Die Wedeler Bulli-Parade

Old Honk: Daniel Hofmann verleiht VW-Busse fürs Campen im Retro-Stil

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Daniel Hofmann und Teile seiner Fahrzeugflotte - ständig ist er auf der Suche nach neuen alten Bullis.
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Daniel Hofmann und Teile seiner Fahrzeugflotte - ständig ist er auf der Suche nach neuen alten Bullis., Daniel Hofmann und…
Mit ihm fing alles an: der blau-weiße T2-Traum.
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Mit ihm fing alles an: der blau-weiße T2-Traum., Mit ihm fing alles an: der blau-weiße T2-Traum.
Oft erhält "Hansen" die automobilen Schätze in leicht abgerocktem Zustand - da muss dann viel Arbeit hineingesteckt werden.
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Oft erhält "Hansen" die automobilen Schätze in leicht abgerocktem Zustand - da muss dann viel Arbeit hineingesteckt werden.,…
Selbst ist der Bulli-Liebhaber! Bei möglichst vielen Reparaturen legt Daniel Hofmann Hand an - die Bremsen aber beispielsweise werden immer in einer Meister-Werkstatt gemacht.
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Selbst ist der Bulli-Liebhaber! Bei möglichst vielen Reparaturen legt Daniel Hofmann Hand an - die Bremsen aber…

Der VW Bulli – er ist ein Stück deutsche Kulturgeschichte. Und für Kinder mit Geburtsjahr so bis zum Ende der 70er oft verbunden mit lebendigen Erinnerungen: Mit welchem Lieferwagen holte der Gemüsemann die gesunde Frische vom Großmarkt? VW Bulli! Wer brachte unsere Helden von Polizei und Feuerwehr zu den Orten des Grauens? VW Bulli!  Wie bewegten sich die Hippies zu ihren Demos gegen den Vietnamkrieg? VW Bulli! Mit welchem Bus fuhr so mancher Zivi Omas in die Tagespflegestätte? VW Bulli! Die Modelle T1  bis T3 des  Volkswagen-Busses besaßen schier unendlich viele Einsatzfelder und Liebhaber. Daniel Hofmann, alias „Hansen“, aus Wedel ist einer von ihnen. Er mag die robusten, luftgekühlten Dauerläufer so sehr, dass er seinen Job bei einer Personalvermittlung aufgab, um sich mit ihnen selbstständig zu machen. „Old Honk“ – bedeutet in etwa „alte Hupe“ - heißt seine Fahrzeugvermietung für Retro Camper.

Es war im Jahr 2011 als Hansens Freundin Jenny eine spezielle Art des Fernwehs erfasste. Sie wollte reisen und zwar nicht irgendwie, sondern in einem Wohnmobil und zwar nicht in irgendeinem, sondern einem VW Bulli. Mit einer damaligen VW T2 Forumsbekanntschaft und nun gutem Freund Tom zog er los und kaufte einen blau-weißen Traum, einen T2 Baujahr 1978, 50 PS, 4 Gänge, 7000 Euro. Hansen: „Der Urlaub auf der Insel Poel war fantastisch!“

Als Freunde  2014 auch mit urlauben wollten und ebenfalls in einem Bulli, begab sich Hansen auf die Suche nach Miet-Fahrzeugen. Dabei stellte er fest, dass es dabei so richtig professionelle Angebote gar nicht gab. Hinzu kam eine schon längere Grund-Unzufriedenheit mit dem bisherigen Job, was zusammen den Betriebswirt dazu bewog, einen Business-Plan „Vermietung von Retro-Campern“ aufzustellen.

Anfang 2015 ging er an den Start. Er kaufte Stück für Stück Bullis der Reihe T2 und T3, teils mit Aufstelldach, ein größerer LT war auch dabei. Mittlerweile hat er fünf Fahrzeuge in unterschiedlicher Ausstattung: Gaskocher oder- Herd, mit und ohne Camping-WC, Kühlschrank und mit kuscheligen Liegewiesen.

Teilweise sind dabei die Prachtstücke in einem Zustand, der noch optimiert werden kann. Das erledigt Hansen zum großen Teil selbst, denn so kompliziert ist die Technik nicht. Motor ein- und ausbauen und Blechteile wechseln geht in seiner Garage im Wedeler Gewerbegebiet inzwischen flott von der Hand. Mit einem befreundeten Bootstischler konzipiert Hansen die Innenausbauten und schreinert sie zusammen. „Entscheidende Dinge wir Bremsen lasse ich natürlich von einer Meister-Werkstatt reparieren und warten“, sagt der Bulli-Vermieter. Die Qualität wird geprüft. „Meine Fahrzeuge müssen jährlich durch den TÜV.“

Obgleich es ja immer etwas mehr sein kann, ist Hansen mit der Nachfrage ganz zufrieden. Was ihn eigentlich stört, er kann die hohe Nachfrage in der Hauptsaison nicht bedienen, aber er arbeitet ja stetig am Ausbau seiner Retro-Flotte. Nicht nur aus Deutschland buchen Bulli-Fans, sondern auch aus Österreich und der Schweiz, die dann Richtung Wedel fliegen und hier den Bulli für einen ausgedehnten Trip durch Lappland oder Norwegen zu übernehmen. Das eher einfache Ambiente macht dabei den ganz besonderen Reiz aus – hochtechnisierte Wohnmobile mit allem Schnickschnack von Standheizung bis Eiswürfelmaschine sind eben nicht jedermanns Fall. Vom gleichförmigen Langweiler-Design dieser fahrenden Hotelzimmer mal ganz abgesehen. Hansen nennt noch ein stichhaltiges Argument pro Bulli: „Es ist die Größe. Mit einer Länger von knapp 4,70 Metern findet man noch bequem Parkplätze in Städten. Da ist ja manche moderne Limousine länger.“  (Jörg Frenzel /kommunikateam GmbH,30.09.2017)

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