel oder Hygiene- und Medizinartikeln stocken sogar auf. Die Arbeitssuche kann erfolgreicher werden, wenn sie an die aktuellen Gegebenheiten flexibel angepasst wird. Am Arbeitsmarkt ergeben sich zum Frühjahr erfahrungsgemäß viele gute Chancen – nutzen wir sie“, sagt Thomas Kenntemich.

Auch in der Stadt Wedel ging die Arbeitslosenzahl leicht zurück. Im März waren 1147 Menschen arbeitslos gemeldet, 46 weniger als im Februar. Zum Vorjahr waren es jedoch 256 mehr. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist von 6,6 auf 6,4 Prozent gesunken (Vorjahr: 5,0 Prozent).

Die Corona-Pandemie ist auch auf dem Ausbildungsmarkt spürbar. Aktuell hängt der Ausbildungsmarkt der üblichen Entwicklung fast zwei Monate hinterher. Bei der Berufsberatung meldeten sich bislang 928 Ausbildungssuchende, rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Von ihnen sind derzeit noch 561 auf der Suche nach einem Platz.

Besser sieht es auf der Stellenseite aus. Pandemiebedingt gab es zwar hier auch einen Rückgang, aber dieser fällt mit acht Prozent trotz des langanhaltenden Lockdowns relativ moderat aus. Die meisten Betriebe, die nicht direkt von den Einschränkungen betroffen sind, wollen auch in diesem Jahr ihre Ausbildungsleistung unvermindert fortsetzen. Sie haben bisher 1412 Berufsausbildungsstellen gemeldet. 801 Stellen sind noch unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

„Die Chancen für Ausbildungssuchende sind gut. Viele Betriebe haben ihre Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Aktuell haben wir mehr offene Ausbildungsangebote als Interessenten“, sagt Thomas Kenntemich. Damit der Ausbildungsberuf zu den eigenen Interessen und Talenten passt, rät Kenntemich: „Wichtig ist das Gespräch mit der Berufsberatung - noch ist es nicht zu spät für einen Termin. Ein Jahr Leerlauf muss nicht sein. Studium, Ausbildung oder Alternativen - für die meisten Schulabgänger ist auch in diesem Jahr mehr drin!“

Termine mit der Berufsberatung gibt es unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 4 5555 00. Ausbildungsbetriebe wenden sich an den Arbeitgeber-Service unter 0800 – 4 5555 20. (Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 3.4.3021)

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