Arbeitsmarkt überwindet den Corona-Schock

Der Arbeitsmarkt im Kreis war 2021 noch stark von der Corona-Pandemie geprägt, legt aber im Laufe des Jahres eine beachtliche Aufholjagd hin. Auch in Wedel liegt die Arbeitslosenzahl niedriger als vor einem Jahr

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Thomas Kenntemich: „„Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitierten von einem beträchtlichen Nachholbedarf“
Thomas Kenntemich: „Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitierten von einem beträchtlichen Nachholbedarf.“

In das Jahr 2021 startete die Wirtschaft mit einem Teillockdown, im Februar war mit 10.477 Arbeitslosen der höchste Wert im Kreis Pinneberg während der Corona-Pandemie erreicht. Danach holte der Arbeitsmarkt jedoch beachtlich auf. Zehn Monate sanken die Arbeitslosenzahlen – sogar noch im Wintermonat Dezember.

Das Vor-Corona-Niveau wurde noch nicht wieder erreicht. Der Jahresdurchschnitt liegt mit 9.371 Arbeitslosen zwar niedriger als 2020, jedoch um 1.428 Personen über dem von 2019. Zum Jahresende 2021 sieht es aber erfreulich aus – es gab nur noch 265 Arbeitslose mehr als im Dezember 2019.

Einen deutlichen Aufwärtstrend gab es bei der Personalnachfrage - mit insgesamt 6.003 gemeldeten Jobs ist das Angebot um 23,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Unbeeindruckt von der Krise blieb auch die Beschäftigungsentwicklung. Mit 94.906 Sozialversicherungspflichtigen wurde ein neuer Höchststand im Kreis erzielt.

„Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitierten von einem beträchtlichen Nachholbedarf“, erläutert Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. „Doch nicht jede Branche und nicht alle Arbeitssuchende konnten bisher wieder richtig in den Tritt gekommen. Hier bleibt für 2022 die große Aufgabe alle auf dem Weg mitzunehmen!“

Besonders das Gastgewerbe, der stationäre Einzelhandel (ohne Lebensmittel) oder das Veranstaltungswesen verzeichnen eine spürbare Kundenzurückhaltung. Andere Unternehmen sind von Lieferschwierigkeiten z.B. bei elektronischen Bauteilen oder Baustoffen betroffen und können derzeit nicht alle Aufträge so schnell abarbeiten. Viele Unternehmen sind nach wie vor auf Kurzarbeit angewiesen. Die Agentur für Arbeit Elmshorn musste deshalb die Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes personell aus anderen Bereichen wieder verstärken.

In Wedel stieg die Arbeitslosenzahl im Dezember saisonbedingt leicht. 918 Menschen waren arbeitslos, 20 mehr als im November, aber 207 weniger als vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit betreut 375 Arbeitslose, das Jobcenter 543. Die Wedeler Arbeitslosenquote ist aktuell von 5,0 auf 5,1 Prozent gestiegen, lag jedoch vor einem Jahr bei 6,3 Prozent.

„Zum Frühjahr dürften Wirtschaft und Arbeitsmarkt erneut einen spürbar positiven Schub bekommen. Dann rechne ich mit einer steigenden Personalnachfrage, mehr Chancen bei der Arbeitssuche und einem kräftigen Wachstum. Es bestehen gute Aussichten, dass die Arbeitslosigkeit in 2022 unter das Vor-Corona-Niveau sinken wird“, sagt Thomas Kenntemich.

Wenn der Arbeitsmarkt anzieht, werden vor allem Fachkräfte gefragt sein. Auch durch die Digitalisierung werden überwiegend neue Arbeitsmöglichkeiten für Qualifizierte entstehen. Hinzu kommt, dass in wenigen Jahren die gut ausgebildeten, geburtenstarken Jahrgänge den Arbeitsmarkt in Richtung Rente verlassen werden.

„Corona hat für einige Monate die langfristigen Herausforderungen am Arbeitsmarkt überdeckt. Der Fachkräftebedarf wird das Thema der nächsten Jahre sein“, sagt Thomas Kenntemich, aber bleibt optimistisch: „Lassen Sie uns die schwierigen Aufgaben als Herausforderungen annehmen und die Chancen sehen. Ich wünsche mir, dass wir uns den Zusammenhalt, Mut und Optimismus der letzten Monate erhalten können. Dann hat 2022 das Potenzial zum Erfolgsjahr für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in unserer Region zu werden!“ (Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 5.1.2022)

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