Gratulation zu 25 Jahren "Wolland"

Inge Zeißler kümmert sich seit einem Vierteljahrhundert um handarbeitende Frauen - und Männer

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Sichtbare Anerkennung: Inge Zeißler erhielt von IHK-Geschäftsführer Paul Raab eine Ehrenurkunde zum Jubiläum.
Sichtbare Anerkennung: Inge Zeißler erhielt von IHK-Geschäftsführer Paul Raab eine Ehrenurkunde zum Jubiläum.

Ja, es gibt sie zum Glück noch, die kleinen, individuellen Fachgeschäfte, die von Inhabern und Inhaberinnen mit viel Herzblut geführt werden - das Wolland von Inge Zeißler ist eines davon. Gegen die großen Internet-Anbieter und alle Fast-Fashion-Ketten hat sich Inge Zeißler mit Qualität und Fachwissen behauptet - und das seit mittlerweile 25 Jahren. Dafür wurde sie jetzt von der IHK mit einer Ehrenurkunde bedacht.

Inge Zeißler ist Jahrgang 1957 und wuchs in Zeiten auf, als nähen, stricken und häkeln noch in viel mehr Familien zur Freizeitbeschäftigung gehörte. "Ich habe schon als Kind gerne gehandarbeitet. Weil ich früh sehr groß gewachsen war, wuchs ich in von meiner Mutter genähten Kleidern auf. Das habe ich ihr abgeschaut und konnte meine Entwürfe passgenau anfertigen", erzählt sie

Im Textilbereich machte sie deshalb eine Ausbildung, lernte und arbeitete in verschiedenen Berufen. "Ein Wollboom und mein Wunsch zur Selbststänigkeit führten zum ersten Wollladen in Hamburg. Das war vor der Rechtschreibreform, daher WOLLAND mit nur zwei l", sagt sie lächelnd. Dann kamen ihre beiden Kinder und eine achtjährige Arbeitspause mit dem Umzug nach Wedel. "Zu dem Zeitpunkt war Wollflaute, und die wenigen Läden boten sehr viel synthetische Garne an. Also machte ich mich auf die Suche. Im November 1996 habe ich die ersten Garne für mein reines Ökosortiment eingekauft."

Als Schaufenster diente ein Webshop, der von einem Informatiker speziell nach ihren Anforderungen erstellt wurde und bundesweit einer der ersten für Strickgarne war. "Beim Artikelbearbeiten half mir zum Glück mein Mann. Nur wenige Interessierte konnten "damals" heimlich am Arbeitsplatz das Angebot sichten. Zusätzlich als Infomaterial verschickte ich handgeklebte Kataloge und halbjährlich die Muster der Neuerscheinungen. Durch die schneller werdenden Änderungen der Hersteller und die Kostensteigerung der Musterherstellung war dies leider ab 2010 nicht weiter bezahlbar."

Ihren Laden am Rollberg 3 eröffnete sie im April 2000, um auch den Wedelerinnen direkt ein wachsendes Angebot zeigen zu können. "Dies habe ich ohne Fremdfinanzierung geschafft, da Berater und Banken dem Einzelhandel schon zu der Zeit keine Chance gaben. Doch durch die Wedelerinnen, die mir immer noch die Treue halten, habe ich es geschafft. Herzlichen Dank dafür!" freut sie sich.

Das hautnahe Empfinden und die Wirkung der Originalfarben und deren Kombinationen sind die beachtlichen Vorteile im Ladengeschäft. "Zudem verraten meine Mitarbeiterin und ich gerne Tipps und Tricks aus unserer gemeinsamen über 100jährigen Erfahrung. Die schöpferische Tätigkeit, mit eigenen Händen eine Idee zu verwirklichen, tut einfach gut. Entspannend, beinahe meditativ wirken die einfachen Strickstücke", sagt Inge Zeißler, "jedes Teil ist ein Unikat und dadurch auch ein ganz einmaliges Geschenk. Jetzt auch bei jungen Menschen wieder beliebt, denn das Motto der Zukunft heisst: Slow fashion mit nachwachsenden Rohstoffen!" Wer sie besuchen will, hat bis Februar montags bis sonnabends von  9 bis 13 sowie montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr Gelegenheit dazu. Von März bis August beginnt die Mittagspause etwas früher, dann ist montags bis sonnabends von 9 bis 12 Uhr geöffnet. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 25.11.2021)
 

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