Kraftwerk Wedel: Gesundheitsgefahren durch Partikelemissionen ausgeschlossen

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung teilt mit

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Sein Betrieb soll baldmöglichst eingestellt werden: das Kraftwerk Wedel
Sein Betrieb soll baldmöglichst eingestellt werden: das Kraftwerk Wedel. Foto: Frenzel/kommunikateam

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat im Oktober 2019 zwei umfangreiche Untersuchungen hinsichtlich der Partikelemissionen des Kraftwerkes Wedel beauftragt. Die Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass keine Gesundheitsgefahren bestehen beziehungsweise eine Schädigung von Autolacken und Glasdächern durch Partikel aus dem Jahr 2019 nicht nachgewiesen werden kann.

In einem Gespräch des Umweltministers Jan Philipp Albrecht mit seinem Hamburger Kollegen Jens Kerstan wurde dennoch vereinbart, dass der neue Betreiber Wärme Hamburg eine kulante Schadensregulierung anbietet und mit Anwohnerinnen und Anwohnern einen vertrauensbildenden Dialog fortsetzt. Darüber hinaus bestand Einigkeit zwischen den beiden Ressortchefs, dass der Betrieb des Kraftwerks so bald wie möglich eingestellt werden soll – spätestens wenn die geplante Alternative für die Wärmeversorgung des Hamburger Westens umgesetzt ist. Lediglich für diese notwendige Versorgung ist der Betrieb des Kraftwerks weiter vorgesehen.

Hintergrund:
Aufgrund von Beschwerden im Juni 2019 wurden in der Nachbarschaft des Kraftwerkes und im September 2019 aus dem Reingaskanal Proben gesammelt. Die vom LLUR veranlasste elektronenmikroskopische Untersuchung der Proben aus der Nachbarschaft und von aktuellen Rückstellproben aus dem Kraftwerk hatte Abweichungen zu früheren Untersuchungen aus 2016/2017 ergeben. Um die Situation im Umfeld des Kraftwerkes weiter abzuklären, hatte das LLUR daher im Oktober 2019 zwei weitere Gutachten zu den Partikelemissionen des Kraftwerkes beauftragt, die nun vorliegen:

Humantoxikologisches Gutachten
Das erneute humantoxikologische Gutachten kommt auf der Grundlage der Ergebnisse von nasschemischen Untersuchungen der Proben zu dem Ergebnis, dass ein relevantes Risiko für adverse Wirkungen auf die menschliche Gesundheit durch die Partikelemissionen des Kraftwerkes Wedel weiterhin mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Gutachten zum Materialverhalten auf Lack und Glas
Das erneute Gutachten zum Materialverhalten beschreibt das Haftverhalten von Proben aus dem Reingaskanal des Kraftwerkes Wedel auf unterschiedlichen Pkw-Karosserieteilen und Glas und die dabei stattfindenden mineralogischen Reaktionen (z. B. im Hinblick auf Vorhandensein und Bildung von Aluminiumsulfat). Die Versuchsdauer betrug 28 Tage. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Untersuchung sind:

·         In einem Worst-Case-Szenario wurden verschiedene Proben aus dem Reingaskanal des Kraftwerkes auf Pkw-Karosserieteile und Glas appliziert und anschließend befeuchtet. Nach einer Versuchszeit von 28 Tagen konnten auf den untersuchten Oberflächen keine Schädigungen oder Reaktionen beobachtet werden, die auf eine Ätzwirkung dieser Proben hinweisen.

·         Die mineralogische Phasenbestimmung zeigte zudem, dass im Mineralbestand zwar potentiell ätzend wirkende Aluminiumsulfate vorliegen, jedoch ihr Gehalt nicht ausreicht, um oberflächenschädigend zu wirken.

Somit bestätigen beide Gutachten die bisherige Einschätzung des MELUND und LLUR, dass die Partikelemissionen des Kraftwerkes Wedel weder eine Gesundheitsgefahr darstellen noch eine materialschädigende Wirkung entfalten. Die Gutachten werden auf Nachfrage vom LLUR herausgegeben. (Patrick Tiede, Julia Marre, Joschka Touré/Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung / 11.1.2020)

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