Arbeitsmarkt spürt noch die Ferienzeit

Arbeitslosenzahl ist im August leicht gestiegen. Arbeitslose und Beschäftigte können Qualifizierungen nutzen, um zur gesuchten Fachkraft zu werden. Noch über 500 freie Ausbildungsplätze im Kreis – auch im September ist es für einen Ausbildungsvertrag nicht zu spät!

in Wirtschaft & Branchen, Top-News

Freundlich blickender Mann in grauer Anzugjacke mit weißem Hemd und Schlips
Thomas Kenntemich, Chef der Agentur für Arbeit: „Mit einem Berufsabschluss ist nicht nur das Risiko von Arbeitslosigkeit deutlich geringer. Auch wachsen in der Regel der Verdienst, die Entwicklungschancen und die Zufriedenheit mit den interessanteren und verantwortungsvolleren Aufgaben."

Im Ferienmonat August ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg um 65 auf 9.123 Personen leicht angestiegen. „Zwar meldeten sich weniger Menschen als im Vormonat aus einer Beschäftigung, Ausbildung oder Qualifizierung arbeitslos, doch weiterhin werden auch ukrainische Kriegsgeflüchtete vom Jobcenter neu erfasst und beraten“, erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn, die aktuelle Entwicklung. Die Arbeitslosenquote steigt von 5,1 Prozent auf 5,2 Prozent (Vorjahr: 5,1 Prozent).

Aktuell sind im Kreis 1.457 erwerbsfähige Personen aus der Ukraine bei Jobcenter und Arbeitsagentur gemeldet. Ihre Zahl ist zum Juli um 107 gestiegen. Der Frauenanteil beträgt 78 Prozent. Häufig beschäftigen sich die Menschen in den Beratungen erstmals systematisch mit Überlegungen zu einer beruflichen Zukunft in Deutschland. In den Gesprächen stehen besonders häufig die Themen Deutschsprachkursus, Anerkennung von Zeugnissen, Qualifizierung sowie Kinderbetreuung an.

Arbeitssuchenden bietet der Arbeitsmarkt weiterhin gute Chancen. In drei von vier Stellenausschreibungen werden dabei Fachkräfte mit Ausbildungs-, Fachschul- oder Studienabschluss gesucht. Die Mehrheit der Arbeitslosen hat jedoch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Qualifizierung bleibt daher für Kenntemich ein ganz wichtiger Baustein gegen den Fachkräftemangel – für Arbeitslose genauso wie für Beschäftigte.

„Mit einem Berufsabschluss ist nicht nur das Risiko von Arbeitslosigkeit deutlich geringer. Auch wachsen in der Regel der Verdienst, die Entwicklungschancen und die Zufriedenheit mit den interessanteren und verantwortungsvolleren Aufgaben“, erläutert Thomas Kenntemich und appelliert an Arbeitgeber, ihren Beschäftigten erforderliche Qualifizierungschancen zu ermöglichen.

In der Stadt Wedel gab es keine Veränderung bei der Arbeitslosenzahl – unverändert zum Juli waren 950 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies sind 70 weniger als im August 2021. Die Arbeitslosenquote für die Stadt bleibt bei 5,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 5,6 Prozent.

„Viele Jugendliche starten jetzt wieder in ihre Ausbildungen, etliche Ausbildungsplätze bleiben aber frei. Erfahrungsgemäß geben suchende Ausbildungsbetriebe passenden Bewerbungen auch nach Ausbildungsstart noch eine Chance. Auch in den kommenden Wochen können daher Ausbldungsverträge geschlossen werden!“ sagt Thomas Kenntemich.

Kurzentschlossene können sich unter 0800 – 4 5555 00 (gebührenfrei) bei der Berufsberatung melden. Die Arbeitsagentur berät zu Ausbildung, Studium, Alternativen und Überbrückungsmöglichkeiten – ganz nach Bedarf.

Wenn es in der Ausbildung nicht gleich so klappt wie gedacht, sollte nicht sofort an Abbruch gedacht werden. Die Arbeitsagentur unterstützt Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bei Bedarf mit Zusatzunterricht und sozialpädagogischer Betreuung - und das sogar schon ab Ausbildungsstart!

Telefonische Beratung gibt es unter der zentralen Rufnummer 0911-178 7915 auch auf ukrainischer und russischer Sprache. Weitere Informationen bietet das Jobcenter Kreis Pinneberg auf seiner Internetseite www.jobcenter-kreis-pinneberg.de. (Gerold Melson, Agentur für Arbeit Elmshorn, 1.9.22)

Letzte Änderung: 01.09.2022

Mit freundlicher Unterstützung von..