medac-Medikament hilft bei Stammzelltransplantationen

Nach einem Jahrzehnt Forschung: EU erteilt dem Wedeler Pharmaunternehmen die Zulassung

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Medac-Geschäftsführer Heiner Will freut sich: "Ein großer Erfolg!"
Medac-Geschäftsführer Heiner Will freut sich: "Ein großer Erfolg!", Medac-Geschäftsführer Heiner Will freut sich: "Ein großer…

Die Transplantation von Stammzellen ist eine scharfe Waffe unter anderem bei der Bekämpfung von Blutkrebs. Patienten werden dabei Spenderzellen verabreicht mit der Folge, dass sich der erkrankte Körper mit dann produzierten "frischen" Zellen die Krankheit wehrt. Doch was in der Theorie so einfach klingt, besitzt auch Tücken. Das Wedeler Pharmaunternehmen medac darf jetzt ein Medikament anbieten, das Probleme bei dieser Therapie erheblich verringert.

Und so wirkt es: Die Substanz Treosulfan bereitet den Körper auf die neuen Stammzellen vor. Das ist notwendig, denn einerseits muss das Immunsystem zunächst beeinflusst werden, damit der Körper die fremden Zellen nicht einfach abstößt, sodass sie wirkungslos werden. Andererseits müssen auch die alten, befallenen Zellen ausgeschaltet werden. Werden diese Effekte erzielt, werden schwere Nebenwirkungen vermieden, die oftmals sogar tödlich verlaufen können. Und: Gesunde Stammzellen können in das Knochenmark einwandern und neue, gesunde Blutzellen bilden.

Bislang wurden alle Leukämiezellen mithilfe einer intensiven Chemo- beziehungsweise Strahlenzellen abgetötet. Das neue medac-Medikament bildet hier eine körperschonende Alternative. Besonders geschwächte Patienten und Kinder können davon profitieren.

Das alles wurde in jahrelangen Studien herausgefunden - mehr als ein Jahrzehnt verfolgten die medac-Forscher diesen Weg, legten große Studien auf, dokumentierten und belegten die Wirksamkeit. Der Lohn der Anstrengungen  ist nun die Zulassung des Medikamentes Trecondi durch die Europäische Kommission.

Heiner Will, Geschäftsführer von medac, ist hocherfreut, dass dieses Langzeitprojekt nun zu einem guten Ende geführt werden konnte: "Der Wirkstoff wurde früher bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs eingesetzt. Die Idee unseres Teams war es, Gutes noch besser zu machen und das Prinzip auf Bluterkrankungen zu übertragen. Das es funktioniert konnten wir nun der Arzneimittelbehörde nachweisen - ein großer Erfolg!"

Der Aufwand war immens. Zwar schweigt sich das Unternehmen über die genaue Höhe des Investments aus, doch über die rund zehn Jahre summieren sich die Aufwendungen nach Angabe von Experten geschätzt auf einen auf einen Euro-Betrag im zweistelligen Millionenbereich. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 19.9.2019)

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