Arbeitsmarkt setzt Aufwärtstrend fort

Die Arbeitslosenzahl geht weiter zurück. Mehr Unternehmen fragen Personal nach. Noch gibt es viele attraktive Ausbildungsangebote!

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Porträt eines Mannes mit grauem Haar, weißem Hemd, Krawatte
Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn: „Die Suche nach den passenden Auszubildenden bleibt für viele Betriebe eine Herausforderung." Foto: Agentur für Arbeit

In kleinen Schritten, aber stetig, setzt sich die Erholung des Arbeitsmarktes im vierten Monat in Folge fort. Im Kreis Pinneberg ist die Arbeitslosenzahl um 124 auf 9.662 Personen gesunken. Zum Vorjahr liegt die Zahl um 388 Personen niedriger. Die Arbeitslosenquote ist von 5,5 auf 5,4 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 5,7 Prozent betragen.

„Der Vorwärtsdrang des Arbeitsmarktes ist jetzt deutlich zu spüren. Unternehmen suchen wieder mehr Personal, Fachkräfte sind in den meisten Branchen gefragt. Die Arbeitslosenzahl sinkt weiter, obwohl sich saisonal viele junge Menschen nach Schul- oder Ausbildungsende arbeitslos meldeten. Für die Ausbildungsabsolventen gibt es interessante Jobangebote. Viele werden schon bald eine neue berufliche Herausforderung antreten können", ist Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn, überzeugt.

Auch in der Stadt Wedel ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück. Im Juni waren 1.109 Menschen arbeitslos gemeldet - 25 weniger als im Mai und 31 weniger als vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit betreute 506 und das Jobcenter 603 Arbeitslose. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist von 6,3 auf 6,1 Prozent gesunken (Vorjahr: 6,3 Prozent).

„Das Thema Fachkräftebedarf rückt in den Betrieben wieder ganz nach oben. Doch jedem zweiten Arbeitslosen fehlt der Berufsabschluss. Wir sprechen mit den Betroffenen über das Nachholen eines Berufsabschlusses oder zumindest einer Teilqualifizierung. Eine Förderung ist oftmals möglich, die individuellen Gegebenheiten müssen aber auch stimmen“, erklärt Thomas Kenntemich.

Die Personalnachfrage der Unternehmen hat im Juni deutlich angezogen. Die Unternehmen gaben 590 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf - 84 mehr als im Mai und 231 mehr als im Juni 2020.

Überraschend positive Daten kommen von der Beschäftigtenstatistik, die nun bis Jahresende 2020 vorliegt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Kreis Pinneberg lag am Stichtag (31.12.2020) bei 94.259 Personen. Das waren 559 Beschäftigte oder 0,6 Prozent mehr als Ende Dezember 2019. Mehr Beschäftigte gab es im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung, im Lebensmitteleinzelhandel und im Baugewerbe.

Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich die Schere zwischen Ausbildungsangebot und Ausbildungssuchenden weiter geöffnet - Grund ist vor allem die sinkende Nachfrage seitens der Bewerber/innen. Die Zahl der Ausbildungssuchenden ging um rund 17 Prozent zurück. Viele Unternehmen bieten aktuell noch Ausbildungsplätze an – im Juni waren über 600 Stellen im Kreis Pinneberg noch offen.

„Die Suche nach den passenden Auszubildenden bleibt für viele Betriebe eine Herausforderung. Es gibt aber auch viele Jugendliche, die noch keine Zusage für einen Ausbildungsplatz haben. Jetzt gilt es aufeinander zuzugehen, Anforderungen und Ansprüche zu überdenken und für Alternativen offen zu sein. Wenn erforderlich, fördern wir Jugendliche mit zusätzlichem Stützunterricht und sozialpädagogischer Betreuung“, betont Thomas Kenntemich und weist damit auf die Hilfen hin, die die Berufsberatung bereits ab Ausbildungsbeginn anbieten kann. (Gerold Melson, Agentur für Arbeit Elmshorn, 30.06.2021)

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