Ein Imbiss für den großen Hunger

Armin Zeier und sein „Trucker-Treff“ sind eine Institution

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Meister der schnellen Küche: Armin Zeier.
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Kräftige Hausmannskost wie Schnitzel mit Gemüse gibt's und...
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...natürlich lassen Armins Curry-Würste die Herzen höher schlagen.
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Das mekka der Pommes-Fans in Wedel ist rund 30 Quadratmeter groß: der Trucker-Treff.

Wenn der kleine Hunger kommt, mag ein kerniger Schokoriegel manchmal ja noch ausreichen. Doch wer richtig „Knast“ hat, sehnt sich nicht selten nach der guten alten Imbissbude, so wie es sie in Stadt und Land an zahlreichen Orten gibt.  Ob Currywurst mit Pommes, Bockwurst und Kartoffelsalat, oder Schweinebraten mit Bohnen und Kartoffeln: Kalorien zählen war gestern - denn heute heute wird geschlemmt. Und der Bruzzler hinterm Imbiss-Tresen zum besten Freund. Zwischen großen Firmenkomplexen und langen Parkstreifen für Lkw-Gespanne gelegen, findet der Kenner auch in Wedel noch einen dieser urigen Genusstempel - ein Tempel namens "Trucker-Treff", in dem Armin Zeier herrscht.

Wie viele „Mantaplatten“, selbstgemachte Frikadellen, Schaschliks oder Jägerschnitzel Armin Zeier in den vergangenen ahren seit seiner Übernahme des Wedeler „Trucker-Treffs“ an der Industriestraße zubereitet hat, kann er beim besten Willen nicht in Zahlen fassen. „Das ist auch nicht so wichtig. Ich freue mich aber immer aufs Neue, wenn es meinen Gästen schmeckt“, sagt der gebürtige Hesse, dessen Eltern Inhaber eines Delikatessen-Geschäftes in Frankfurt waren- wodurch der Gastronom frühzeitig seine Beziehung zu Lebensmitteln intensivierte. Und dennoch erst einmal eine ganz andere berufliche Laufbahn jenseits von Pommes-Duft und Wiener Schnitzel einschlug.

 „Ich war nach meiner Ausbildung zum Lebensmittel- und Einzelhandelskaufmann viele Jahre Bus- und Straßenbahnfahrer in Frankfurt. Als Jugendlicher habe ich aber schon mal Erfahrungen als Imbiss-Verkäufer gesammelt, wenn Eintracht Frankfurt zu Hause spielte und ich in der Arena Würstchen für die Fans grillte“, erinnert sich Zeier.

Die Liebe war es schließlich, die den Zwirbelbartträger später in den hohen Norden verschlug und auch gleich in Wedel ansässig werden ließ. „Es war dann alles ein bisschen Zufall. Meine Laufstrecke führte mich sehr oft am Trucker-Treff vorbei. Und irgendwie hatte der immer zu. Als ich mit meinem Dasein als Busfahrer in Uetersen so nicht mehr zufrieden war, habe ich dann dort mal nachgefragt was los ist. Und erfahren, dass das Geschäft zum Verkauf stünde. Zwei Wochen später war dann schon alles unter Dach und Fach“, sagt Zeier, während er eine Ladung Bratkartoffeln in die Pfanne haut.

Es ist Dienstag und allmählich geht es auf den Mittag zu. Stumme Zeugen eines guten Frühstücksgeschäfts sind die einzig verbliebenen zwei Hälften Mettbrötchen hinterm Kühltresen. „Ich habe von Montag bis Freitag immer ab halb sieben geöffnet. Belegte Brötchen sowie Rühr- und Spiegelei gibt es ebenso wie Kaffee und Kakao“, verrät der Geschäftsmann, der sich mit seinem „Trucker-Treff“ nach eigenem Bekunden einen Traum verwirklicht hat. Denn: Hier bin ich selbst. Und ständig“, lacht Zeier, während nach und nach mehr Gäste zum Mittagessen in den übersichtlich großen Kastenbau kommen.

„Meine Currywurst mit Pommes kann ich wärmstens empfehlen. Oder die selbstgemachten Bouletten“, erleichtert Zeier den hungrigen Gästen ein wenig die Entscheidungsfindung. Man könnte meinen, gleich ginge die Tür auf und „Dittsche“ oder „Schildkröte“ halten Einzug zwischen Verkaufstresen, Coca-Cola-Spiegebildern, Daddel-Automat und den als Sitzgelegenheit dienenden Barhockern. Doch es ist Uwe, der hier „oft mal schnell Mittag isst“ und heute Schnitzel mit Kartoffeln, Erbsen und Karotten wählt.

 „Das gibt wieder Kraft“, sagt der Arbeiter, ehe sich zwei Brummi-Fahrer, die die Nacht zuvor in den Schlafkabinen hinter ihren Führerhäusern verbracht hatten, vor Abfahrt Richtung Süddeutschland schnell noch Kaffee holen. Und im beheizten Außenzelt bei einer Zigarette über angesagte Staus und Ausweichmöglichkeiten schnacken.

Hier noch eine Erbsensuppe mit Wursteinlage, da noch eine Schinkenwurst, vor dem ebenfalls „gut gehenden“, täglich wechselnden Tagesgericht. „Außer am Donnerstag. Da gibt es hier ganz traditionell selbst gemachtes Gulasch mit Nudeln. Stammkunden wissen das natürlich“, so Zeier,der um 15 Uhr die Schotten dicht macht.

 „Ich würde durchaus gerne länger öffnen, eventuell sogar den Trucker-Treff und seine Küche vergrößern. Nur fehlt mir ein geeigneter Mitarbeiter. Das müsste ein kleines Allroundtalent sein. Eine echte Hilfe. Finde ich aber nicht“, seufzt Zeier hinter vorgehaltener Hand. Und fügt kopfschüttelnd hinzu, dass er von den bisher entstandenen Kosten für so manch aufgegebene Stellenanzeige schon fast einen ganzen Urlaub hätte finanzieren können.

Doch an Urlaub ist bei dem Ein-Mann-Betrieb vorerst nicht zu denken. Genauso wie an Feierabend, den es eigentlich gar nicht gäbe. Denn zu tun sei auch nach Geschäftsschluss immer noch irgendetwas. „Dann wird erst mal sauber gemacht. Später geht es weiter zum Einkauf nach Hamburg in den Großhandel. Und Reparaturarbeiten oder das Umsetzen von Ideen wie das aufgestellte, zweite Außenzelt, müssen hin und wieder auch mal sein“, beschreibt der Gastwirt seinen Tagesablauf, ehe seine Aufmerksamkeit einem weiteren Stammgast gilt. Und zu hören bekommt, dass dessen Hund an einer Lungenentzündung leidet.

Zuhören gehört auch dazu. Und mir wird vom Gast auch manchmal einiges anvertraut“, hat Zeier schon so manche Neuigkeit aus unterschiedlichsten Lebens- und Gefühlslagen mitbekommen. Oben auf dem TV-Bildschirm sagen die perfekt gestylten Nachrichtensprecher die 15-Uhr-News an. Zeit für Armin Zeier, für heute seinen Schlüssel umzudrehen. Schon morgen früh beginnt der nächste Arbeitstag für den Vater eines erwachsenen Sohnes. Wenn seine Kunden wieder einen ganz besonderen „Gast“ mit in den Imbiss tragen, ohne den in diesem Geschäftsfeld gar nichts ginge: Einen guten Appetit! (Stephan Hoppe, kommuniktateam GmbH, 26.9. 2016)

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit wedel.de-Werbepartnern

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