Gemeinsam für Vincorion

Belegschaft traf sich auf Einladung des Betriebsrats zur "aktiven Frühstückspause" zur weiteren Entwicklung

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Die Betriebsräte Britta Podehl und Frank Matzen baten zur "aktiven Frühstückspause" und...
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Die Betriebsräte Britta Podehl und Frank Matzen baten zur "aktiven Frühstückspause" und....
.. rund 100 Beschäftigte nahmen die Einladung an.
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..rund 180 Beschäftigte nahmen die Einladung an.

Es sollte ein Signal nach Jena sein, zur Zentrale des Jenoptik-Konzerns. Rund 180 der knapp 500 in Wedel beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trafen sich vor den Werkstoren des jetzt Vincorion heißenden Unternehmens, dessen Wurzeln in der ehemaligen AEG und späteren ESW liegen und das derzeit zu Jenoptik gehört. Dass sich dies ändern könnte und die daraus entstehende Unsicherheit mit einem eventuell neuen Eigentümer, ist die Sorge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie einfach einmal zeigen wollten.

So war die Stimmung in der Frühstückspause mit Kaffee und Franzbrötchen auch keinesfalls negativ oder gar aggressiv, sondern vielmehr das mulmige Gefühl vieler Beschäftigter über die weitere Entwicklung zu spüren; die Angst, vielleicht mit seinen Familien vor mageren Zeiten zu stehen.

Dabei wurde durchaus positiv zur Kenntnis genommen, dass Verkaufsverhandlungen de Jenoptik-.Sparte Vincorion wohl zunächst einmal gestoppt wurden, wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Frank Matzen berichtete. Der Konzern wolle sich von den Unternehmensteil eigentlich trennen, weil Verteidigungs- und Luftfahrttechnologie nicht so recht ins Kerngeschäft von Jenoptik passt.

Aber für sich genommen ist Vincorion eine Perle. Man muss kein Spion sein, um zu wissen, dass an der Industriestraße Knowhow geballt ist, das woanders selten zu finden ist. Die Stabilisierungstechnik, die für Plattformen und Wassensysteme eingesetzt wird, ist beispielsweise weiterhin weltweit Spitze und die Fertigung von Radomen für Flugzeuge sucht ebenfalls ihresgleichen. Der Grund: Management und Belegschaft haben über Jahrzehnte hart und engagiert für diese auf dem internationalen Markt herausragende Stellung gearbeitet.

"Und das würden wir auch gern weiter machen. Die Belegschaft steht voll zu dem Unternehmen. Wir möchten die Zukunft gemeinsam gestalten", so Frank Matzen. Der Super-Gau wird sicher nicht eintreten: Das wäre das Interesse eines chinesischen Unternehmens. Aber weil es sich bei Vincorion um sensible Technologie handelt, steht aller Wahrscheinlichkeit nach eine solche Lösung gar nicht zur Debatte. Doch auch die Perspektive einer Aufspaltung der Firma in einzelne Produktbereiche sorgt für Unruhe, denn dann wird so etwas wie "Rosinenpickerei" befürchtet.

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt jedenfalls verfolgt die Entwicklung aufmerksam. "Vincorion ist eines der wichtigsten Unternehmen für die Stadt. Was immer wir tun können, um die Entwicklung positiv zu gestalten, werden wir prüfen", sagte er und erinnerte an die großen Umbrüche in der Vergangenheit nach dem Ende der AEG-Zeit und der des DASA-Techologieunternehmens: "Die Schwierigkeiten damals wurden auch gemeistert und insofern bin ich optimistisch, weil ich die ehrlichen Anstrengungen von Belegschaft und Management sehe." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 25.1.2020)    

 

 

 

 

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