Arbeitsmarkt startet weiter durch

Arbeitslosenzahl geht weiter zurück, Fachkräfte bleiben gesucht. Viele Ausbildungsplätze sind noch zu besetzen.

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Thomas Kenntemich: „Ein Nachholen des Berufsabschlusses ist langfristig gewinnbringender als der kurze Weg in den nächsten Helferjob."
Thomas Kenntemich: „Ein Nachholen des Berufsabschlusses ist langfristig gewinnbringender als der kurze Weg in den nächsten Helferjob."

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hat Fahrt aufgenommen. Die Arbeitslosenzahl ist nun schon im sechsten Monat in Folge rückläufig.

Im Kreis Pinneberg waren im August 9.030 Menschen arbeitslos gemeldet, 512 weniger als im Juli. Zum Vorjahr liegt die Zahl um 1.284 Personen oder 12,4 Prozent niedriger. Die Arbeitslosenquote ist von 5,4 auf 5,1 Prozent gesunken. Vor einem Jahr hatte sie 5,8 Prozent betragen.

„Nach Ferienende bekommt der Arbeitsmarkt zusätzlichen Schwung. Diese saisonal übliche Entwicklung fällt in diesem Jahr kräftig aus. Betriebe stellen verstärkt wieder Personal ein, Schule oder Studium beginnen, Qualifizierungen starten. Die Herbstbelebung bietet wieder mehr Chancen, die eigene Jobsuche erfolgreich anzugehen!“, betont Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Mit der anhaltend guten Entwicklung holt der Arbeitsmarkt weiter auf, bleibt aber von seiner Form vor Corona noch entfernt. Aktuell sind 1.059 Arbeitslose mehr als im August 2019 gemeldet – dem letzten Vergleichsmonat vor der Corona-Pandemie. Zum damaligen Zeitpunkt lag die Arbeitslosenquote im Kreis bei 4,5 Prozent.

Auch in der Stadt Wedel geht die Arbeitslosigkeit zurück. Im August waren 1.020 Menschen arbeitslos gemeldet - 73 weniger als im Juli und 191 weniger als vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit betreut 443 und das Jobcenter 577 Arbeitslose. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist von 6,0 auf 5,6 Prozent gesunken (Vorjahr: 6,7 Prozent).

Die Wirtschaft vertraut auf eine gute Entwicklung. Arbeitskräfte sind gefragt – vor allem Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. „Das Risiko von Arbeitslosigkeit liegt für Ungelernte deutlich höher. Ein Berufsabschluss verhilft meist zu mehr Sicherheit, besserem Einkommen und attraktiveren Tätigkeiten. Ein Nachholen des Berufsabschlusses ist langfristig gewinnbringender als der kurze Weg in den nächsten Helferjob. Sprechen Sie mit den Beratungsfachkräften von Arbeitsagentur und Jobcenter über die individuellen Möglichkeiten,“ appelliert Thomas Kenntemich.

Die Personalnachfrage der Unternehmen liegt zum Vorjahr deutlich höher. Die Unternehmen gaben 479 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 4.092 Arbeitsangebote im Kreis Pinneberg gemeldet – 837 mehr als in den ersten acht Monaten des letzten Jahres.

Auf dem Ausbildungsmarkt hat noch nicht jeder Betrieb den passenden Auszubildenden gefunden - zuletzt waren im Kreis Pinneberg noch rund 500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Zahl der Ausbildungssuchenden ging um fast 18 Prozent zurück, dennoch gibt es auch wieder Jugendliche, die bisher keine Zusage haben. „Besonders im Lebensmitteleinzelhandel, im Handwerk und in der Lagerlogistik werden noch Ausbildungsplätze angeboten. Manchmal ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, weil Plätze kurzfristig wieder frei werden. Unsere Vermittlungsaktivitäten laufen daher weiter. Mit Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle sprechen wir auch über berufliche Alternativen oder Überbrückungen“, erklärt Thomas Kenntemich. . (Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 1.9.2021)

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