Arbeitsagentur: Der Winter macht sich bemerkbar

Die Arbeitslosenzahlen steigen im Kreis und in der Stadt Wedel saisonal deutlich an.

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Thomas Kenntemich: "Oft schlummern aber ungenutzte Potentiale in den Reihen der eigenen Beschäftigten."
Thomas Kenntemich: "Oft schlummern aber ungenutzte Potentiale in den Reihen der eigenen Beschäftigten."

Auch wenn der Wintereinbruch gefühlt noch auf sich warten lässt, auf dem Arbeitsmarkt ist er bereits spürbar – die Zahl der Menschen ohne Job ist zum Jahresbeginn angewachsen. Im Kreis Pinneberg stieg die Arbeitslosenzahl um 603 Personen auf 8.456. Das waren 91 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,5 auf 4,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 4,8 Prozent betragen.

„Der Anstieg der Arbeitslosenzahl war deutlich spürbar, ist aber saisonal üblich und fiel in diesem Januar sogar etwas geringer aus als im Vorjahr. Trotz des weitgehend frostfreien Wetters meldeten sich verstärkt Menschen aus witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau arbeitslos. Vor allem liefen zum Jahresende wieder befristete Beschäftigungen im kaufmännischen Bereich aus, zudem endeten im Saisongeschäft die Tätigkeiten von Produktions- und Lagerhilfen", sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Im Kreis Pinneberg meldeten sich im Januar 1.070 Personen (Dezember: 770) aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. Die höchsten Arbeitslosenzahlen im Jahresverlauf werden in den ersten Wochen des Jahres registriert. Doch für viele war die Jobsuche auch erfolgreich. So konnten 501 Menschen in diesem Monat eine neue Arbeit aufnehmen und ihre Arbeitslosigkeit beenden (Dezember: 437).

In der Stadt Wedel ist die Arbeitslosenzahl um 101 Personen auf 957 gestiegen. Das sind 11 mehr als vor einem Jahr. Die Agentur für Arbeit betreut derzeit 436 und das Jobcenter 521 Arbeitslose. Die Wedeler Arbeitslosenquote steigt dadurch von 4,8 auf 5,4 Prozent (Vorjahr: 5,3 Prozent).

Mit der Qualifizierungsoffensive WEITER.BILDUNG! ist eine neue Initiative der Bundesagentur für Arbeit gestartet. Die Unterstützung soll insbesondere solchen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommen, deren Tätigkeit durch Technologien ersetzt werden kann, vom Strukturwandel betroffen ist oder die in einen Beruf streben, in dem Fachkräftemangel besteht.

„Strukturwandel und Digitalisierung werden schon bald den Berufsalltag vieler Menschen verändern. Ich denke beispielsweise an Kfz-Mechatroniker, die zukünftig auch Elektroautos reparieren oder Handwerker, die Smart-Home-Geräte installieren sollen. Das bedeutet große Herausforderungen, aber auch Chancen für die Unternehmen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit diesen speziellen Qualifikationen wird es kaum auf dem Arbeitsmarkt geben. Oft schlummern aber ungenutzte Potentiale in den Reihen der eigenen Beschäftigten“, erläutert Thomas Kenntemich den Hintergrund der neuen Initiative.

Bislang hat die Agentur für Arbeit vorrangig Arbeitslose qualifiziert. Das Programm WEITER.BILDUNG! erweitert den Zugang für Unternehmen und Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter oder Betriebsgröße. Gefördert werden Lehrgangs- und Lohnkosten, dabei profitieren Kleinbetriebe von einem höheren Zuschuss. Interessierte Unternehmen werden von den Fachleuten des Arbeitgeber-Service (Tel. 0800 – 4 5555 20 kostenfrei) beraten.

.(Gerold Melson/Agentur für Arbeit, 29.1.2020) Bundesagentur für Arbeit

 

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