Regio Kliniken schließen Wedeler Krankenhaus

Verlagerung des Behandlungsangebots - Zielsetzungen sind die Weiterentwicklung und Spezialisierung von Medizin und Pflege

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Aus und vorbei: Das Regioklinikum Wedel schließt zu Mitte August seine Pforten.
Viel Geld war im Laufe der Jahre in die Gebäude investuiert worden.
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Viel Geld war im Laufe der Jahre in die Gebäude investuiert worden.

Die in Wedel ansässigen Abteilungen für Geriatrie, Pneumologie, Palliativmedizin sowie die geriatrische Tagesklinik sollen im Sommer 2020 an die Standorte Elmshorn und Pinneberg verlegt werden.

In der jüngsten Sitzung folgte der Aufsichtsrat der Regio Kliniken GmbH der Einschätzung der Geschäftsführung zur Situation des Klinikstandortes in Wedel und befürwortete die Aufnahme von Gesprächen zwischen den Gesellschaftern Kreis Pinneberg und Sana Kliniken AG zur Verlagerung des Klinikbetriebs. Gemäß Beschluss ermittelt derweil die Geschäftsführung die hierzu erforderlichen Maßnahmen.

Obgleich umfassender Herausforderungen wurde der Klinikstandort Wedel in den vergangenen Jahren mittels unterschiedlicher medizinstrategischer Konzepte gehalten und ein hochwertiges Angebot geschaffen. Die jüngsten bundespolitischen Vorgaben und der durch sie verschärfte Fachkräftemangel führen jedoch dazu, dass der Betrieb des Klinikums in Wedel nicht zukunftsfähig ist. Für den Großteil der Mitarbeiter, die bisher dort beschäftigt sind, geht die Maßnahme mit einem Wechsel an die Standorte Elmshorn und Pinneberg einher.

Eine Fokussierung von Abteilungen bedeutet für Patienten ein umfassenderes diagnostisches und therapeutisches Angebot, kürzere Wege zwischen den Abteilungen sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr Spezialisierungsmöglichkeiten und
attraktivere Arbeitsplätze in größeren Teams. Die Kliniken in Elmshorn und Pinneberg verfügen über eine deutlich bessere Verkehrsanbindung für Rettungswagen, Patienten und auch für viele Mitarbeiter.

Da das Klinikum Wedel nicht an der Notfallversorgung teilnimmt, spielt es diesbezüglich für die Bevölkerung keine Rolle. Die meisten Patienten, die aktuell in Wedel in den Abteilungen für Geriatrie und Palliativmedizin behandelt werden, werden von den Standorten Elmshorn und Pinneberg dorthin überwiesen, für sie würden zukünftig die Fahrtzeiten entfallen.

In Deutschland stehen Krankenhäuser derzeit vor großen Herausforderungen: Zahlreiche
bundespolitische Gesetzesinitiativen und Verordnungen haben zum Ziel, die Behandlung von komplexeren Krankheitsbildern an größeren Krankenhäusern zu zentralisieren und so indirekt die Anzahl der Krankenhäuser zu reduzieren. Der zuletzt massiv zugenommene Fachkräftemangel auf Grund von neuen Vorgaben zur Personalbemessung verstärkt die Entwicklung.

Vor diesem Hintergrund setzen die Regio Kliniken ihren Kurs der Zentrenbildung fort und gestalten spezialisierte und medizinisch eng vernetzte Fachabteilungen in den Kliniken Pinneberg und Elmshorn. Auf diese Weise werden bundespolitische Vorgaben mit dem Ziel einer modernen, wohnortnahen Gesundheitsversorgung im Kreis Pinneberg verknüpft.

Bürgermeister Niels Schmidt dazu: "Die Stadt Wedel nimmt die Entscheidung der Regio-Kliniken GmbH mit großem Bedauern zur Kenntnis. Auch wenn sich der Fokus der klinischen Gesundheitsversorgung der Wedelerinnen und Wedeler bereits seit längerem nach Pinneberg und Rissen verlagert hat, endet hier doch die Tradition eines Krankenhauses in Wedel für Wedel.  Ich habe in Gesprächen mit der Geschäftsführung und dem Landrat als Vertreter des Minderheitsgesellschafters bereits deutlich gemacht, dass wir ein mit der Stadt abgestimmtes Nachnutzungskonzept erwarten und die Fortführung des Kita-betriebs essentiell ist. Hinsichtlich des Betriebskindergartens gibt es, wie es derzeit aussieht, keine Kurzfristigen Auswirkungen, d.h. der Kita-betrieb läuft normal weiter.

Das Gebäude selbst soll, so wie es derzeit aussieht noch mindestens zweieinhalb Jahre durch aktuell dort aktive Vertragspartner und administrative Teile der Regio-Kliniken GmbH genutzt werden.  Der Geschäftsführer hat mir zugesagt, im Sozialausschuss für Fragen zur Verfügung zu stehen.“ (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH mit Material der Regiokliniken, 31.1.2020)

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