medac sieht "harten Brexit" kritisch

Wedeler Pharma-Unternehmen weist auf Konsequenzen für Kranke und die Branche hin

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Aus der Zentrale des Unternehmens medac an der Theaterstraße werden die Aktivitäten weltweit gesteuert. Fotos: medac
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Aus der Zentrale des Unternehmens medac an der Theaterstraße werden die Aktivitäten weltweit gesteuert. Fotos: medac, Aus der…
Pressesprecher Volker Bahr fand deutliche Worte zu einem heiklen Thema.
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Pressesprecher Volker Bahr fand deutliche Worte zu einem heiklen Thema., Pressesprecher Volker Bahr fand deutliche Worte zu…

"Der Brexit ist in aller Munde und gelegentlich höre ich auch unter uns einige abschätzige Bemerkungen über unsere britischen Freunde. Bei allen Schwierigkeiten, die das Vereinigte Königreich uns in der EU beschert hat, ist neben den ökonomischen Auswirkungen insbesondere Deutschland die durch den EU-Austritt nachteilige Stimmrechtsverschiebung im EU-Parlament nicht wirklich bewusst" stellt Volker Bahr, Pressesprecher des Wedeler Pharmaunternehmens medac, heraus und ergänzt: "Wir sind gegen einen harten Brexit."

Dafür nennt er auch Gründe. Zum einen sorgt er sich um die britischen Patienten, denn: "Die hervorragende britische Pharmaindustrie stellt nämlich unsere Medikamente gar nicht her. Zum anderen berühre das auch die Marktposition der Firma: "Ein harter Brexit schwächt unser Unternehmen und lädt die Wettbewerber aus anderen Ländern ein, unseren Platz auszufüllen." Großbritannien ist für medac nach dem deutschen Heimatmarkt der zweitwichtigste Umsatzmarkt und dort bekannt insbesondere in der Rheumatologie
und in der Onkologie / Hämatologie. Mit rund 45 Millionen Euro Umsatz macht der Markt auf den Inseln etwa zehn prozent des Gesamtumsatzes aus.

medac hat keine Produktionsstätten auf den Inseln, so dass „medac Pharma LLP“ vollständig von der kontinentalen Mutter beliefert wird. Aktuell wird bei medac diskutiert, inwieweit für mehrere Arzneimittel
durch den ‚Brexit‘ eine Zulassungsübertragung an die britische Tochtergesellschaft sinnvoll oder notwendig wird. Die Aufforderung britischer Behörden an medac, vorsorglich einfach mehr Ware zu bevorraten, sieht man in der Wedeler Zentrale als ein Verschieben von Verantwortung.

Volker Bahr nennt ein konkretes Beispiel. medac ist als Anbieter von gliolan® bei schwersten Hirntumoren „State of the Art“ und ohne therapeutische Qualitätsverluste nach Angaben des Unternehmens alternativlos. "Dieses Arzneimittel von medac wird zu 100 Prozent auf die Inseln geliefert. Im Interesse der Patienten mit schwersten Hirntumoren ist medac gegen einen harten Brexit", stellte er heraus. Ähnlich sei die Situation bei diversen weiteren Produkten.

Der Pressesprecher beschreibt die Situation weiter: "Die konkurrierenden Anbieter sind in erster Linie amerikanische und indische Generikahersteller, die traditionell gute Wirtschaftskontakte nach UK haben und pflegen. Ein harter EU-Austritt des Vereinigten Königreichs schwächt unsere Marktposition gegenüber der amerikanischen und indischen Generikaindustrie und konterkariert die erfolgreiche Vertriebsarbeit vieler Jahre." Inwieweit ein harter Brexit Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Wedel haben wird, könne noch nicht gesagt werden. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 8.9.2018)

 

 

 

 

 

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