IG Metall zeigt Flagge bei Vincorion

Positionen vor kommender Tarifrunde präsentiert

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Flagge zeigen mit Abstand: Die Metaller machten auf ihre Situation aufmerksam.
Flagge zeigen mit Abstand: Die Metaller machten auf ihre Situation aufmerksam.

Die neue Tarifrunde wirft ihre Schatten voraus. :Die  IG Metall hatte vor den Toren der Jenoptik Advanced Systems GmbH in der Feldstraße zu einer Veranstaltung aufgerufen. Hier in Wedel arbeiten ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Herstellung elektromechanischer Produkte für die Luftfahrtindustrie und Wehrtechnik. Der traditionsreiche Standort, ehemals AEG Flugwesen und Sondertechnik mit mehr als 2500 Mitarbeitern, war in den vergangenen Jahren stets ein wichtiger Arbeitgeber der Region. Es gibt noch zwei weitere Standorte: einen in Essen mit circa 70 Mitarbeitern und in Altenstadt bei München mit 220 Kollegen und Kolleginnen, die zusammen die Sparte „Defence and Civil Systems“ bilden, die heute unter dem Markenamen VINCORION auftreten.

Hintergrund ist die zur Zeit stattfindende Auseinandersetzung in der kommenden Tarifrunde. Die IG Metall bietet nach eigenen Angaben Lösungen für die Probleme der Arbeitswelt in der Zeit der Corona Pandemie an und kämpft für den Erhalt der Arbeitsplätze. Arbeitszeitverkürzung und Arbeitszeitflexibilisierung sollen die gegebene Arbeitslast auf viele Schultern verteilen und damit auch den Unternehmen helfen, flexibler reagieren zu können.

Die IG Metall erklärte: "Die Arbeitgeber sind jedoch zur Zeit stark auf die Reduzierung von Kosten fixiert, allen voran natürlich die Kosten für Entgelte. Diese Perspektive reicht aus Sicht der IG Metall jedoch nicht aus. Schon im vergangenen Jahr haben die Arbeitnehmer auf Lohnerhöhungen verzichtet und mit einigen kreativen Ideen die Flexibilisierung der Arbeit unterstützt, zum Beispiel durch Bildung eines „Solidartopfes“ zur Unterstützung besonders getroffener Arbeitnehmer. Jetzt ein weiteres Jahr auf Anpassungen der Löhne und Gehälter zu verzichten in einem Geschäftsbereich, der wenig unter der Pandemie zu leiden hatte, scheint daher nicht mehr angemessen. Immerhin hat der Jenoptik Konzern für das vergangene Jahr eine sehr zufriedenstellende Gewinnentwicklung angekündigt."

Zusätzlich zu den Umständen unter der Pandemie komme laut IG Metall  für die Sparte „Defence and Civil Systems“ der Jenoptik AG, heute unter dem Markennamen VINCORION bekannt, eine geplante Umorganisation. Alle drei Standorte, Wedel, Essen und Altenstadt bei München, könnten hiervon betroffen sein. Die IG Metall weiter: "Voraussichtlich kommt es, im Rahmen von Optimierungen der Arbeitsbereiche, auch zu einem Arbeitsplatzabbau. Die Betriebsräte der Standorte wie auch die IG Metall treten dieser Entwicklung entschlossen entgegen. Denn nach der Pandemie werden sich die Bereiche, die zur Zeit unter mangelnder Auslastung leiden, erholen und hoffentlich wieder mehr Kollegen Arbeit bieten. Dann darf nicht von „Fachkräftemangel“ und „leerem Arbeitsmarkt“ die Rede sein. Vielmehr sollte diese schwierige Periode genutzt werden, das Fachwissen der Mitarbeiter zu stärken und die erfahrenen Kollegen an die Firma zu binden."

Unternehmenssprecherin Petra Klähn erklärte dazu: "Für die Zukunftssicherung unseres Unternehmens mit seinen drei deutschen Standorten ist es wichtig, unsere Organisation und unsere Strategie immer wieder an die sich wandelnden Markt- und Kundenbedürfnisse anzupassen.

Unsere Kernmärkte der Luftfahrt, Bahn- und Verteidigungsindustrie erwarten moderne, flexible Strukturen von uns und kundenorientierte digitale Optimierungen. Um unseren Erfolg langfristig zu sichern, ist daher eine Transformation unerlässlich. Nur so können wir uns im internationalen Wettbewerb behaupten und unsere Attraktivität wahren. Die Grundlage hierfür schaffen wir unter anderem durch eine funktionale zukunftsfähige Struktur, die wir unter Einbindung unserer Mitarbeitenden im Verlauf dieses Jahres umsetzen werden.

Aktuell gehen wir davon aus, dass damit mittelfristig ein aktiver Abbau von knapp 5 Prozent der Stellen an unseren drei Standorten einhergeht. Wie und in welchem zeitlichen Rahmen wir diese Struktur auf sozialverträglichem Weg erreichen, ist Gegenstand unserer derzeitigen Beratungen mit dem Betriebsrat." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 19.2.2021)

 

 

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