Ashot, der Auszubildende

Blitz-Integration: Flüchtling aus Armenien lernt Steinbildhauer bei Meister Pahl

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Tanja Kopecky-Pahl und der Auszubildende Ashot Martirosyan und eine seiner ersten Arbeiten: ein Reliefs eines leidenden…

Vor rund einem Jahr kam Ashot Martirosyan gemeinsam mit seiner Mutter aus Armenien in Deutschland an. Außer dem Wort "Schwein" konnte der damals 15 Jahre alte Schüler kein deutsch. Die beiden beantragten Asyl, das Verfahren läuft. Ein Jahr später spricht der junge Mann fast so fließend wie ein Einheimischer, hat deutsche Freunde und mit Feuereifer eine Ausbildung begonnen. Bei Tim Pahl lernt er den Beruf des Steinbildhauers beziehungsweise Steinmetzens. Sein Resümee nach einem Jahr: "Ich bin überglücklich!"

Wenn man ihn nach der Ursache von Flucht und Asyl fragt, wird der Junge ernst und stumm und eine Anmutung von Traurigkeit legt sich übers Gesicht. Es mag nicht darüber reden, warum er mit seiner Mutter die Heimat, Freunde und Verwandte verließ - dass es wohl kein Urlaubstrip war, mag man daran erkennen, dass sein Vater nicht dabei war.

Einer Betreuerin im Integrationsunterricht in Pinneberg fiel auf, dass Ashot künstlerisch sehr begabt ist. Kein Wunder, denn nach der Grundschule besuchte der junge Mann vier Jahre lang eine spezielle Kunst-Akademie. Die Betreuerin sprach darauf Steinmetzmeister Tim Pahl an - nach einem Vorstellungsgespräch im Sommer wurde ein Praktikum vereinbart. "Schon zwei Tage nach Praktikumsbeginn war für uns klar: Den wollen wir!" sagte Chefin Tanja Kopecky-Pahl. Am 1. August begann die Ausbildung.

Jetzt bedient der talentierte Azubi nicht nur erfolgreich Hammer und Meißel, sondern hat es wegen mittlerweile hervorragender Deutsch-Kenntnisse - sogar mit ein bisschen norddeutschem Slang Marke "Da nicht für...- geschafft, beim normalen Berufsschulunterricht mitzumachen. Ein Grund dafür ist wohl auch, dass bei Ashot Martirosyan quasi rund um die Uhr das Radio läuft und er sich so das Verständnis der Sprache Luthers und Goethes rasch erwirbt.

Seine Chance, hier eine Ausbildung anzufangen, kann er immer noch kaum fassen. "Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll ich das finde." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 19.11.2016)

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