Kampf im Kundeninteresse

Die Wedeler EDEKA-Märkte Jensen und Klein erklären Konflikt mit Lebensmittel-Konzernen

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Lennart Jensen (links) und Frederik Klein erklären den aktuellen Konflikt der EDEKA mit großen Herstellern. Foto: Frenzel

Hohe Wellen schlägt derzeit der Konflikt zwischen dem Handelsunternehmen EDEKA einerseits und mehreren Lebensmittelkonzernen andererseits. Die Händler wollen sich auf Preisdiktate von beispielsweise Mars und Coca Cola nicht einlassen – die Hersteller beliefern deshalb die Märkte nicht mehr oder nur noch eingeschränkt. Die beiden Wedeler EDEKA-Kaufleute Lennart Jensen und Frederik Klein erläutern den Zwist, um bei der Kundschaft Verständnis zu wecken.

Ob Brausen wie Coca Cola, Fanta oder Sprite, Tierfutter wie Sheeba oder Whiskas, Mars-Schokoriegel oder Uncle Bens Reis – im EDEKA-Markt Jensen am Marienhof und bei EDEKA-Volker Klein in den Welau Arcaden sind diese Produkte zur Seltenheit geworden. Der Grund: Die Handelskette EDEKA liegt mit den Produzenten im Clinch, weil sie ihrer Kundschaft die geforderten Preiserhöhungen nicht zumuten wollen. „Unsere Zentrale hat sich bei den überzogenen Forderungen quer gestellt – und wir stehen einmütig dahinter“, sagen Frederik Klein und Lennart Jensen unisono.

Dass ihre Regale leerer werden und manche Kunden irritiert sind, nehmen die beiden dabei in Kauf. „Es ist ein Konflikt, den der EDEKA-Verbund im Sinne der Kundinnen und Kunden führt, die ja letztlich die Preiserhöhungen bezahlen müssen“, sagen sie, „unsere Zentrale handelt im Verbraucherinteresse.“

Derzeit wollen nach Angaben der EDEKA-Kaufleute vier Großkonzerne gleichzeitig satte Preiserhöhungen um bis zu 30 Prozent durchdrücken. „Das ist in den Höhen nicht nachvollziehbar“, sagen sie und nennen dafür ein Belegbeispiel. Ein Saft-Hersteller habe in einer Verhandlungsrunde ein Plus von 30 Prozent für seine Erzeugnisse gefordert. „EDEKA hat bei seinem eigenen Abfüller der Marke Albi selbst die Kostensteigerungen im Blick, die der Hersteller als Grund anführte. Albi kam auf nur acht Prozent gestiegene Kosten. Da kann man sich schon fragen: Wo bleiben denn die restlichen 22 Prozent?“ so Klein und Jensen.

EDEKA aber auch andere Lebensmittel-Einzelhändler möchten dieses Spiel nicht mitspielen. Die Markenindustrie erwirtschaftet mit ihren Produkten ein Vielfaches der Gewinne, die der Einzelhandel mit diesen Produkten erzielt. Jetzt gibt es das Kräftemessen zwischen Handel und Konzernen, die mit einem Lieferboykott Druck machten. Der mutmaßliche Ansatz dahinter: Leere Regale statt beliebter Marken sollen die Händler zum Einknicken bringen, weil die Kundinnen und Kunden eben diese Marken kaufen wollen.

„Wir hoffen doch sehr darauf, dass sich die Hersteller auf die von früher gewohnten seriösen Handelspraktiken besinnen, aber klein beigeben werden wir nicht“, bleiben die beiden Wedeler EDEKA-Kaufleute standhaft. Bis es so weit ist, präsentieren sie eben die Produkte anderer Hersteller. Denn Brause, Katzenfutter und Naschzeug sind keine Monopolwaren einzelner Unternehmen, sondern auch hier gibt es Wettbewerb.

„Wir jedenfalls haben kein schlechtes Gewissen, da die Verantwortlichkeit für den Konflikt eine klare Sache ist. Wenn Kundinnen und Kunden mehr wissen möchten, können sie uns gern ansprechen“, so Lennart Jensen und Frederik Klein. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH,

Letzte Änderung: 03.11.2022

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