Die Profis für Unterwasser-High-Tech

ATLAS ELEKTRONIK baut in Wedel Torpedos für verschiedene Anforderungen

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Hier wird beladen: Ein U-Boot übernimmt Technik von ATLAS ELEKTRONIK an Bord.
Hier wird beladen: Ein U-Boot übernimmt Technik von ATLAS ELEKTRONIK an Bord., Hier wird beladen: Ein U-Boot übernimmt…

Man kann es beklagen, verfluchen, beweinen, jedoch ändert das alles nichts an der Situation: Bewaffnete Konflikte zwischen verschiedenen Staaten, Staaten-Gruppen oder Organisationen sind leider immer noch Realität. Und so lange sich Länder mit Krieg bedrohen, so lange sind auch die Produkte von ATLAS ELEKTRONIK in Wedel unverzichtbar. Rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen an der Industriestraße die besten Torpedos der Welt – zurückgezogen und unauffällig, aber effektiv.

Keine Namen, wenig Zahlen – bestimmte Dinge möchte das Team nicht verraten, denn Sicherheit geht vor. Doch andererseits will das Unternehmen transparent auftreten und Vorurteile abbauen – da sitzt der Unternehmensleiter ein bisschen zwischen Baum und Borke. Gern spricht er mit wedel.de - darf aber nicht zu viel verraten, gern zeigt er auch die Produktionshallen – Fotos sind aber tabu.

 „Unser Unternehmen ist das deutsche Kompetenz-Zentrum für Torpedos“, sagt der Geschäftsführer. Der Bau dieser „Aale“, wie die Torpedos nicht nur im Film-Klassiker „Das Boot“ genannt werden, hat in Wedel eine lange Geschichte. Bei vielen sind noch heute Geschichten von AEG-Schiffbau in der Hafenstraße unvergessen, die ihre Geräte noch wenige Wochen vor dem Falklandkrieg nach Argentinien lieferten – und die wegen eines Wartungsfehlers der Argentinier im Ernstfall der Auseinandersetzung mit England ausfielen.

Nach der Zerschlagung von AEG/DASA wurde der Bereich von anderen Unternehmen verkauft und ist jetzt Teil des Gemeinschaftsunternehmens von ThyssenKrupp und Airbus Defence & Space.

Die Funktionsweise hat sich seit den fiktiven U-96-Zeiten samt der Film-Akteure „Leutnant Werner“, dem „Alten“ und „Maschinist Johann, das Gespenst“ kräftig verändert. Wurden im Weltkrieg Torpedos einmal abgefeuert, konnten sie nur auf dem zuvor eingestellten Kurs laufen. In den 60er-Jahren wurden sie mit Signalen über ein dünnes Kupferkabel, dass das Gerät hinter sich herzog, ferngesteuert. Bei späteren Modellen löste eine Glasfaser-Leitung das Metall ab. Dieser „Seehecht“ genannte Torpedo ist in etwa sieben Meter lang -  Länge und Durchmesser der Glasfaser sind allerdings geheim.

Die neuesten Modelle sind eine Art „Unterwasser Cruise Missile“ und werden GPS-gelenkt, bis Sonar und Geräuschsensoren die Ansteuerung übernehmen. Die Reichweite beträgt bis zu 140 Kilometer mit Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometern pro Stunde – bei Langstrecken können die Torpedos während der Fahrt auftauchen, sich am Satelliten orientieren und dann auf eventuell korrigiertem Kurs weiterlaufen.

Damit der Elektromotor die Leistung von 270 Kilowatt erreicht, sind spezielle Batterien erforderlich – auch sie sind Betriebsgeheimnis und einer der Gründe, weshalb die Geschosse von ATLAS ELEKTRONIK auf der ganzen Welt nachgefragt – aber natürlich nur streng nach den Regeln der Bundesregierung auch geliefert werden. „90 Prozent unseres Knowhows haben wir im eigenen Haus“, so der Geschäftsführer. Mathematiker und Physiker sind neben Ingenieuren in der Forschung und Entwicklung im Einsatz. Maschinenbauer, Elektrotechniker und andere Fachleute sind damit beschäftigt, rund 30 bis 50 Torpedos im Jahr zu montieren.

Neueste Entwicklung: ein Anti-Torpedo Torpedo. „SeaSpider“ ist der Name des durch Feststoffraketen besonders schnellen Geschosses, das anlaufende Torpedos sucht und zerstört. Und noch etwas Beruhigendes zum Ende: Niemand muss Sorge haben, dass in den Wedeler Betriebsräumen von ATLAS ELEKTRONIK etwas in die Luft fliegt. Der Geschäftsführer: „Wir bauen hier nur die Träger-Technik – die Sprengköpfe werden woanders montiert.“ (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 24.6.2016) )

www.atlas-elektronik.com

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit wedel.de-Werbepartnern.

        

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