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Happige Preiserhöhung bei den Stadtwerken Wedel?

Stammkunden profitieren von Langfristverträgen

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Jörn Peter Maurer: „Für unsere Stammkundschaft, versuchen wir alles, um die Preise in dieser turbulenten Zeit stabil zu halten."
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Jörn Peter Maurer: „Für unsere Stammkundschaft versuchen wir alles, um die Preise in dieser turbulenten Zeit stabil zu halten."
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Preisvergleich wettbewerb
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Die Stadtwerke Wedel erhöhen ihre Gaspreise zum 1. Dezember 2021 um rund 20 Prozent. Eine happige Preiserhöhung, könnte man meinen. Nach einem Blick auf die aktuellen Preisentwicklungen an den Energiemärkten relativiert sich dieser Eindruck sehr schnell.

„Die Preisexplosion an den deutschen, europäischen und internationalen Energiemärkten ist beispiellos“ sagt Jörn Peter Maurer, Geschäftsführer der Stadtwerke Wedel. Zur Verdeutlichung: Seit Januar hat sich der Strompreis an den Börsen verdoppelt, der Gaspreis ist sogar um 400 bis 500 Prozent gestiegen.

Zusätzlich preistreibend wirkt die sogenannte CO2-Steuer, mit der die Bundesregierung seit dem Jahr 2021 fossile Energieträger wie Erdgas und Kohle als Energiewende-Instrument belegt. Allein diese staatliche Abgabe schlägt bei einem Durchschnittskunden mit circa 130 Euro zu Buche.

Dank der langfristigen Beschaffungsstrategie konnten sich die Stadtwerke Wedel ihre benötigten Energiemengen noch zu relativ günstigen Preisen sichern. Für das Jahr 2021 konnte dadurch sogar die neue CO2-Steuerbelastung vollständig aufgefangen werden, während andere Energieversorger und Stadtwerke diese Steuerbelastung bereits im laufenden Jahr in voller Höhe an ihre Kunden weitergegeben haben.

Zu welchen Effekten die aktuelle Situation an den Energiemärkten führt, zeigt ein Blick in die einschlägigen Vergleichsportale. Hier, wo die vermeintlich günstigsten Strom- und Gasverträge zu finden sind, laufen die Preise davon. Dies liegt an den sehr kurzfristigen und riskanten Beschaffungsstrategien der Billiganbieter. Diese müssen nun kurzfristig zu den derzeit astronomischen Börsenpreisen beschaffen. Enorme Preisanpassungen sind die Folge.

Im Bestandskundengeschäft sind die Folgen gravierender. „Bereits fünf bundesdeutsche Energieversorger haben entweder ihre Energielieferungen eingestellt oder sogar Insolvenz angemeldet. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen ist zu hören, dass weitere private Energievertriebe in eine starke Schieflage geraten werden“, erläutert Maurer.

Für Kunden, deren Energieversorger die derzeitige Marktsituation nicht übersteht, macht Jörn Peter Maurer wenig Hoffnung: „Für unsere Stammkundschaft, die uns seit Jahren die Treue hält, versuchen wir alles, um die Preise in dieser turbulenten Zeit stabil zu halten. Wir kontrollieren die dynamische Situation an den Märkten weiterhin engmaschig, jedoch für Neukunden können wir diese günstigen Preise bereits jetzt nicht mehr versprechen.“

Schon vor der Preisanpassung waren die Stadtwerke Wedel im Vergleich relativ günstig. Dieses Bild wird sich nach der anstehenden Preisanpassungsrunde der anderen Versorger voraussichtlich noch einmal verstärken.

Angesichts der teilweise geopolitisch begründeten Verwerfungen an den Energiemärkten, aber auch wegen der hohen Kosten, die die Energiewende verursachen wird, sieht Geschäftsführer Maurer bei den kommunalen Stadtwerken eine zentrale Aufgabe: „Mittelfristig möchten wir die Abhängigkeit von internationalen Energiemärkten und fossilen Energie reduzieren. Für unsere Kunden investieren daher wir, dort wo es möglich ist, in neue Energieformen wie Solarstrom und grünen Wasserstoff. Dafür benötigen wir erneuerbare Stromquellen hier vor Ort.“

Jörn Peter Maurer verbindet diese Vision mit einem Appell: „Falls Sie über große Hallendächer oder Freiflächen in Wedel, Hetlingen, Haselau oder Haseldorf verfügen, freuen wir uns auf Ihren Kontakt, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Wir schulden unseren Kindern und nachfolgenden Generationen eine ökologisch ausgerichtet Energieversorgung. Und müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass diese Energie bezahlbar bleibt“, so der Geschäftsführer. (Stadtwerke Wedel, 22.10.2021)

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